• Smilla und die Superhirne – Krawumms in der Schule     

    Smilla und die Superhirne – Krawumms in der Schule     

    Plavia Fox

    Maleek

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    An der Marie-Curie-Schule findet ein Tüfteltalente-Wettbewerb statt. Smilla möchte gemeinsam mit ihren Freunden den Tüftelpokal gewinnen. Dabei entsteht ein witziges Erfinderduell, bei dem die Smarten gegen die Genies antreten. 
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    Die erfundenen Maschinen sorgen für jede Menge Chaos und verändern alles – sogar die Lieblingslehrerin. Ob sie es schaffen, alles wieder rückgängig zu machen und am Ende den Tüfteltalente-Wettbewerb zu gewinnen?
    Schon das Cover verspricht eine herrlich chaotische Geschichte. Ich habe den Comic zusammen mit meinem achtjährigen Sohn gelesen. Die Geschichte ist lustig, turbulent und macht großen Spaß. Besonders schön ist, dass man den Comic sowohl lesen als auch einfach die Bilder und Comic-Strips ohne Text anschauen kann. Wir mussten immer wieder lachen und hatten beim Lesen richtig viel Freude.
    Gerade weil der Comic wenig Text enthält, eignet er sich hervorragend für „lesefaule“ Kinder. Aber auch Kinder, die gerne lesen, werden viel Spaß daran haben.

    Katrin Hemmerich


  • Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Tim Probert

    Julia Gehring

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Bea lebt mit dem Zauber-Eber, der ihr Ziehgroßvater ist, auf dem Planeten Ipra zusammen. Eines Tages verschwindet er und hinterlässt eine Nachricht, die mehr Rätsel aufgibt, als sie erklärt. Bea beschließt, ihn zusammen mit Cad, einem Galdurier, zu suchen.

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    Sie begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um den Großvater zu finden.
    Der Comic zieht einen direkt in die Geschichte hinein. Die Zeichnungen im Zusammenspiel mit dem Text lassen einen tief in die Welt von Ipra eintauchen. Insgesamt sind die Illustrationen sehr schön, und man entdeckt auch beim zweiten Durchschauen immer wieder neue Details.
    Zu Beginn haben mich die Zwischensequenzen irritiert, aber im Nachhinein haben sie Sinn ergeben. Dass man nach dem offenen Ende jetzt noch so lange warten muss … aaaah! Aber ich bin gespannt auf den zweiten Teil der Geschichte und freue mich sehr darauf. Es bleibt spannend!

    Katrin Hemmerich
  • Taschenzauberei  

    Taschenzauberei  

    Judith Mohr

    Franziska Viviane Zobel

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Buch des Monats Januar 2026

    Das Buch unterscheidet sich schon durch sein ungewöhnliches Format von anderen Büchern. Auf dem Cover des Buches, das quer gebunden ist, sehen wir die Tasche mit den kleinen Behältern, die in der Geschichte eine große Rolle spielen wird.
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    Ben ist elf und hatte sich für seine Ferien etwas Besseres vorstellen können, als im Hotel der Eltern aushelfen zu müssen. Seine Schwester übernimmt die zweite Woche und so muss Ben zusammen mit seiner langweiligen Mitschülerin Lea an der Rezeption die Gäste in Empfang nehmen. Doch dann wird es eine sehr spannende Woche, denn die Anreisenden sind Hexen und Hexer. Sie manipulieren alle so, dass nur Ben und Lea wissen, dass sie kein Häkelverein sind. So erfahren die beiden Kinder eine ganze Menge über das Hexen, Poltergeister und magische Missgeschicke. Doch dann verbringen sie die zweite Ferienwoche damit, den rechtmäßigen Besitzer einer vergessenen Tasche mit vielen Zauberessenzen zu finden.
    Voller Fantasie und mit vielen verrückten Ideen ist dieses Buch geschrieben worden. Ich habe neugierig alle Erklärungen gelesen und war fasziniert vom Ideenreichtum. Ganz neue Einblicke in die Hexenwelt wurden da geboten und ich kann nur empfehlen, sich hier neuen Eindrücke zu holen. Es lohnt sich!

