• Unser Tag am Meer   

    Unser Tag am Meer   

    Noëlle Smit

    Bohem

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Die beiden Kinder freuen sich auf den Tag am Meer und gehen fröhlich durch die Dünen zum Strand. Nach einer Seite voller verschiedenster Muscheln, gehen sie auf den Brettern vorbei an den kleinen Strandhäuschen, der Junge und das Mädchen und ihre Mutter mit dem Gepäck. Die Kinder staunen, was das Meer alles angeschwemmt hat. 
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    Dann springen sie in die Wellen. Im tiefen Wasser wird geschwommen, es gibt viele Luftmatratzen und vorne schaut eine Robbe aus dem Wasser. Danach machen sie es sich auf der Decke unter dem Sonnenschirm bequem und essen Melone. Sandburgen werden gebaut, Verstecken gespielt und Eis gegessen. Später wird eingepackt und es geht mit vielen anderen Menschen wieder über die Bretter zurück. 
    Ein typischer Tag am Meer, wie es viel Tagestouristen erleben. Den Kinder macht es Spaß, sie erleben eine Menge. Kinder, die das Meer kennen, werden hier vieles erkennen, das sie selbst erlebt haben. Der Text besteht immer nur aus einem Satz und die Illustrationen sind sehr realistisch gezeichnet. Lediglich die Seite, die die Ebbe beschreibt und auf der es heißt, „Das Meer ist weiter weg.“ gefällt mir nicht so gut, denn da stehen eine Mutter und ihre Tochter im Wasser. Es kann aber daran liegen, dass ich die deutsche Nordsee vor Augen habe und hier vielleicht eine andere Situation abgebildet ist.
    Ich kann dieses Buch für alle Urlauber und Tagesausflügler an die See empfehlen, zum Einstimmen und zum Erinnern an einen schönen Tag am Meer.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tomke gräbt

    Tomke gräbt

    Lena Hach

    Julia Dürr

    Mixtvision

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Zartgrün ist das Cover und alles wirkt ein wenig verwaschen. Mit seiner Schüppe gräbt Tomke ein Loch in die Wiese.
    „Tomke ist im Garten“ so beginnt das Buch und der Junge geht auf nackten Füßen und mit seiner Schaufel los. Opa und Oma, die auf ihre Liegen zu sehen sind, raten, warum er gräbt, doch Tomke schüttelt er nur den Kopf.
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    Auch als der Rest der Familie überlegt, warum Tomke das Loch gräbt, gibt er keine Antwort. Die Nachbarinnen vermuten, dass Tomke einen Tunnel, vielleicht zur Eisdiele, gräbt. Das Bild zeigt Tomke in einem verzweigten Tummelsystem. Nachdem auch der Erdkern zur Debatte steht, liegt Tomke mit geschlossenen Augen auf der Wiese, während die Familie wohl einen Grillabend einläutet. An einem Regentag sehen wir den Jungen mit Cape, er sammelt jetzt.
    Ich muss leider gestehen, dass sich mir der Sinn dieses Bilderbuches nicht ganz erschließt. Trotz der Bemühungen der Familie spricht der Junge nicht mit ihnen, keine Erläuterung und deshalb auch keine Unterstützung. Das macht mich eher traurig und der Junge tut mir leid.
    Wie hinten auf dem Buch steht, reichte es Tomke, einfach nur zu graben. Meine Enkel (3 + 5) haben sich nicht zu der Geschichte geäußert.

