• Papa ist überall – Wenn ein Elternteil geht und die Trauer bleibt

    Papa ist überall – Wenn ein Elternteil geht und die Trauer bleibt

    Émilie Chazerand

    Sébastien Pelon

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    „Seit Papa nicht mehr bei uns ist, ist er einfach überall.“ So beginnt das Buch, in dem uns der kleine Junge von seinem Verlust erzählt. Er sitzt ganz klein auf einem kleinen Hügel und fast wie ein Wolke ist der Kopf seines Vater sehr groß am Himmel zu sehen. Auf einer dunkelblauen Seite sehen wir den Jungen als Dino verkleidet, das Blau symbolisiert die Tintenpfütze, die ohne Vater alles ausfüllt und Papa ist verschwunden, wie die Dinosaurier. 
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    Er findet, er hat das nicht verdient und ist wütend und möchte sich am liebsten schlagen. Im Schlaf verspricht Papa „Ich bin immer in deiner Nähe.“, doch nach dem Aufwachen ist er einfach nur unglücklich, und erzählt auf, was er alles mit Papa gemacht hat. Doch dann erkennt er seinen Vater in ganz vielen alltäglichen Dingen und „im Sommer begleitet mich Papa in meinem Schatten, wohin ich gehe.“ 
    Die Erkenntnis, dass Papa überall ist, ist ein großer Trost für den Jungen und dieser Trost kann uns alle die Trauer besser ertragen lassen. Der Verlust des geliebten Menschen macht uns immer noch traurig, aber wenn wir ihn bei uns wissen, erleichtert es uns die Trauer ein wenig.
    Ein wundervolles Buch für Kinder (aber auch für Erwachsene), die verstehen lernen, dass der Tod nicht bedeutet, dass dieser Mensch nicht in unseren Herzen bleibt. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
    
  • Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuch über Abschiednehmen und Trauer

    Mamas roter Pullover – Ein Bilderbuch über Abschiednehmen und Trauer

    Jayde Perkin

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen, dass den Tod ihrer Mutter erleben muss.
    Sie verabschiedet sich am Krankenbett zusammen mit ihrem Vater von ihrer mit dem Satz „Wir haben dich so lieb.“ Als am nächsten Tag das Telefon schellt, sagt Papa nach dem Gespräch „Sie ist von uns gegangen.“ Das Mädchen sitzt weinend im Bett und schaut sich ein Bilder an auf dem sie als Baby mit den Eltern zu sehe ist. 
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    Erst kommen viele Blumen und Karten, dann folgt die Beerdigung. Das Mädchen steht mit einem Blumenstrauß von Mamas Lieblingsblumen inmitten von Mensch, die auch trauern, zu lesen sind Bemerkungen, wie sie in solch einem Fall gesagt werden. In der Zeit danach spürt sie einen dunklen Schatten und ihr Vater bezeichnet den Zustand, den sie beschreibt als Trauer. Ihm geht es genauso. Obwohl sich alle kümmern, fühlt sie sich allein. Da fällt ihr Mamas roter Pullover in die Hände und er biete ihr erstmal Trost.
    Die Bilder in den Buch sind einfach gestaltet und zeigen sehr genau die Gefühle, was mir nicht so gut gefällt, ist dass die Figuren immer nur einen gebogenen Strich als Auge haben. Mir hätten Pupillen besser gefallen. Die Textteile sind nicht sehr lang, sagen aber alles, was die Trauer des kleinen Mädchens erklärt.
    Ein sehr einfühlsames Buch, dass keine Lösung zur Hand hat, aber Hoffnung gibt.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

