• Kali kann Kanari

    Kali kann Kanari

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Eines Tages landet ein Nymphensittich auf dem Balkon der Wohnung, die die neunjährige Lisbeth zusammen mit ihrer Mutter, ihrem kleinen Bruder Kali, ihrer Oma Magda und ihrem Opa Udini bewohnt. Hubert, wie Kali den Nymphensittich tauft, wird rasch von allen Familienangehörigen ins Herz geschlossen. – Aber wem gehört er eigentlich? Und was hat der Vogel mit Kentucky, Lisbeths Erzfeind, zu tun?

    mehr oder weniger lesen
    In all dem Schlamassel kommt für Lisbeth erschwerend noch dazu, dass ihre beste Freundin Mika auf einmal den Kentucky gar nicht mal so schlecht findet…

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein warmherziges Buch geschrieben, in dem neben der Frage nach dem eigentlichen Besitzer des Nymphensittichs Hubert auch weitere wichtige Fragen behandelt werden: Was passiert mit einer Freundschaft, wenn sich die beste Freundin verliebt – und noch dazu in den Erzfeind? Wie geht man mit der Tatsache um, dass der einstmals bewunderte Opa und Zauberer Udini nicht nur schwer hört, sondern auch zunehmend verwirrt ist?

    Die Handlung des Buches entwickelt einen starken Sog, dem man sich dank der witzigen Sprache, des großen Einfühlungsvermögens in die Figuren und der liebevoll gestalteten Illustrationen gerne hingibt. Ein schönes Buch zum Vorlesen! Sehr empfehlenswert!

    Beate Böhm
  • Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Oma, Huhn und Kümmelfritz

    Michael Roher

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Der Kümmelfritz lebt bei seiner Oma – und mit ihnen auch noch das Huhn. Dieses ist mit einer überbordenden Fantasie und mit einem ebenso großen Selbstbewusstsein ausgestattet. Mit seinen verrückten Ideen ergänzt es sich hervorragend mit dem Kümmelfritz.

    mehr oder weniger lesen
    Zusammen erleben die zwei viele Abenteuer: Sie machen sich auf die Suche nach dem Yuti, dem geheimnisvollen Großcousins der Mutter vom Yeti, lösen das Rätsel um die Entführung von Herrn Lammbauer, dem Freund der Oma, und bestehen gemeinsam eine gruselige Camping-Übernachtung am See. Oft ist auch Maya, die Schulfreundin vom Kümmelfritz, mit von der Partie. 

    Der österreichische Autor und Illustrator Michael Roher hat ein wunderbar witziges Buch geschrieben, das sich hervorragend zum Vorlesen eignet. Es macht großen Spaß, gemeinsam über die lustigen Ereignisse, das sich ständig selbst überschätzende Huhn und die Besonderheiten der österreichischen Sprache zu lachen. Nicht zu vergessen die Angewohnheit vom Kümmelfritz, Dinge, die er toll findet, mit lustigen geographischen Namen wie "Buxtehude", "Titicacasee" oder "Lampedusa" zu bekräftigen. Da kommt man glatt auf die Idee, den Weltatlas selbst einmal zu durchstöbern. Abgerundet wird dieses tolle Kinderbuch von den Illustrationen, die ebenfalls von Michael Roher stammen.
    Unbedingt (vor)lesen!!!

    Beate Böhm
  • …und mir bleibt der hässliche Hund

    …und mir bleibt der hässliche Hund

    Franziska Hörner

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Auf der Rückreise vom Osterurlaub verunglücken die Eltern und die kleine Schwester von Felix. Alles, was ihm bleibt, ist Bolt – der hässliche, aber von seiner Schwester über alles geliebte Hund, mit dem er sich zuvor nie beschäftigt hat.

    mehr oder weniger lesen
    Das Buch nimmt uns auf sehr einfühlsame Weise mit auf den langen Weg, den Felix gehen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und ein „neues Ich“ aufzubauen. Es erzählt von dem Sommer, in dem er in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Mo trifft und sich in Marie verliebt. Gleichzeitig geht es um die Versuche von Felix und Mo, sich eigenständig ihren Ängsten zu stellen. Doch die sogenannten Challenges, an denen nur Marie beteiligt ist, überfordern die beiden teilweise stark.