    Dagmar Mägdefrau

  • Gutenachtgeschichten für Celeste     

    Gutenachtgeschichten für Celeste     

    Nikolaus Heidelbach

    Ole Konnecke

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Bologna Ragazzi Award 2025

    „Ein sehr gruseliges Bilderbuch“ lautet der Untertitel und das Cover zeigt Celeste und ihren großen Bruder, der ihr was vorliest, daneben ist ein unheimliches Wesen mit einem großen Schnabel zu sehen.
    Die eigentliche Geschichte ist ein Comic, aber es gibt auch zusätzlich einen kleinen Text zur Erklärung.
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    Die Kinder bleiben allein zu Hause, weil die Eltern zu einer Feier gehen. Boris bietet seiner kleinen Schwester an, ihr vor dem Einschlafen eine Gruselgeschichte zu erzählen. Er beginnt mit einer langwierigen Geschichte, die Celeste aber langweilig findet. Während auf der rechten Seite der Comic weitergeht, sehen wir links eine Art Gemälde mit einer Brücke, auf der ein Mädchen einem Gespenst begegnet. Auf der nächste Seite brät ein Mädchen Froschbeine in einer Pfanne und hinter ihr liegt eine riesige Kröte. Aber Celeste hat mal eine Babykröte gefunden und findet diese Tiere niedlich, wieder wird nichts mit dem Grusel. Währen Boris eine Geschichte von einer gefährlichen Fledermaus erzählt, schläft Celeste ein, doch das ist nur gespielt und sie erschreckt ihren Bruder mit einem „Buh“. 
    So geht es weiter, bis beide einschlafen und die Eltern nach Hause kommen.
    Das Besondere an diesem Buch sind die unterschiedlichen Illustrationen, einmal die kleinen Comics und zum anderen die aufwendig gemalten Bilder. Mich hat diese Mischung sehr fasziniert und ich denke, dass auch Kinder davon begeistert sein werden. Die humorvolle Geschichte, die davon lebt, dass das kleine Mädchen keine Angst bekommt, obwohl der große Bruder sich sehr müht. Sie dagegen am Ende eine wilde Geschichte erzählt, bei der der Bruder einschläft. Geschwisterliebe, wie sie im Alltag vorkommt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Einmal Doppelknuddel, bitte

    Einmal Doppelknuddel, bitte

    Alicia Acosta

    Esther Burgueno

    Von Hacht

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Das Kind auf dem Cover hält die Hände seiner beiden Eltern und lächelt glücklich. Dann zeigt es uns, wie der Doppelknuddel aussieht. Mama und Papa umarmen und küssen sich und das Kind ist zwischen ihnen eingeklemmt. 
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    Aber leider hat sich etwas im Verhältnis der Eltern geändert, sie streiten und geknuddelt wird nur noch einzeln. Und dann ist es so weit, die beiden trennen sich. Da sucht das Kind die Schuld bei sich und hat viele Fragen und die Wichtigste lautet „Habt ihr mich etwas nicht mehr lieb?“ Beide Eltern erklären liebevoll, dass sie das Kind NIE allein lassen werden und es immer liebhaben. Danach kommt die Trauer, aber auch da finden die Eltern tröstende Worte. Danach versucht das Kind, die beiden wieder zusammenzubringen und erklärt ihnen, wie toll der jeweils andere ist. Aber trotzdem werden die Eltern zukünftig nur Freunde sein, was nicht bedeutet, dass sie nicht zusammen eine Familie bleiben werden.
    Die Geschichte beschreibt aus Sicht des Kindes die Trennung der Eltern, mit allen Gefühlen, die dabei eine Rolle spielen. Die einfachen Zeichnungen auf weißem Hintergrund bilden sehr gut diese Gefühle ab. Da stehen die Eltern, die sich gerade noch schmatzend geküsst haben, Rücken an Rücken. Beide halten ein Smartphone in der Hand mit dem Icon „Mülleimer“. Da ist der traurige Mund des Kindes eine Schlangenlinie oder schreiend weit geöffnet. Oft ist es in Verkleidung zu sehen und ich kann nicht wirklich das Geschlecht festmachen, so werden sich alle Kinder angesprochen fühlen. Obwohl es hier um eine Familie mit Vater-Mutter-Kind handelt, werden andere Formen der Familie erklärt. Ein wirklich sehr gelungenes Bilderbuch zum Thema Trennung.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kalle will nicht knudeln