    In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre deutsche Geschichte

    Kathrin Wolf

    Isabel Kreitz

    Gerstenberg

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Mit „einem alten Haus in Berlin" beginnt die Geschichte, als die Familie Schwartz im Jahr 1871 erstmals in das Gebäude einzieht, das nun ihr eigen ist. Unten betreibt Karls Vater eine Apotheke, und von diesem Zeitpunkt an verfolgen wir das Leben der Familie sowie ihrer Nachkommen, die mit den vielfältigen Veränderungen im Haus und insbesondere in der sich wandelnden Welt konfrontiert werden. Die Erzählung erstreckt sich über die klassischen Etappen der Geschichte, darunter die Kriege von 1870 sowie die beiden Weltkriege, die Nachkriegszeit, den Mauerbau und -fall sowie die Herausforderungen der Moderne.
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    Jede Generation führt uns durch ein neues Familienmitglied in das Leben im Haus ein. Nach Karl übernimmt seine Tochter Martha die Erzählung ab 1914. Später folgt ihre Schwester Anna, ab 1933 übernimmt Marthas Sohn Hans die Rolle des Geschichtenerzählers, begleitet von seiner Schwester Ursula und so weiter, bis in die Gegenwart. Falls Leser*innen bei den vielen Namen und Familienmitgliedern durcheinanderkommen, bietet der Stammbaum am Anfang eine nützliche Übersicht zur Überprüfung und Verknüpfung der Beziehungen innerhalb der Familie.
    Das Buch präsentiert sich in beeindruckender Größe, und die Seiten nach den Erzählungen der Kinder sind wie lebendige Wimmelbilder gestaltet, die zahlreiche Details bieten. Ein sachlicher Text zur jeweiligen Zeit wird begleitet von einem Sammelsurium an Bildern, Illustrationen und Aussagen von Menschen, die den Zeitgeist dieser Ära einfangen. Die Fülle an Informationen kann dabei überwältigend wirken, daher würde ich ein epochenweises Lesen empfehlen. Ein schnelles Durchblättern würde auch gar nicht den schönen Illustrationen gerecht werden, da findet man nämlich immer wieder etwas Neues. 
    Wer schnell viel Geschichte aufsaugen will, ist mit dem Buch nicht unbedingt bedient. Durch die Mischung von Sachbuch, Illustrationen und perspektivischem Erzählen bekommt man zwar viel Abwechslung, allerdings kann das meiner Meinung nach auch zu einer Reizüberflutung führen.
    Schön fand ich auch, die Geschichte anhand eines Hauses zu zeigen, da sieht man doch, wie viel sich in kurzer Zeit ändern kann. Im Buch wird auch erzählt, was inzwischen mit dem Haus geschehen ist, die Entwicklung fand ich sehr spannend.
    Besonders wissbegierige Leser*innen werden zudem das Glossar am Ende des Buches schätzen, dass die wichtigsten Begriffe übersichtlich auflisten.
    
    Raphaela Brosseron
    
    
  • Die Märchenbahn

    Die Märchenbahn

    Rolf Krenzer

    Sita Jucker

    Bohem

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Leinen gezogenen Cover sieht am die rote Märchenbahn mit den Engelbildern und viele kleine Nikoläuse und einige Engel. Vorne im Fahrerstand ist ein Nikolaus zu sehen, der die Bahn fährt. 
    Wie wir bald erfahren, ist dieser Nikolaus der Vater von Beat, der das ganze Jahr Straßenbahnfahrer ist. Aber in der Vorweihnachtszeit verkleidet er sich als Nikolaus und fährt die Kinder durch die Stadt.
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    Natürlich wollen alle Kinder mit der Bahn fahren und weil Beat der Sohn ist, darf er öfter mal mitfahren. Aber nicht zu oft, sonst sind die anderen Kinder neidisch, sagt der Vater. Aber die Mutter hat eine Idee und so fährt am nächsten Tag ein kleiner Nikolaus mit. Allerdings wollen auch die Schwester und Freunde mitfahren und so werden es bald fünf kleine Nikoläuse. 
    Aber der Vater beendet die weitere Vermehrung der kleinen roten Nikoläuse, dafür wird die Bahn einmalig am Montagabend für Beats Schulfreunde fahren und so endet das Buch mit einem wunderschönen Winter-/Weihnachtsbild, die beleuchtete Bahn fährt über eine Brücke und die Schneeflocken fallen auf die Stadt. Durch die hellen Fenster der Bahn sieht man viele kleine Zipfelmützen. 
    Ich denke, alle werden fragen, wo denn diese schöne Bahn fährt, und alle wollen mitfahren und die wundervolle Weihnachtsstimmung genießen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Mein Freund, der Weihnachtsbaum