    Dagmar Mägdefrau
  • Rocky, die Roboterkatze

    Rocky, die Roboterkatze

    Thorsten Winskowski

    BoD

    Autorenempfehlung ab 8 Jahre

    Elli schaut liebevoll auf ihre Katze, die leider keine Echte ist, deshalb leuchtet ein Herz auf ihrer Brust.
    Mini ist das Kuscheltier der achtjährigen Elli und sie wünscht sich so sehr eine echte Katze, doch leider hat ihre Mutter eine Allergie und deshalb ist die Anschaffung eines Katze leider für die Familie nicht möglich.
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    Wie gut ist es da, dass Ellis Papa ein echter Erfinder ist, und um seine Tochter zu trösten, baut er in seinem Keller eine Katze zusammen. Und so präsentiert er eines Morgens eine Roboterkatze, die er Rocky nennt. Zunächst ist dieses Tier, über das sich Elli sehr freut, nur eine Maschine, aber im Laufe der Geschichte entwickelt sie so etwas wie Gefühle. Da sie dann auch noch sprechen kann, wird sie zu einem echten Katzenfreund für Elli.
    Ich glaube, alle Kinder wünschen sich ein Haustier und oft scheitert es an einer Allergie der Eltern. Hier ist die Lösung eine Maschine, die aussieht wie eine Katze. Dass sich dieser Roboter allerdings, dadurch dass er sprechen kann, mehr zu einer menschlichen Kreatur entwickelt, gefällt mir nicht. Das macht die Geschichte sehr fantastisch und so wundert es mich nicht, dass Elli diese „Katze“ noch besser findet als eine echte Katze.
    Es gibt einige niedliche Illustrationen, die mit KI erstellt wurden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die kleine Fee und ihre Reise nach Hause

    Die kleine Fee und ihre Reise nach Hause

    Sarah Oschem

    Independently published

    Autorinnenempfehlung ab 5 Jahre

    Vor mir liegt eine kleine Broschüre, ein Lese- und Ausmalbuch. So finde ich jeweils auf der linken Seite einen Text und auf der rechten ein Bild, das ich ausmalen kann. Ein ungebräuchliches Format, das mir aber gut gefällt.
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    Die kleine Fee, die mit ihrer Mutter am Meer wohnt, äußert den ungewöhnlichen Wunsch „Ich möchte nach Hause.“ Während die Flügel der anderen Feen glitzern und ihre Augen strahlen und ein besonderes Kribbeln in der Luft liegt, empfindet die kleine Fee so etwas leider nicht. Da erkennt ihre Mutter, dass es Zeit wird für die Reise ihres Lebens. So macht sich die kleine Fee auf den Weg und trifft Freundinnen, die an den unterschiedlichsten Orten wohnen. Aber auch dort fühlt sich die Fee nicht zu Hause. Erst als sie erkennt, dass der Wald das Zuhause einer Waldfee ist, ist sie angekommen.
    Neben der zauberhaften kleinen Erzählung gibt es passende Bilder mit klaren Konturen zum Ausmalen. Ich weiß, dass meiner Enkelin dieses Buch sehr gut gefallen wird. Sie liebt es auszumalen und die Geschichte wird sie auch gerne hören wollen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Kian Talyn