    Kalle will nicht knudeln

    Jule Wellerdiek

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mit großen runden Augen schaut uns Kalle vom Cover aus an. Seine Vorderpfote schauen aus einem grünen Anzug mit vielen bunten Stacheln hervor. Zwei andere Hundeschnauzen schauen ihn an. 
    Ale der kleine knuddelige Kalle in den Park kommt, laufen alle anderen Hunde auf ihn zu, sie rufen seinen Namen und nennen ihn „Kuschelfreund“ und rufen eine „Knuddelattackeee!“ aus.
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    Obwohl Kalle seine Freunde mag, möchte er am liebsten wegrennen. Wieder zu Hause sieht er im Spiegel, wie weich und flauschig er auf die anderen wirkt. Da fällt sein Blick auf den Kaktus auf der Fensterbank und er überlegt, dass den niemand knuddeln möchte. Deshalb betritt er am nächsten Tag mit dem grünen stacheligen Anzug den Park.
    Sowas kennen sicher die meisten Kinder, dass Erwachsene sie gerne drücken, ihnen über die Haar streicheln oder sie sogar küssen. Keiner überlegt, ob er das wohl gerne hätte, wenn andere das mit ihnen machen würden. Meine Enkel kuscheln alle gerne, aber es muss ihnen passen und das finde ich richtig so. Manchmal ist ihnen eben einfach nicht danach und das muss man als Erwachsener respektieren. Im Buch besprechen die Hunde Situationen, die ihnen auch nicht behagen und sicher können die Kinder noch viele davon nennen.
    Ich denke, dieses Buch kann uns Erwachsenen Denkanstöße geben, den Kindern macht das Vorlesen der kurzen Texte und das Anschauen der liebenswertes Bilder einfach Spaß.

    Dagmar Mägdefrau
  • 9 kleine Menschen

    9 kleine Menschen

    Regina Feldmann

    Martine Stuhlberger

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sind die neun kleinen Menschen zu sehen. Es sind Jungen und Mädchen mit unterschiedlicher Hautfarbe, zwei tragen Brillen und zwei nutzen Gehhilfen. 
    „Neun kleine Menschen kommen heute raus.“ - War zunächst für die Kinder nicht so leicht zu verstehen, erst als ich auf die Bäuche der abgebildeten Frauen hinwies, bekam der Satz einen Sinn.
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    Auch die acht Frauen sind sehr unterschiedlich im Aussehen, eine sitzt im Rollstuhl, eine hat einen Hund dabei. Und dann sehen wir sie, die neun Babys, eine Frau hat Zwillinge bekommen. Schlafend, manche auf dem Arm ihrer Mütter, sind die satten Säuglinge abgebildet. Dann geht es mit Kinderwagen und im Tragegurt durch die Stadt, ein Kind wird vom Papa ausgeführt und ein anderes von der großen Schwester. In der Bahn sitzen alle auf dem Schoß. „9 kleine Menschen werden in Familien groß.“ bildet ganz unterschiedliche Familien ab. Im Laufe des Buches werden die Kinder größer und eine Gruppe im Kita-Alter liest das Buch, das wir auch lesen und weiß, dass sie Freunde fürs Leben bleiben werden.
    Ganz kurze gereimte Sätze, die immer mit „9 kleine Menschen“ beginnen, machen das Buch zum Vorlesespaß für unsere Kleinen. Es gibt eine Menge zu entdecken, denn die Illustrationen zeigen die kleinen Menschen in den verschiedensten Situationen. Wir können ein bestimmtes Kind im Auge halten und auf jeder Seite suchen, die Mütter zuordnen und einfach schauen, was die Neun so erleben.