    Mein Freund, der Weihnachtsbaum

    Bethan Welby

    atlantis

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Sterne auf dem Cover leuchten silber blinkend und der Junge im gelben Mantel hat einen Tannenbaum auf seinem Schlitten. Diesen Tannenbaum hat Brian im Januar am Straßenrand gefunden. Er hat ihn mit nach Hause genommen und wie einen Freund behandelt. Der Baum saß mit am Tisch, schaute mit der Familie fern und kam mit in die Wanne. Die Familie war nicht erfreut, aber Brian fand das gut. Erst, als der Baum auch in seinem Bett lag, „war keiner mehr glücklich.“
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    So brachte Brian den Baum wieder nach draußen. Einsam steht er in der grauen Nacht. Aber der Junge hat einen tröstlichen Traum. Tiere schmücken die kleine Tanne festlich. Als Brian am nächsten Tag aus dem Fenster sieht, war „der Baum nicht mehr allein.“ Sein Traum hatte sich erfüllt. 
    Im nächsten Jahr wird Brian seinen Freund wieder ins Haus einladen.
    Das traurige Gefühl, wenn ich einen Baum nach Weihnachten am Straßenrand stehen sehe, kenne ich auch. Dieser kleine Junge handelt und kümmert sich um das Bäumchen.
    Der Text ist kurz und die Bilder unterstützen die Erzählung hervorragend. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kleine Schneeflocke   

    Kleine Schneeflocke   

    Benji Davies

    Aladin

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Eine kleine Schneeflocke, die vom Himmel fällt,
     möchte gerne selbst einen schönen Platz zum Landen finden und bleibt 
    deshalb lange in der Luft. Noëlle, die mit ihrem Opi in der Stadt 
    unterwegs ist, bestaunt einen bunt geschmückten Tannenbaum in einem 
    Fenster. Auch der Schneeflocke gefällt dieser Baum, gerne würde sie auf 
    seiner Spitze landen. Doch der Wind treibt sie immer weiter. 
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    Das Mädchen schmückt zu Hause mit ihrem Opi liebevoll ein kleines Bäumchen, dass sie auf die Fensterbank nach draußen stellt. Über Nacht fällt Schnee und die kleine Schneeflocke hat sich auf die Spitze von Noëlls Bäumchen gesetzt.
    „Die kleine Schneeflocke fing das Sonnenlicht auf und leuchtet hell wie ein Stern.“
    Auch für kleine Schneeflocken lohnt es sich beharrlich zu sein. Ein Weihnachtsbuch schönen Bildern, das eine ungewöhnliche Geschichte erzählt.
    
    Dagmar Mägdefrau 
  • Bo und Lars – Eine unerwartete Freundschaft

    Bo und Lars – Eine unerwartete Freundschaft

    Kashelle Gouley

    Skylar Hogan

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Bo ist ein kleines Mädchen, dass alleine in der Arktis wohnt. Ich muss sagen, meiner Enkeltochter brauche ich das Buch nicht vorlesen. Ein Mädchen, das dort ohne Mama und Papa wohnt, würde bei ihr nur zu Verzweiflung und Tränen führen. Mein Enkel hat diese Probleme nicht und er mag das Buch sehr.
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    Lars ist ein Eisbär, der ebenfalls alleine am Nordpol wohnt. Da er ein schlechter Jäger ist und auch die Klimaerwärmung das Jagen erschwert, stürzt er sich auf Bo und zerstört dabei ihren Iglu.
    Doch Bo ist stark und kann sich gegen den Eisbären wehren und sie zwingt ihn, ihr Heim wieder herzustellen. Dafür verspricht sie ihm Futter.
    Mit kurzen Texten und eindrucksvollen Bildern zeigt uns dieses Bilderbuch einiges über das Schmelzen des Eises, aber auch über Freundschaft und dass das Leben zu zweit vielleichht nicht ganz so hart ist. 
    Hinten im Buch gibt es noch kurze Sachtexte zum Thema „Artis und Klimawandel“ und „Eisbären“. 
    Eine ungewöhnliche Art, diese Themen anzugehen, aber durchaus lesens- und anschauenswert.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Momo – Ein Bilderbuch

    Momo – Ein Bilderbuch

    Michael Ende

    Simona Ceccarelli

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zum 50. Jubiläum bringt der Thienmann-Verlag dieses wundervoll bebilderte Bilderbuch über das Mädchen Momo heraus. Es erzählt ganz ruhig mit wenigen Worten, wie das in einem Amphitheater wohnende Mädchen eines ganz besonders kann. Sie kann zuhören. So hört sie Gigi, dem lebendigen Reiseführer, der immer neue Geschichten erzählt, zu, aber auch dem alten Straßenkehrer Beppo, der lange überlegt, bis er spricht.
    Sie bringt einen Kanarienvogel wieder zum Singen und die Leute werden zu ihr geschickt, wenn sie Probleme haben. 
    