    Independently published

    Autorenempfehlung junge Erwachsene

    Die Geschichte beginnt in einer englischen Industriestadt zum Ende des Ersten Weltkriegs. Orens Mutter arbeitet in einer Munitionsfabrik und verschwindet bei einer Explosion. Der Zwölfjährige sucht verzweifelt nach ihr und gerät zusammen mit seinem besten Freund Finch in eine andere Welt. 
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    Hier erfährt Oren, dass er ein Zwergenprinz ist, da aber seine Mutter keine Zwergin ist, hat sein Vater den Anspruch auf den Thron verwirkt. Seine Tante Sigrid hat dafür gesorgt, dass Oren von seinem Anspruch erfährt und sie hofft, dass er ihn sich erkämpfen wird. Allerdings muss er zunächst seinen Vater finden und die Reise dorthin birgt viele Gefahren. 
    Eine fantastische Welt aus Zwergen, Zauber*innen, Drachen und Pixies hat sich der Autor da ausgedacht. Ich bin keine erfahrene Fantasyleserin und fand mich zunächst sehr gut zurecht, aber im Laufe der Handlung kamen sehr viele Charaktere dazu, so hatte ich manchmal Probleme, mich zurecht zu finden. Es gab sehr traurige Ereignisse, fröhliche Szenen und wilde Kämpfe, sowohl in der Vergangenheit als auch während der Geschichte. Oren, der uns die Handlung aus seiner Sicht beschrieb, erlebte Wut, Trauer und sein Mut wuchs mit der immer größeren Bindung zu seinem Zwergvolk. Die Beschreibung der Orte war sehr anschaulich und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. In der Fantasywelt wurde auf die nordische Götterwelt zurückgegriffen und auch die Namen entsprechen denen der Menschen auf Island.
    Ein spannendes Buch mit vielen Wendungen, vielen emotionalen Momenten, aber auch sehr humorvollen Ideen. Eine schöne Mischung, die sich gut lesen lässt.

    Dagmar Mägdefrau


  • Der Büchergarten – Ein blühendes Geheimnis – Band 1

    Der Büchergarten – Ein blühendes Geheimnis – Band 1

    Katja Fixe

    Leonie Daub

    Arena

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Charlie liebt es, am Samstagmorgen durch die Stadt zu streifen, wenn die Straßen noch ruhig sind. Sie trifft sich mit ihrem besten Freund Jamil. Zusammen entdecken sie ein geheimnisvolles, verwildertes Grundstück. Zwischen Hecken, bunten Blumen und wilden Wiesen eröffnet sich ihnen der Büchergarten – ein verzauberter Ort voller Magie und Bücher.
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    Dort lernen sie die alte Dame Emilie Lichtblau, die Schreibmaschine Optima und das Rotkehlchen Federzart kennen, die den beiden zeigen, dass Bücher mehr sind als nur bedrucktes Papier.
    Die Geschichte ist in einer schönen und einfachen Sprache geschrieben, sodass sie sich für jüngere Kinder zum Vorlesen wie auch für fortgeschrittene Leseanfänger zum Selberlesen sehr gut eignet.
    Katja Frixe entführt uns in eine wunderbare Welt, die zeigt, dass Zusammenhalt und füreinander da zu sein etwas sehr Schönes ist und viel bewirken kann. Das Cover ist wunderschön illustriert, und auch in der Geschichte finden sich immer wieder sehr schöne, zur Handlung passende Illustrationen.
    Rundum ein sehr gelungenes Buch – ich freue mich auf einen hoffentlich zweiten Teil der Geschichte.

    Katrin Hemmerich
  • Paul`s unglaubliche Reise mit Donnerblitz

    Paul`s unglaubliche Reise mit Donnerblitz

    Thorsten Winskowski

    BoD

    Autorenempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover reitet der kleine Paul auf Donnerblitz, seinem selbstgebastelten Raumschiff. Nachdem Paul von einem Raumschiff geträumt hatte, macht er sich gleich am Nachmittag daran, so etwas selbst zu bauen, zum Schluss schreibt er „Donnerblitz“ auf die Tonne. 
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    Und schon in der darauffolgenden Nacht drückt er auf den Startknopf und legt vorsichtig den ersten Gang ein. Zu seinem eigenen Erstaunen kann Donnerblitz fliegen, schon bald ist er über den Dächern unterwegs. Mit einem Knall durchbrechen sie die Schallmauer und mit dem fünften Gang erreichen sie den Weltraum. Jetzt muss Paul Luft aus den mitgenommenen Luftballons atmen. Im sechsten Gang geht es dann wieder zurück zur Erde. 
    In der nächsten Nacht nimmt sich Paul vor, bis zum Mond zu fliegen.