    Ich muss sagen, dass mich dieses Buch sehr beeindruckt hat. Franziska Hörner beschreibt auf eine intensive und einfühlsame Weise die Trauer und den Verlust, den Felix erlitten hat, sowie die daraus entstandene Depression. Sie versucht, „in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht, wenn man einen solchen Verlust erlitten hat. Unser Wortschatz reicht dafür nicht aus.“ Diese Gedanken haben mich sehr berührt, und ich konnte mich gut in Felix – und sogar in Bolt – hineinversetzen. Besonders interessant fand ich zudem die Darstellung, wie sensibel Hunde auf die Stimmungen ihrer Besitzer reagieren und diese spiegeln können. So kommt der entscheidende Anstoß für Felix’ Besuch in der psychiatrischen Praxis letztlich aus einer Diagnose der Tierärztin: „Ihr Hund hat Depressionen.“

    Zum Glück zeigt Franziska Hörner aber auch, wie ein möglicher Weg zurück in ein „normales, altes“ Leben aussehen kann. Mit der Hilfe von Menschen, die neu in sein Leben treten und eine Art Ersatzfamilie bilden, findet Felix nach und nach wieder Anschluss.

    Ich kann dieses Buch jedem sehr ans Herz legen, der verstehen möchte, was Verlust und Trauer mit einem Menschen machen können – nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen.

    Beate Böhm
  • Faustschlag von rechts   

    Faustschlag von rechts   

    Stefanie Kaluza

    Karibu

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Der 15-jährige Jarik leidet darunter, dass sich seine Eltern getrennt haben und der Vater leider oft sein Versprechen, ihn und seinen kleinen Bruder abzuholen, nicht hält. Das Schimpfen der Mutter macht es dann nicht leichter für ihn. Jarik ist ein Freund großer Worte und oft ist auch das ein Grund, weshalb es Missverständnisse gibt. Meist ist er mit seiner Clique zusammen, die er schon aus der Kita kennt. 
    mehr oder weniger lesen
    Er spürt, dass ihm Mo, das einzige Mädchen, immer besser gefällt und auch das verunsichert ihn sehr. Am Nahmittag treffen sich die Vier an der Bushaltestelle, um dann gemeinsam zum Jugendtreff zu gehen. Hier wird geboxt und Jarik ist nicht ganz untalentiert. Falk, einer der großen Vorbilder, spricht ihn an und bietet ihm ein Training an. So entfernt sich Jarik immer mehr von seinen alten Freunden und er freut sich auf das Zeltlager, zu dem er in den nächsten Ferien darf. Die Warnungen, dass es bei den Organisatoren des Lagers um Nazis handelt, kann er nicht glauben. So gerät Jarik immer mehr in die Ideologie von nordischen Göttern und Männern, die Stärke zeigen. Sein Umgang mit seiner Mutter und seinem Bruder verändern sich und zu den Treffen mit den alten Freunden geht er nicht mehr.
    Falk sucht sich nicht Jarik aus, weil er so gut boxen kann, er hat erkannt, dass der Jugendliche emotional verloren ist. Der Vater, der ihn nicht bei sich haben möchte, die unzufriedene Mutter und die unklaren Gefühle gegenüber Mo, machen ihn zum einfachen Opfer. Er genießt die Aufmerksamkeit, die Kameradschaft, das abendliche Lagerfeuer und die Reden dort gefallen ihm zum Teil. Da wird nicht gegendert, da wird Feminismus verhöhnt.
    Das Buch liest sich leicht und die Gefühle von Jarik sind so gut beschrieben, dass ich sie förmlich selbst gespürt habe. Ja und das Thema, es ist wichtiger den je, darüber mehr zu erfahren.