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    Das Buch beschränkt sich auf die Szenen am Rande der Stadt und hebt in den Vordergrund, dass Momo eine besondere Begabung hat, den Menschen zuzuhören und ihnen damit zu helfen. 
    Heute, wo alle reden, posten und ihre Meinung kundtun, egal ob sie jemand hören will, ist eine Zuhörerin sicher etwas Besonderes. Wir sollten vielleicht alle in diesem Punkt von Momo lernen. 
    Liebhaber des Original-Momo-Buches werden möglicherweise von dieser Kurzfassung enttäuscht sein. Mich begeistern besonders die Bilder, die einfach nur wundervoll sind und eine Atmosphäre zeigen, die mich bewegt. Da wird man doch neugierig auf die ganze Geschichte und auch da gibt es ein schöne neue Ausgabe.
    
  • Das Nordlichtwunder

    Das Nordlichtwunder

    Yuval Zommer

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir Samen in ihrer klassischen Kleidung, die zum Himmel schauen. Neben ihnen stehen Rentiere und aus dem Wasser schauen Wale, daneben sind Papageientaucher zu sehen. Hinter dem Titel erstrahlt das Nordlicht. 
    „Wir sind die Lichter, die im Dunkeln wie Feuerwerke am Himmel funkeln.“ Dieser Satz erklärt einfach und doch genau dieses Phänomen. Die ganze Bandbreite der nordischen Tierwelt wird auf den Seiten diese Buches wunderschön abgebildet
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    Vor ihrer Jurte schauen die Menschen zum Himmel. „Jung und Alt, Groß und Klein sind vereint im Glitzerschein.“ 
    Über beide Seiten geht das Bild, neben den fröhlichen Tieren singen die Menschen vor Freude und Begeisterung. Man möchte mitsingen und freut sich über diese wundervollen Bilder, die die Atmosphäre so schön darstellen.
    Ein Naturphänomen, das wir nur ganz weit im Norden bestaunen können, wird hier in kurzen Reimen beschrieben und beeindruckend illustriert. 
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
  • Mein kunterbuntes Soundbuch – Weihnachtsgeschichten

    Mein kunterbuntes Soundbuch – Weihnachtsgeschichten

    Anna Taube

    Joanne Partis

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 24 Monate

    In der Kita wird gebacken und der kleine Text ersetzt einige Worte durch kleine Bilder. Diese Gegenstände sind auch auf dem großen Bild auf der anderen Seite zu sehen. Auf jede dieser Bilderseiten muss man den Sound durch Drücken eines Rotkehlchen aktivieren, dann kann man auf die orangen Punkte drücken, um den Sound hören zu können.
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    Leider ist der Ton sehr leise, auch meine Enkelkinder haben Probleme, alles zu hören. Die Gegenstände werden zuerst benannt und ein entsprechendes Geräusch ist zu hören. Aber leider sind auch hier die Kontakte sehr schwer, für Kinderhände zu bedienen. 
    Auf den nächsten Seiten geht es auf den Weihnachtsmarkt, hier erbeutet ein Hund eine Wurst. Danach besuchen wir den Nikolaus, der die Tieren im Wald beschenkt. Eine Schlittenfahrt wird dann unternommen und Weihnachten im Stall gefeiert. Auf der Rumpelburg bekommt der kleine Ritter einen Rasenmäher und die Maus pflegt den kranken Hurtig.
    Kleine Geschichten zu netten Bilder, aber leider keine kinderfreundliche Technik.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Frohe Weihnachten! – Mein liebstes Pustebuch