    Eine Geschichte voller Fantasie. Später im Buch tauchen dann noch kleine außerirdische Roboter auf, denen Paul helfen kann und die seinen Donnerblitz reparieren können. Zusammen geht es dann noch zum Mars. Natürlich kann man sich Gedanken machen, wenn ein Junge nachts im Garten unterwegs ist, vielleicht sollten sich die Eltern auch mehr für das Tun ihres Kindes interessieren. Aber letztlich ist es eine fröhliche, fantasievolle Erzählung und es macht Spaß, sie zu lesen. Die Bilder im Buch sind, anders als der Text, KI-unterstützt entstanden, passen aber sehr gut zur Geschichte.

    Dagmar Mägdefrau
  • Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Jess French

    George Ermos

    übersetzt von Christiane Wagle

    DK

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der Prolog erinnert in seiner Stimmung an eine Schöpfungsgeschichte und führt behutsam in die Entstehung der Welt Ramoa ein, einer fantastischen Umgebung voller Pangrons, fliegender „Bestien“, und vieler weiterer Dinge, die es in unserer Realität nicht gibt. 
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    Trotz all dieser Fantasieelemente spiegelt die Welt gesellschaftliche Strukturen wider, die wir nur zu gut kennen: Hier wird nach unten getreten, eine strenge Rangordnung bestimmt den Alltag, und junge Menschen stehen unter großem Druck. Ich finde es großartig, dass jungen Leser*innen zugetraut wird, sich in einer magischen Welt auch mit solchen realen Themen auseinanderzusetzen.
    Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei jungen Protagonist*innen erzählt, die aus ganz unterschiedlichen Teilen Ramoas stammen. Dass ausgerechnet Kinder den Mut aufbringen, die sicheren Städte zu verlassen und sich tief ins Biestland vorzuwagen, um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten, während die Erwachsenen versagen, verleiht der Handlung einen wunderbar abenteuerlichen Kern.
    Zwischendurch werden sehr viele Details beschrieben. Einerseits fördert das die Vorstellungskraft, andererseits kann es den Fokus etwas verwässern und die Orientierung erschweren. Dennoch gefällt mir besonders, wie Freundschaft, Mut und gemeinsames Abenteuer im Zentrum stehen und wie die Geschichte zeigt, dass die wahren Gefahren nicht immer in den Bestien lauern, sondern oft in der Menschheit selbst.

    Raphaela Brosseron

  • Maris Märchen

    Maris Märchen

    Shari & André Dietz

    Saskia Gaymann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zunächst stellt sich Mari vor, sie ist die Tochter des Autorenpaares und hat das Angelman-Syndrom. Deshalb kann Mari nicht für alle verständlich sprechen, ist aber sehr fröhlich und lacht sehr viel. In dem Märchen „Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen“ versucht Mari, zu erfahren, wie es ist, Angst zu haben. 
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    Rosi, die im Palast Downröschen genannt wird, was ihr natürlich nicht gefiel, schläft eine lange Zeit und träumt von Henry Prinz und einer besseren Welt. Als sie dann aufwacht, spricht sie mutige Worte. „Händikäppchen“ wird das Rotkäppchen böswillig genannt und Wolfgang, ihr Freund, ist ein Wolf mit einem ungewöhnlichen Kleidergeschmack. Weil alle Jochen Günter „Humpelstilzchen“ nennen, kennt niemand seinen Namen und er kann mit dem König die bekannte Wette abschließen. Was Ein „Grank“ ist und was er anrichtet, erzählt uns dann noch einmal Mari, die uns zu Ende des Buches noch einmal ganz genau ihre Sichtweise erklärt. 
    Ein Buch, das voller Humor steckt und doch sehr nachdenklich macht. Wie schnell setzt sich so ein beleidigender Begriff zuerst im Spaß und dann im Alltag durch. Hier wird gezeigt, dass kleine Einschränkungen nicht dazu führen müssen, dass die oder der Betroffene nicht clever sein können und mit ihrem fröhlichen Lachen für gute Laune sorgen können. Ein wunderschönes Märchenbuch voller zauberhafter Geschichten und liebenswerter Protagonist*innen, dazu kommen noch die witzigen Illustrationen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Schiffsgeister – Der Zauberkrake – Band 2