    Dagmar Mägdefrau
  • Alle weg

    Alle weg

    Yvonne Hergane

    Christiane Pieper

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Seit „Einer mehr“, dem absoluten Lieblingsbuch meiner vier Enkelkinder, warte ich auf ein gleichwertiges Buch. Mit „Alle weg“ hat Yvonne Hergane sich wohl noch gesteigert. Die wilden Kinder sind uns gleich ans Herz gewachsen. 
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    Auf dem Cover sehen wir Kai, der sich die Augen zuhält, während die anderen Kinder loslaufen, um sich zu verstecken. Auf der ersten Doppelseite sehen wir dann auch alle „zehn wilde Kinder.“ Danach planschen alle mit nackten Füssen in einem Bach und jedes einzelne lohnt sich anzuschauen, so fröhlich sind sie unterwegs. Nachdem sich Lou hinter einem Stein versteckt, sind es dann nur noch acht und die gehen zu den Ziegen. Diesmal taucht Thea ins Heu ab und so kann der Text mit „Sieben wilde Kinder“ beginnen. Die Verstecke sind sehr einfallsreich gewählt und so verschwindet Jonas als letztes Kind hinter einer Tanne. Auf der letzten Seite geht Kai auf die Suche und hinter den Klappen finden sich die anderen Kinder. „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht und neun, hurra! Noch Kai dazu, zehn wilde Kinder. Alle wieder da!“
    Neben den niedlich und doch frech wirkenden Kindern auf den Illustrationen, lieben wir alle die Reime, die so schnell ins Ohr gehen, dass alle Enkel (2 ½- 6 Jahre) den Text mitsprechen. Das fördert die Sprache, Wort und Bild werden verbunden und was das Wichtigste ist, wir haben alle einen Riesenspaß. Ich freue mich schon jetzt, wenn ich das Buch bei Vorleseaktionen Kindern vorlesen kann. So haben wir jetzt wieder ein neues Lieblingsbuch. Danke Yvonne Hergane und Christiane Pieper, ihr seid ein tolles Team!

    Dagmar Mägdefrau


  • Große sind Schisser

    Große sind Schisser

    Sybille Hein

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir einige der Erwachsenen, die ängstlich zu uns herüberschauen, während die Kinder fröhlich unterwegs sind. Auf dem Hof steht eine alte Badewanne, die wohl als Sofa genutzt wird, darin drei Kinder und die Frage „Wusstet ihr, dass Erwachsene Schisser sind?“ 
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    Man sieht durch die Fenster einige Erwachsene, eine Frau hängt Wäsche auf. Es folgen andere Begriffe für ängstliche Menschen bis zu Hosenscheißerin, der mir nicht so gut gefällt, den die Kinder sicher feiern werden. Dann lernen wir anhand von Familienfotos „meine“ Familie (Frauen mit Kopftuch), Adams Familie (bis auf Opa nur Frauen oder ist die Person mit Brille doch ein Mann?) und Neles Familie (mit blonden Haaren und Krawatte). Von Onkee Baran erfahren wir, dass er trotz seiner körperlichen Stärke Angst vor dem Zahnarzt hat. Tante Neles Herz schlägt ängstlich, wenn sie am Freitag, den 13. eine schwarze Katze sieht. Die Eltern haben Angst, wenn sie die Kinder klettern sehen, und die Erzählerin stellt fest, „Hasenfüße, wo man hinguckt.“
    Im Laufe des Buches versuchen die Kinder die Erwachsenen von ihren Ängsten durch Konfrontation zu befreien. So wird die Angst vor Bärten dadurch, dass alle Kinder mit Bärten auftauchen, verharmlost und schließlich von Frau Wuttke, die eigentlich sehr nett ist, überwunden.
    Leider muss ich gestehen, dass mir der Sinn des Buches etwas unverständlich ist. Sicher ist es gut, sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen, aber ob das die richtige Methode ist? Selbstbewusst endet das Buch mit dem Satz „Erwachsene sind solche Schisser. Gut. Dass wir Kinder ihnen hin und wieder ein bisschen Mut in ihre Köpfe und Bäuche schnipsen.“
    Die Illustrationen gefallen mir gut, weil sie die geschilderte Situation gut einfangen und die Bilder Atmosphäre haben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wenn der Wind vom Meer erzählt