    Frohe Weihnachten! – Mein liebstes Pustebuch

    Maria Höck

    Aleksandra Szmidt

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 18 Monate

    Dieses Pappbilderbuch hat vier gestanzte Löcher, in denen ein Licht leuchtet, und zwar indem man in ein kleines Loch „Puste mal!“ pustet. Beim nächsten Pusten gehen die Lichter wieder aus.
    Auf dem Cover ist der Weihnachtsmann in seinem Schlitten zu sehen. Die erste Doppelseite zeigt die Mäusefamilie beim Plätzchenbacken, die Wildschweine basteln allerlei und die Biber packen die Geschenke ein. 
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    Alle schauen zum Himmel, dort ist der Weihnachtsmann mit dem Schlitten unterwegs. Die letzte Seite zeigt den Weihnachtsbaum mit den Geschenken und alle danken dem Weihnachtsmann und „pusten mal den Christbaum an.“
    Jede Seite wird mit einem Vierzeiler erklärt und zweimal werden die Kleinen aufgefordert, die Lichter anzupusten. Diese Lichter faszinieren die Kinder sehr. Wenn wir fremden Kindern vorlesen, macht es Spaß, mit so einem Buch zu locken. Mein zweieinhalbjähriger Enkel schafft es problemlos, durch Pusten die Lichter zu bedienen. Kleinere Kinder tun sich da noch etwas schwer, aber die kleinen Finger können den Kontakt auch auslösen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der kleine Kopfweh

    Der kleine Kopfweh

    Corinna Leibig

    Charly Gaul

    Mabuse-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Cover sehen wir ihn, den kleinen Kopfweh und wie sein Kopf schmerzt können wir auch erkennen.
    Er hält seinen Kopf und wimmert, weil er „schlimme Kopfschmerzen“ hat. Er überlegt, ob seine Lebensweise schuld sein kann. Zu viel Fernsehen, der laute Zirkus, kein Essen oder Trinken, zu wenig Ruhe - könnte das der Grund sein?
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    Aber er weiß, daran liegt es nicht. Es liegt am Stress, um ihn herum ist zu viel davon, „keiner hat richtig Zeit und ich habe so viel zu tun!“ Das große Kopfweh kann ihn trösten, „Du bist nicht schuld.“ 
    Neben den kurzen einfachen Texten gefallen mir die eindrucksvollen Bilder, die den Schmerz hervorragend darstellen. Es wäre schön, wenn das große und der kleine Kopfweh eine Lösung fänden, aber zusammen kuscheln tut immer gut. 
    Migräne wird bei Kinder oft nicht ernst genommen oder vielleicht auch nicht erkannt. Dieses Buch hilft sicher, dass Kinder ihren Schmerzen einen Namen geben können.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Auch Bären mögen Weihnachten

    Auch Bären mögen Weihnachten

    Anna Lisa Kiesel

    Stephanie Stickel

    Kaufmann-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover des dünnen Din A 4 großen Adventkalender-Heftes sieht man die Tiere, wie sie gemeinsam Weihnachten feiern. Bis es allerdings so weit ist, dauert es bekanntlich 24 Tage. Am 1. Tag lernen wir die kleinen Füchse kennen, Flora und ihren kleinen Bruder Fips. Tags darauf kommt das Hasenmädchen Holly zu Besuch, gemeinsam bauen sie einen Schneemann, machen es sich am Kamin gemütlich und gehen auf den Weihnachtsmarkt. 
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    Hier berichten die Tiere von einem großen Tier, das in den Wald gezogen ist. Konrad der Dachs weiß Schlimmes über Bären zu berichten, deshalb haben alle Tiere Angst vor dem Tier mit den riesigen Tatzen. Doch dann finden unsere kleinen Freunde eine rote kuschelige Mütze und wollen sie dem Besitzer zurückbringen. So lernen sie den Bären kennen und stellen fest, dass er sehr lieb ist. Jetzt gilt es noch die anderen Tiere zu überzeugen.
    Ganz neu ist diese Geschichte nicht, aber es ist immer wieder schön, auf diese Art über Vorurteile zu sprechen und zu sehen, wie schlecht sich die ausgegrenzte Person fühlt. 
    Die täglichen Geschichten sind in 3- 5 Minuten vorgelesen und sie werden sicher hin und wieder für Entrüstung sorgen. Auf jeder Seite werden die Tage bis Heiligabend heruntergezählt und in der Mitte gibt es für jeden Tag eine Folie, die man ans Fenster kleben kann. Da wird uns die Adventzeit nicht zu lang.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Mein superschlaues Vorschulbuch