    Die Schiffsgeister – Der Zauberkrake – Band 2

    Bettina Göschl

    Franziska Harvey

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover ist die ganze Truppe zu sehen, die Menschenkinder Jonte und Luna, Faugaz, der Geisterpirat, und das Klabautermädchen Fregaz, Cousine Sally und drohend im Hintergrund der Zauberkrake. 
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    Schon am Ende des letzten Buches haben wir erfahren, dass Faugaz's Cousine Sally in einem Bild gefangen ist. Leider müssen die beiden Geister  warten, bis der Zeitwürfel das Fenster verrät, in dem sie aus ihrer grünen Flasche dürfen. Inzwischen lernen wir den gemeinen Krake mit den magischen Kräften kennen. Er wohnt tief unten im Meer und sitzt auf einen Berg Gold, um ihn herum stehen Gefäße, in denen er die verschiedensten magischen Gestalten gefangen hält. Deshalb möchte er auch unsere beiden Geister für seine Sammlung fangen. Sally soll der Köder sein, um sie herbeizulocken. Als die Kinder mit den Geistern zum Piratenturm fahren, um dort das Bild zu suchen, lauert er schon im Hintergrund. 
    Die Kinder bitten die Geister immer wieder, sich unsichtbar zu machen, damit sie nicht auffallen, doch leider vergessen sie, dass man sie trotzdem hören kann, das führt zu vielen lustigen Szenen. So stellen sie beim Frühstück die verrücktesten Sachen an und verursachen ein riesiges Chaos. Aber neben diesen humorvollen Passagen wird es doch auch sehr spannend. Zumal es am Ende wieder sehr eng mit der Zeit wird und niemand möchte, dass unsere Geister zu Steinen werden. Dafür sind sie doch einfach zu liebenswert.
    Die Geschichte mit viel Lokalkolorit liest sich sehr gut und die vielen tollen Bilder machen das Buch zu einem großen Vergnügen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Regenzauber Markt

    Der Regenzauber Markt

    You Yeong-Gwang

    Aus dem Koreanischen von Huyk-Sook kim

    Manfred Selzer

    ueberreuter

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Serin, ein junges Mädchen, lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Es gibt ein Gerücht, dass es ein altes, verlassenes Haus in Rainbow Town gibt. Wenn man dorthin einen Brief mit seinem Unglück und seiner Lebensgeschichte schickt, erhält man ein Ticket. 
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    Serin erhält das Ticket zum Regenzaubermarkt, einem Ort, an dem man Dinge eintauschen kann – Erinnerungen, Träume, Wünsche oder Gefühle. Dort trifft Serin auf allerlei wundersame Wesen: sprechende Tiere und sogar Dokebis (Koboldwesen aus der koreanischen Mythologie).

    Für den Einstieg in das Buch brauchte ich einen Moment, aber dann entwickelte sich eine fesselnde Geschichte. Sie ist flüssig geschrieben und auch für jüngere Leser*innen gut verständlich. Die Idee des Markts ist unglaublich kreativ und liebevoll umgesetzt. Man kann sich die bunten Stände, seltsamen Händler und magischen Wesen richtig gut vorstellen. Besonders schön fand ich, wie die Autorin die Stimmung beschreibt – mal düster, manchmal traurig und nachdenklich, dann wieder hoffnungsvoll und voller Zauber. Serin ist eine Figur, mit der man sich gut identifizieren kann. Sie ist mutig, neugierig und sucht nach einem Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen. Im Laufe der Geschichte lernt sie, dass man Glück nicht einfach kaufen oder tauschen kann, sondern dass es oft in einem selbst liegt.