    Wenn der Wind vom Meer erzählt

    Sonja Stangl

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover, das in zarten Rosatönen gedruckt ist, zeigt den Bär und das Mädchen, das uns die Geschichte erzählt.
    Der alte Bär tauchte eines Morgens auf dem Hügel auf, er sitzt zusammengesunken auf einer Bank. Die Menschen pilgern zu ihm und stellen ihm Fragen, aber er antwortetet ihnen nicht. Aber das Mädchen kann ihn nicht vergessen, sie sieht ihn morgens und abends, wenn sie aus ihrem Fenster schaut.
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    Sie weiß, wenn sie furchtbar laut ist, reagieren die Leute auf sie. So baut sie ein Art Flüstertüte und spricht dadurch zu dem Bären. Und wirklich, das alte Tier ist schwerhörig und leidet darunter, dass es die Geräusche, die ihm so wichtig waren, nicht mehr hört. Jetzt wird das Sprach- zum Hörrohr und die beiden erleben zusammen viele schöne Geräusche.  
    Mit kleinen kurzen Sätzen wird die Geschichte erzählt und die Bilder zeigen zart und eindrucksvoll die Freundschaft des Mädchens mit dem Bären. Besonders gut gefällt mir ein Bild, da reiten die beiden ganz klein auf einer riesigen Hummel „Und dass Dinge viel größer klingen können, als sie aussehen.“ Ein poetisch, schöner Satz.

    Dagmar Mägdefrau

  • Hennys bester Freund

    Hennys bester Freund

    Satoe Tone

    Jumbo Verlag

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Henny ist ein eiriger Hase mit einer sehr tief sitzenden Hose. Er wohnt in einem riesigen Apfel und er findet an einem Regentag ein Ei. Mit diesem Ei verbindet ihn schnell eine große Freundschaft. Die beiden tragen eine rote Schleife, essen zusammen und machen auch sonst alles gemeinsam. 
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    Auch Hennys Freunde sind jetzt gemeinsame Freunde. So leben die beiden sehr glücklich miteinander. Bis dann die Henne auftaucht und ihr Ei einfordert. So bleibt Henny allein zurück und ist ganz traurig. Doch irgendwann taucht das veränderte Ei wieder auf und die beiden „waren glücklich, wieder zusammen zu sein.“
    Die Illustrationen dieses Buches sind einfach zauberhaft, während die Geschichte mich doch etwas verwundert. Sie fängt zwar mit „Es war einmal" an, aber die Freundschaft zu einem Ei finde ich doch etwas abstrus. Zudem ist ein laufendes und essendes Ei, das nach so vielen Tagen noch ausgebrütet werden kann, für mich befremdlich. Ich weiß, meine Enkelin könnte die Stelle, wo das Ei weg ist und Hennys Trauer beschrieben wird, nicht ertragen. Ich weiß nicht, ob sie dann das Happy End noch erleben wird oder vorher weinend das Buch zuschlägt. Eine Geschichte von einer ungewöhnlichen Freundschaft, die mich nicht überzeugt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Wortschatz

    Der Wortschatz

    Rebecca Gugger

    Simone Röthlisberger

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Book Cover Award

    Oskar wühlt in seiner Schatztruhe und wirft jede Menge Wörter hinter sich. Auf dem rosa Einbandpapier stehen schon viele, nicht alltägliche Wörter. Und dann marschiert Oskar mit seinem Spaten pfeifend los.
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    Beim Buddeln findet er eine prächtige Holztruhe und er überlegt sich, was da alles drin sein könnte, aber erst benötigt er Werkzeug, um sie zu öffnen. Er ist dann wohl auch ein wenig enttäuscht, als er die vielen Buchstaben in der Truhe entdeckt. Da nimmt er einfach ein Bündel und wirft es hinter sich. „Quietschgelb“ hieß das Wort und der Igel, dem es auf den Kopf gefallen ist, nimmt diese Farbe an. Oskar macht einige Experimente mit anderen Worten und die Ergebnisse sind schon erstaunlich. Doch irgendwann ist die Kiste leer und Oskar steht wortlos davor. Jetzt ist es an Oskar, sie wieder zu füllen.
    Die Geschichte ist voller Fantasie und wunderschöner Worte, die man kennt oder die man hier zum ersten Mal hört. Die Bilder sind sanft in Erdfarben gehalten und punkten ganz besonders in der Verwandlung durch Worte.
    Man bekommt Lust, selbst Worte zu finden, die man Oskar in die Kiste packen würde, und sich dann zu überlegen, wer sich durch die Worte wie verändern würde. Das weckt das Spiel mit der Sprache und die Fantasie.