    Mein superschlaues Vorschulbuch

    Anna Lisa Kiesel

    Heidi Förster

    Kaufmann-Verlag

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    70 Bilder laden dazu ein, sie auszumalen, Dinge zu suchen, Umrisse zuzuordnen, Dinge
    zu bestimmen, Puzzle zu ergänzen, zu zählen, Fehler zu finden, durch Irrgärten
    zu gehen und Punkte zu Bildern zu verbinden. Am Ende des Buches kann man sich
    anschauen, ob man die Aufgaben richtig gelöst hat.
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    Mit dem Buch können sich Kinder einige Zeit selbst beschäftigen, einige Aufgaben sind selbsterklärend und müssen nicht mal vorgelesen werden. Kinder, die gerne mit dem Stift umgehen, logisch denken und vergleichen können, werden mit diesem Buch viel Spaß haben. Aber auch wenn es einigen noch ein bisschen schwerer fällt, so sind diese Übungen eine gute Vorbereitung auf die Schule. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    
  • Der Verwechsling

    Der Verwechsling

    Kai Lüftner

    Emilia Dziubak

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover ist eine wunderschöne Winterlandschaft zu sehen, aus der Mitte schaut uns ein kleiner Junge mit wuscheligen Haaren mit großen Augen an. Ein kleines buckeliges Häuschen steht am Ende des Murmelpfades, dort wohnt ein altes Paar - Per und Tove. Sie haben vor einiger Zeit auf dem Weg zu ihrem Haus einen kleinen Jungen gefunden. Da er nicht spricht und es unklar ist, wo er herkommt, haben sie ihn Vilmar genannt. Dieser Junge ist ein ruhiges Kind, das nicht mit anderen Kindern spielt. Vilmar sitzt in seinem Zimmer und schaut alle Bücher an, die er finden kann. Er kann lesen und gibt dabei Geräusche von sich, die manchmal einer Melodie ähneln.
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    Nachdem der Junge fünf Jahre bei dem alten Paar wohnte und sie vertraute gemütlichen Tage und Abende verbracht haben, treffen sie auf einen alten schweigsamen Freund, der Vilmar ein Buch schenkt.
    Ein altes skandinavisches Märchen, von einem Jungen, der in die Welt der Unterirdischen gehört und der eine Zeit bei den Menschen wohnte, aber wieder in seine Welt heimkehrt. Die Bilder dieses Buches strahlen eine Wärme aus, die tief in das Innere des Lesenden geht. Trotz der Trauer über den Weggang, freut man sich, dass der Kleine wieder Heim findet und er lässt dem alten Paar auch einen schönen Gruß zurück. 
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Dürfen Zwerge Riesenrad fahren? – Große Fragen für kleine Denker

    Dürfen Zwerge Riesenrad fahren? – Große Fragen für kleine Denker

    Moni Port

    Philip Waechter

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Lauter lustige Fragen werden in diesem Buch gestellt. Das Cover zeigt die Zwerge, wie sie im Riesenrad sitzen und in die Welt schauen. Auf der ersten Buch-Seite, die sich mit ihrer Frage beschäftigt, haben sie sich für den Kartenkauf zu einem großen Menschen zusammengesetzt.

    
    
    
    
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    Danach sehen wir die Besucher des Weinkellers weinend an den Tischen sitzen. „Darf man im Weinkeller auch mal lachen?“ eine schöne paradoxe Frage, die bei den Kindern ein Grinsen hervorruft. Etwas trauriger stimmt die Frage nach dem Tagebuch für Eintagsfliegen. 
    Tanzende Spülmaschinen beim Spülmaschinenfest bedürfen schon einer Erklärung. Denn die Kinder lesen den Aufdruck auf der Brotdose meist nicht. 
    Mein Enkel wollte das Buch gleich noch mal lesen, weil ihm die Fragen viel Spaß gemacht haben. Aber ich denke, auch Erwachsene können sich mit diesem Buch amüsieren und vielleicht noch andere Fragen stellen.
    Eine Menge Fragen und lustige Bilder dazu gibt es in diesem kleinen humorvollen Büchlein.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Als Mama einmal unsichtbar war