    Katrin Hemmerich



  • Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben

    Ein Berg, ein Sturz, ein langes Leben

    Dayeon Auh

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Ausgezeichnet mit dem Luchs 11/24

    "Fit für die Zukunft – Preis" der Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

    Best Illustrated Children’s Books 2025

    Das Buch basiert auf einem traditionellen koreanischen Volksmärchen. Die in Südkorea geborene, inzwischen in Berlin lebende Autorin erzählt in kurzen Episoden die Geschichte eines alten Mannes und eines Berges, dem nachgesagt wird, das er Unglück bringt und der deshalb „Berg des Grauens“ genannt wird. 
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    Um auf den Markt zu gelangen, muss der Großvater den Berg überqueren, und man sagt, wer auf diesem Berg hinfällt, wird nur noch drei Jahre zu leben haben.Deshalb ist der alte Mann sehr vorsichtig, aber als es plötzlich im Gebüsch raschelt, stürzt er. Er wollte noch so vieles erleben, doch nun geht er davon aus, dass sein Leben in 3 Jahren beendet sein wird. Nach Ablauf der Jahre fühlt er sich schwach und schwächer und er wird krank. Die Ärztin, die er aufsucht, aber meint, er wäre gesund. Als sich dann seine Enkelin nach ihm erkundigt, sieht sie die Sache aus einer ganz anderen Warte. Der Name des Berges wird in „Berg des langen glücklichen Lebens“ geändert und die Menschen strömen dorthin und purzeln vergnügt den Berg hinunter.
    Die Illustrationen sind sehr bunt und ein wenig surrealistisch angelegt, ein wenig erinnern sie mich an Chagall. Ein wunderschönes altes Märchen, das uns zeigt, dass man Dinge auch mal aus einer anderen Perspektive sehen muss, dann kann aus Unglück Glück werden.

    Dagmar Mägdefrau
  • Petronella Apfelmus – Hexenschuss und Zaubernuss – Band 13

    Petronella Apfelmus – Hexenschuss und Zaubernuss – Band 13

    Sabine Stading

    SaBine Büchner

    Baumhaus

    Petronella Apfelmus

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Petronella Apfelmus winkt uns vom Cover zu. Diesmal muss sie sich mit Mitgliedern der „Kryptozoologischen Gesellschaft“ auseinandersetzen, die auf der Wiese an der Mühle campen. 
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    Professor Raubein und seine Begleiter*innen beschäftigen sich mit magischen Wesen und davon gibt es im Haspelwald eine ganze Menge. Da müssen Petronella und ihre Apfelmänner schnell alle warnen, damit sie dieser Truppe nicht in die Hände fallen. Leider hat Petronellas Oma Streit mit einer anderen Hexe, die ihr einen Hexenschuss verpasst hat. Deshalb muss sich Petronella mit ihrer Medizin auf den Weg in den Schwarzwald machen. Die daheimgebliebenen magischen Wesen und die Zwillinge müssen also schauen, wie sie alleine mit der Situation fertig werden. Sie belauschen die Kryptozoolog*innen und entdecken dabei eine ganze Menge an Dingen, die sie verwundert. 
    Das Buch mit dem schönen blauen Lesebändchen ist diesmal mit über 200 Seiten etwas dicker geraten. Aber die Geschichte, die sich zu einer spannenden Detektivgeschichte entwickelt, ist gut zu lesen und die wunderschönen Illustrationen lockern die Seiten zusätzlich auf. Wieder ein unterhaltsames Buch um unsere kleine Apfelhexe.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wie man einen Yeti findet