    Dagmar Mägdefrau

  • Laufrad, Helm und Zebrastreifen  

    Laufrad, Helm und Zebrastreifen  

    Kerstin Völker

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 24 Monate

    Eine kleine Gruppe verschiedener Tierkinder steht am Zebrastreifen und wartet. Nach dem Gewusel vor der Kita beschließt die Erzieherin „Heute machen wir Verkehrserziehung!“
    Die Kinder ziehen ihre Warnwesten an und die Erzieherin baut eine Spielstraße auf. Zuerst geht es über die Ampel, da kennen sich die Tierkinder schon aus.
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    Die Kinder, die Fahrzeuge nutzen, tragen einen Helm, es wird genau beschrieben, wie der gut sitzt. Stoppschild, Zebrastreifen und wie man sich beim Überqueren der Straße verhält sind die nächsten Themen. Aber nicht immer läuft alles glatt, da gilt „Immer aufmerksam sein – Augen auf!“
    Aber auch das Bremsen will gelernt sein. Da muss die Erzieherin, eine Giraffe, die Trillerpfeife nutzen. Am Ende gibt es eine Urkunde und der kleine Leser/die kleine Leserin wird gelobt, weil er/sie sicher auch gut Bescheid wissen.
    Es ist wichtig, unseren Kleinen frühzeitig an den Straßenverkehr zu gewöhnen, je besser sie Bescheid wissen, umso sicherer verhalten sie sich. Diese Pappbilderbuch gibt Tipps und zeigt an Szenen aus dem Straßenverkehr, wie wir uns verhalten müssen, um genau so fit zu werden wie die kleinen Tierkinder.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Maus hat einen neuen Freund

    Die Maus hat einen neuen Freund

    Marc-Uwe Kling

    Astrid Henn

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Eine etwas größeres quadratisches Pappbilderbuch zeigt die Maus, die auf dem Kopf einen Tieres sitzt, von dem man die Augen und eine schuppige Haut sieht. Auch die erste Doppelseite zeigt von diesem Freund nur eine Pfote und etwas Bein. 
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    Doch dann sieht man die beiden beim „Wolkenkino“ und man sieht den riesengroßen Dino im blaugestreiften Rollkragenpullover. Am Himmel Wolken, die wie Tiere aussehen und die die Kinder begeistert benennen. Gemeinsam sind die beiden unterwegs und es ist zu schön zu sehen, wie eine winzige und eine große Zunge am Eis schlecken. Sie wippen und hören Musik, der Dino wird zum Gespenst oder versteckt sich, obwohl die Maus meist gewinnt. Sie feiern Geburtstag mit Freunden und einer rosa Torte, die die Maus aufschneidet. Doch als der Dino die Maus bei ihren Eltern besuchen will, gibt es ein Problem, das die Mäusemama lösen kann. So liegen die beiden Freunde am Ende schlafend unter dem Sternenhimmel. „Die Sterne funkeln, der Mond, der lacht, träumt was Schönes. Gute Nacht.“
    Ein schönes Ende für eine Gute-Nacht-Geschichte, die ich den ganzen Tag vorlesen kann und werde. Wundervolle Reime, die gut über die Zunge gehen, den Kindern und mir gefallen und einfühlsame, klare Bilder, die wir gerne anschauen.
    Ein gelungenes Pappbilderbuch!