    Als Mama einmal unsichtbar war

    Julia Rosenkranz

    Nele Palmtag

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Dieses Bilderbuch behandelt ein trauriges Thema mit liebevollem Ernst. Auf dem Cover kann man die Liebe, die Mutter und Kind verbindet, sehr deutlich erkennen. Dieses süße Lächeln zeigt, wir gehören zusammen. 
    „Mama ist krank.“ Mit diesem Satz beginnt Mamas Erklärung, sie hat Krebs und es wird lange dauern. Die kleine Hennie erkennt außer der Müdigkeit keine Krankheit an Mama, deshalb ist die Krankheit anders, unsichtbar, aber trotzdem da. Hennie stellt sich eine "Krebs-Maschine“ vor mit Scherenarmen, die alles beschneidet, bis es weg ist. „Krebs macht, dass irgendwie alles verschwindet.“ 
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    So verschwinden die Wörter, die Menschen aus der Umgebung wissen nicht, was sie sagen sollen. Hennie glaubt, es ist ein „Wörterstau“ entstanden. Dann geht Mama nicht mehr zur Arbeit und muss zur Chemo. Dann verschwindet Mamas Kraft und sie kann nicht mehr mit Hennie toben. Nach Mamas Appetit verschwinden ihre Haare. Dann verschwindet auch Mama und die Nachbarin holt Hennie von der Kita ab. 
    Das Buch erzählt sehr kindgerecht, aus Sicht der kleinen Hennie und doch sehr realistisch, wie der Krebs Mama unsichtbar macht. Trotzdem bleibt das Band zwischen den beiden bestehen, denn „Hennie weiß, dass Mama Mama ist.“ Zum Glück endet das Buch mit Mamas Heilung und die beiden sitzen zusammen auf der Hollywood-Schaukel, Mama mit ganz kurzen Haaren. 
    Es ist nicht einfach, wenn der Krebs zu einer Mama mit kleinen Kindern kommt. Dieses Buch kann helfen, einiges besser zu verstehen, denn wir wissen ja, auch die Wörter gehen verloren. Die Illustrationen des Buches sind sehr schön gestaltet und zeigen auch die Mama ohne Haare, die so dem Opa ähnlich sieht. 
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
    
  • Eine Familie wie unserer

    Eine Familie wie unserer

    Frank Murphy

    Alive Lee

    Kaya Harren

    Zuckersüß

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das Cover zeigt einen riesigen Baum, auf dem und vor dem viele Menschen zu sehen sind. Das Titelbild im Buch zeigt ein Elternpaar mit drei Kindern am Esstisch. Auf der Wiese ist eine bunte Mischung der verschiedensten Menschen zu sehen. „Jede Familie ist einzigartig.“ Dieser Satz gefällt mir gut. Die nächste Seite zeigt harmonische Bilder in warmen Farben und dann geht es um verschieden Familienstrukturen. Eine riesige Familie wird fotografiert und die Frage ist „Kennst du eine Familie mit Uroma?“ die ich klar mit ja beantworten kann, meine Enkel haben neunzigjährige Urgroßeltern. 
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    Von Ähnlichkeit innerhalb der Familie, aber auch von Adoptivfamilien ist die Rede, eine Regenbogenfamilie wird gezeigt und dann geht es um Familien, die man sich aussucht. Das finde ich verwirrend, denn das sind für mich Freunde. Familie bedeutet für mich verwandt zu sein, wenn auch nur rechtlich. „Wir wachsen in unsere Persönlichkeit hinein.“ ist auch eine sehr schöne Vorstellung. „Denn zusammen sind wir sicher.“ - darauf ist leider nicht immer Verlass. 
    Im Nachwort richtet der Autor noch einmal sein Wort an uns und fordert auf, sich von älteren Verwandten Geschichten erzählen zu lassen. Es gibt ja dazu vorgefertigte Bücher, die wir Großeltern für unsere Enkelkinder ausfüllen können.
    Ein wundervolles Buch über den Wert unserer Familie, die Illustrationen sind sehr ansprechend und warm gezeichnet. Die Personen sind sehr vielfältig gestaltet und bilden unsere bunte Gesellschaft ab.
    
    Dagmar Mägdefrau