    Wie man einen Yeti findet

    Matt Hunt

    Übersetzter Uwe-Michael Gutzschhahn

    Kunstmann

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Wenn du ganz oben aufs Cover schaust, dann siehst du den Yeti über den Baumspitzen hervorschauen, unten den suchenden Jungen und seinen Hund.
    Der Junge fragt uns direkt, ob wir wissen, dass „im Wald hinter dem Haus ein Yeti lebt?“
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    Er zeigt uns eine selbstgemalte Karte und sagt, er sei ein Yeti-Experte und malt sich seine kommende Berühmtheit aus. Zusammen mit seinem Hund Milo macht er sich auf und durchquert zunächst eine unberührte Schneefläche. Als sie den Wald erreichen, geht die Suche los. Wir sehen zwischen den Bäumen die bläulichen Riesenfüße, während der Junge mit einer Lupe den Boden absucht. Auch Milo schaut auf den Yeti, gibt aber keinen Laut von sich. Ähnlich ist die Situation am Holzstapel, auch hier leuchtet der Junge mit der Taschenlampe und der Hund sieht zum Yeti hoch, der über die Stämme schaut. 
    Eine witzige Geschichte um die erfolglose Yetisuche, aber ein wenig tut mir der Junge auch leid, dass er das riesige Tier nie sieht. Der Yeti selbst scheint ein sehr netter Zeitgenosse zu sein, darum ist es etwas schade, dass er nicht gefunden wird. Das Buch kommt mit wenig Text aus und die sparsam gezeichneten Bilder zeigen uns alles ganz genau.

    Dagmar Mägdefrau


  • Hänsel und Gretel   

    Hänsel und Gretel   

    Stephen King

    Maurice Sendak

    Aus dem amerikanischen Englisch von Lena Riebl

    atlantis

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Ich habe ja immer wieder viel Freude an besonderen Märchenbüchern und ein Märchenbuch, als dessen Autor Stephen King genannt wird, macht mich einfach neugierig.
    Das von Maurice Sendak, dem wir die wilden Kerle zu verdanken haben, gemalte Cover wirkt etwa düster und auch die meisten Illustrationen des Buches zeichnen sich durch dunkle Farben aus.
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    Im Vorwort erklärt King, wie es dazu kam, dass er den Grimm’schen Text neu geschrieben hat. Er beginnt, wie wir es kennen, mit „Es war einmal“, weicht aber an einigen Stellen ab. So werden die Leserinnen und Leser direkt angesprochen. Gretel träumt von Engeln, die auf einem Bild um einen etwas traurigen Mond kreisen. Hänsel dagegen träumt von einer Hexe, die auf ihrem Besen mit einem Sack voll schreiender Kinder auf dem Rücken durch die Wolken fliegt. Da die böse Stiefmutter die Kinder nicht weiter durchfüttern möchte, bringt sie sie mit ihrem Mann, dem das nicht gefällt, der sich aber nicht gegen sie währen kann, in den Wald. Beim ersten Versuch können die Kinder wieder zurückfinden, doch beim zweiten Mal schafft Hänsel es nicht, Steine zu sammeln, er streut Brotkrümel auf den Boden. 
    Die Illustrationen sind schon sehr ungewöhnlich, so hat das Knusperhaus ein Gesicht mit einer Mimik, die mich sehr fasziniert. Jedes Bild ist ein kleines Kunstwerk und muss genau betrachtet werden.
    Mir gefällt dieses Märchenbuch sehr gut, aber es ist kein Buch für ganz kleine Kinder, die sich vielleicht fürchten würden. Sicher würde es aber einige Erwachsene erfreuen, in dem Buch zu lesen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Immerland – Die Stadt der Ewigkeit