    Dagmar Mägdefrau
  • Café Käfer  

    Café Käfer  

    Marie Gamillscheg

    Anna Saubauer

    leykam:

    Leseempfehlung ab 4 Jahre

    Umwelt-Jahresempfehlung 2024 der Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

    Das Café Käfer ist ein besonders Café, es ist winzig und kaum zu finden, denn es ähnelt einem Champignon. Die Käferfrau Karli führt das Lokal und bei ihr kann man die „besten Partys im ganzen Insektenuniversum feiern.“ Doch leider ist zurzeit wenig Betrieb und das liegt daran, dass ein Menschenhaus auf eine Wiese gebaut wurde. Das führte zum Konkurs des Insektenhotels und die Käfer wurden durch die schlechte Luft ständig krank. 
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    So sitzen nur zwei Hirschhornkäfer und drei Kartoffelkäfer an den Tischen und an der Theke sitzt Tassa, der Tausendfüßler. Das ist meine Lieblingsfigur, denn der kann mehrere Bücher auf einmal lesen, hin und wieder gibt er die gelesenen Informationen an die anderen weiter. So erfahren wir, dass „jedes Jahr 150 Tier- und Pflanzenarten verschwinden.“ 
    Karli überlegt mit ihren Gästen, wie das Café wieder in Schwung kommen kann. So wird zunächst Lavendel gesät, das lockt die Wildbienen an und wir erfahren einiges über sie und die Bestäubung. Nach und nach füllt sich das Café wieder mit Leben und es ist toll, was die Tiere alles als Deko für ihre Party nutzen.
    Das Buch ist voller toller Ideen und es ist schön zu sehen, wie die Tiere miteinander planen und feiern. Die eindrucksvollen Illustrationen zeigen einfach gezeichnete Tiere, die gut zu erkennen sind. In den Texten stecken viele Informationen über Insekten und andere Tiere und am Ende werden die Tiere uns noch einmal gesondert vorgestellt. Ein Besuch im Café Käfer lohnt sich auf jeden Fall.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Zähne putzen, baden, Pipi machen – Körperpflege ist nicht schwer

    Zähne putzen, baden, Pipi machen – Körperpflege ist nicht schwer

    Katja Reider

    Sabine Kraushaar

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Vergnügt sitzt unser kleiner Hase in der Holzwanne, spielt mit seinen Badetieren und hat Badeschaum zwischen seinen Ohren. Papa Hase weckt Hoppel mit einem Küsschen und der kleine Hase saust sofort aufs Klo. Hier sehen wir ihn sitzen und wenn wir klappen, wäscht er sich brav die Hände. 
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    Mit den neuen Waschlappen in Froschform waschen sich die Hasengeschwister, da fragt Hoppel „Wieso waschen wir uns morgens eigentlich?“ Hinter der Klappe lesen wir Mamas Antwort vor. Bürsten mag Hoppel auch zuerst nicht, doch dann bewundert er sein glänzendes Fell. Nach dem Frühstück werden die Zähne geputzt und dann geht es raus zum Spielen. 
    Eine niedliche Hasenfamilie lernen wir in diesem Pappbilderbuch kennen, wir begleiten sie einen ganzen Tag und mit einem besonderen Augenmerk auf die Hygiene. Ganz nebenbei wird erklärt, warum Zähne putzen und Pfötchen waschen wichtig ist. Durch die Klappen entdecken die Kleinen auf jeder Seite etwas.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ist unser Wald in Gefahr?

    Ist unser Wald in Gefahr?

    Karin Jenta

    Katrin Dageför

    Zaradiso Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    6 Kurzgeschichten zum Nachdenken

    Paula und ihr Vater schauen sich im Wald die 1000jährige Eiche an und denken über das Klima nach. Zwei vierzehnjährige Jungs joggen durch den Wald und machen sich Gedanken über ein Waldstück, in dem es gebrannt hat.
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    Von einem Förster erfahren Lilly und ihr Vater viel über Borkenkäfer. Eine Klasse bekommt viele Informationen über Pilze, die den Bäumen schaden oder nützen können. Jonas Klasse hilft mit, den Müll im Wald zu sammeln, und rettet einen kleinen Vogel aus einem Netz. Bei einem heftigen Sturm wird ein Baum sehr beschädigt und Emma hofft, dass der Baum weiterleben wird, und sie freut sich über das Pflanzen neuer Bäume.
    In dieser Broschüre werden viele Aspekte zum Thema Baum und Wald angesprochen. Es geht um die Klimaerwärmung, Unachtsamkeit, die zum Waldbrand führt, wilden Müll, Käfer und Pilze, die den Bäumen schaden, und um Stürme, die den Bäumen zusetzen. Der Text der sechs Geschichten ist für Dreijährige zu lang, da können auch die vielen erklärenden Bilder nicht helfen, aber für ältere Kinder sind die Themen sehr interessant gestaltet.

    Dagmar Mägdefrau

  • Zwei starke Generationen

    Zwei starke Generationen

    Karin Jenta

    Tatjana Beimler

    Zaradiso Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Kurzgeschichten über Begegnungen zwischen Alt und Jung

    Das Cover zeigt zehn Personen unterschiedlichen Alters an einem Brunnen, ein älterer Herr hat einen Herzchenluftballon in der Hand.
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    Paul besucht seine Oma Helga und möchte von ihr wissen, was sie als Kind gespielt hat. Sie hatte nur eine Zelluloidpuppe und berichtet vom Murmelspiel. Lisas Hund entdeckt eine weinende alte Frau auf einer Parkbank. Die Frau hat Vertrauen zu dem Mädchen und erzählt ihr von ihrem Problem und Lisa bringt sie wieder zurück ins Heim. Florian erzählt seinem über achtzigjährigen Opa von der Partnervermittlung im Internet, nachdem der alte Herr zunächst abwiegelt, kommt es doch noch zu einem Rendezvous. Oma Lena wohnt im Seniorenhaus und geht mit ihrer Enkelin Gila Kleider für eine Tanzveranstaltung kaufen. Zufällig rempelt Matthias mit seinem Skateboard den ehemaligen Lehrer seiner Mutter an, der gibt ihm praktische Tipps, wie er den Jungs, die ihn mobben, begegnen soll. In der letzten Geschichte treten Senioren und Kinder bei einem Fest gemeinsam als Chor auf.
    Die Geschichten erzählen lebhaft aus dem Alltag von Senioren, die auf Kinder oder Jugendliche treffen. Ich finde besonders in der ersten Geschichte die Bilder sehr altmodisch, so alte Frauen haben kaum so kleine Enkel, das sind dann eher Urenkel. Das Lesealter müsste höher angesetzt werden, den meisten Dreijährigen sind die Geschichten noch zu lang und auch die Themen, wie z.B. Partnersuche ist für sie nicht interessant.

    Dagmar Mägdefrau
  • Schwarze Liese

    Schwarze Liese

    Anne M. G. Schmidt

    Anneliese van Haeringen

    Mabuse-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das schwarze Huhn, von dem dieses Gedicht erzählt ist, groß auf dem Cover zu sehen. Unter dem Titel sieht man es mit rigoros in die Hüften gestemmten Flügeln und hoch erhobenen Hauptes oder Schnabels. 
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    „Es war einmal…“ so beginnt der Text und zunächst wird Liese vorgestellt, leider „jammert sie den ganzen Tag“, denn sie „sehnt sich nach Tüpfeln auf dem Kleid“. Ja, da ist es dumm, wenn man einfach nur schwarz ist. Doch dann beschließt sie, dass man die schwarzen Tüpfel auf dem schwarzen Kleid einfach nicht sieht. So verkündet sie den anderen Hühnern und dem Hahn ihre neue Erkenntnis. Doch die lachen sie nur aus. Da wurde die schwarze Liese traurig und „fiel in eine depressive Krise.“ Sie aß und trank nicht mehr und legte deshalb auch keine Eier. Irgendwann fiel sie um und wurde für tot erklärt und sollte begraben werden. Am Grab sprach der Hahn wundervolle Worte über die von allen geliebte Lise. Als er mit den Worten „Sie war im schwarzen Tüpfelkleid das schönste schwarze Huhn.“ schloss, meldete sich die Totgeglaubte.
    Das Gedicht lässt sich wunderbar lesen und die Illustrationen sind sehr passend. Wie schön, dass die depressive Liese so einfach durch die Anerkennung der anderen Hühner fröhlich wurde.

    Dagmar Mägdefrau