    Immerland – Die Stadt der Ewigkeit

    Flix

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Der fast 13-jährige Mika muss den Sommer bei seiner Oma verbringen, da sein Vater auf Geschäftsreise ist. Für ihn sind das keine rosigen Aussichten - auf dem Land, kein Internet, und insgesamt nicht wirklich interessant. 
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    Aber in einer Nacht verändert sich alles. Mika muss seine Oma durch einen medizinischen Notfall in ein Krankenhaus bringen. Er schnappt sich das Auto und fährt mit seiner Oma los. Dann landen sie auf eine skurrile Weise in Immerland, einer geheimnisvollen Stadt, in der vieles möglich scheint, was in der normalen Welt nicht ist. Doch je länger Mika in Immerland bleibt, desto deutlicher zeigen sich auch dunkle Schattenseiten, und er muss Entscheidungen treffen, die nicht nur sein eigenes Schicksal formen.  
    Flix hat mit Immerland eine Welt geschaffen, die voller Fantasie ist! Die Stadt wirkt magisch und geheimnisvoll, gleichzeitig, aber auch gefährlich – genau diese Mischung macht das Buch so spannend. Mika ist eine glaubwürdige Hauptfigur, weil er nicht perfekt ist, sondern mit Zweifeln und Ängsten zu kämpfen hat. Der Schreibstil ist flüssig und die Illustrationen geben dem Buch einen besonderen Charme.
    Im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse etwas, als wollte Flix noch all seine Ideen unterbringen. Trotzdem bleibt die Geschichte fesselnd und berührend.
    Die Altersempfehlung ab 12 Jahren halte ich für etwas zu niedrig, da einige düstere und komplexe Themen eher für etwas ältere Leser*innen geeignet sind.
    Ich bin gespannt auf den zweiten Teil im Herbst 2026.

    Katrin Hemmerich


  • Farnwacht – Die Hüter der Flusslande

    Farnwacht – Die Hüter der Flusslande

    Ellen Damerau

    Realm & Rune

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Auf dem schönen Cover sind schon einige der Protagonisten des Buches zu sehen, sie wurden, genauso wie die kleinen Zeichnungen zu Beginn einiger Kapitel, von der Autorin gezeichnet. Eine Karte zeigt uns die Orte, die in der Geschichte vorkommen. Der Prolog gibt einen Auszug aus einem Reisebericht zum Besten und so lernen wir die Welt dieser sehr menschlichen Tiere kennen.

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    Wir starten in Tannenstein, einem lieblichen Ort, der sich auf das Frühjahrswende-Fest vorbereitet, deshalb sind viele Besucher angereist. Tiril, das Eichhörnchen, ist zusammen mit Jarkko aus Flussweiler angereist, um zu handeln. Marwin, die fröhliche Maus, ist mit ihnen unterwegs. Bei der Ansprache des alten Vogts Mathey gibt es einiges an Klatsch von den zuschauenden Biberdamen zu hören. Begleitet wird der Vogt von der Otternbrigade, die Ortwin anführt. Nachdem die zwei Eichhörnchen Tiril und Jarkko sich entschieden haben, über Nacht zu bleiben und mitzufeiern, werden sie von dem Ruf „Es brennt!“ geweckt. Sofort machen sie sich auf, um zu helfen. Doch am nächsten Tag kommt ihnen vieles eigenartig vor und sie machen sich so ihre Gedanken. 
    Eine Menge Tiere lernen wir in diesem fantasievollen Buch kennen. Sie alle tragen mittelalterliche Kleidung und auch ihre Waffen gehören in diese Zeit, so ist Tiril eine sehr gute Bogenschützin. Mir fiel es manchmal schwer, mir Tiere, wie den Fuchs oder den Otter, bekleidet und auf zwei Beinen gehend vorzustellen. Außerdem waren Fressfeinde nicht gefährlich. Aber als ich mich dann, von der Realität gelöst habe, war das Lesen dieses Buches sehr angenehm und spannend. Es ging um Verrat, Angriffe, Verbündete, Unterstützung und im Großen und Ganzen um Gerechtigkeit und Freundschaft. Eine junge Magierin setzt sich gegen eine erfahrene, intrigante Elster durch und kann so ihre Freunde retten.
    Ein wundervolles Buch voller Fantasie und Spannung. Detailreiche Schilderungen ließen mich in diese Welt der Flusslande eintauchen, um mit Tiril, ihren Freudinnen und Freunden zu hoffen und zu bangen.

    Dagmar Mägdefrau