    Dagmar Mägdefrau
  • Die drei!!! – Geburtstagsparty in Gefahr

    Die drei!!! – Geburtstagsparty in Gefahr

    Ann- Katrin Heger

    Kosmos

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Vor mir liegt die limitierte Jubiläumsaufgabe von „Die drei !!!“, Gold ist nicht nur auf dem Cover zu sehen, auch der Buchschnitt ist Gold eingefärbt. 
    Kim, Franzi und Marie sind trotz aller Unterschiede allerbeste Freundinnen und sie haben als Detektivinnen schon einige Fälle gelöst, auf die im Buch häufig Bezug genommen wird.
    mehr oder weniger lesen
    Kim wird 14 und weil die beiden anderen ihre Geburtstage nicht gefeiert haben, planen sie eine gemeinsame Geburtstagsparty. Marie, die in einer großen Villa wohnt, bietet diese als Location an. Allerdings übernimmt sie mit ihrer Euphorie schnell die Führung und entscheidet, ohne die anderen zu fragen, was zu einem heftigen Streit führt. Werden sich die drei wieder vertragen und ihre Party gemeinsam feiern? Aber die drei wären keine Detektivinnen, wenn sie nicht auch einen Fall lösen müssten. Wer möchte dem Caterer Michele schaden und stellt verdorbene Lebensmittel in seine Küche?
    Die drei Mädchen sind so unterschiedlich, dass ich mir eine Freundschaft kaum vorstellen kann, aber zum Glück schaffen sie es, miteinander zu sprechen. Jede hat für sich ein eigenes Problem, das unterschiedlich stark die Geschichte beeinflusst. Der „Fall“ taucht immer wieder auf und eine aufmerksame Leserin wird schon früh einen Verdacht haben. Die „Beziehungen“ der Mädchen sind eher Nebensache.
    Das Buch lebt mehr vom Verhalten und Streiten der Mädchen als von der Spannung einer Ermittlung. Aber es geht ja auch in erster Linie um die Geburtstagsparty.

    Dagmar Mägdefrau


  • Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Konrad Kröterich und die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit – Band 2    

    Oren Lavie

    Anke Kuhl

    Aus dem Englischen von Mathias Jeschke

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Nachdem Konrad Kröterich schon nach der allerschönsten Umarmung gesucht hat, macht er sich nun auf die Suche nach der allerleckersten Mahlzeit. Auf dem Cover sehen wir ihn am Tisch sitzen und sich die Lippen (heißen die so bei einer Kröte?) leckend auf das Essen warten. Neben ihm sehen wir seinen Freund Freddie, eine Fliege.
    mehr oder weniger lesen
    Ja, das ist wirklich eine ungewöhnliche Freundschaft und Konrad tut sich nicht leicht, weil er immer wieder Appetit auf seinen Freund hat. Haferbrei, den er in den letzten Tage oft gegessen hat, verabscheut er inzwischen. So sitzt er bald mit Leidensgenossen beim wöchentlichen Treffen der Anonymen Amigophagen (AA), hier entscheidet er, dass er „eine Mahlzeit finden muss, die so köstlich ist, dass er drüber Freddie als Speise völlig vergisst.“
    Er wendet sich an seine Freunde und probiert deren Essen, muss aber feststellen, dass ihm diese Sachen auch nicht schmecken.
    Es ist wieder sehr witzig, die Suche von Konrad Kröterich zu verfolgen und die Illustrationen machen einen großen Teil des Spaß aus. Mir gefällt dieser zweite Band fast noch besser als der Erste. Und die Lösung, dass der mit Liebe gekochte Haferbrei einfach viel leckerer ist, gefällt mir ebenfalls. Ein wundervoll schräges Buch über Freundschaft, die über den Appetit siegt, und Liebe, die alles schmackhaft macht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Freunde    

    Freunde    

    Eva Kranenburg

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2025

    Der Roman erzählt die Geschichte von Nata, Ren und Tuk, die sich in den letzten Tagen eines Krieges auf einen Aufruf hin als Kämpfer melden und dadurch zu Tarek finden. Schon bald werden die vier jedoch zu Deserteuren. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und der Tatsache, dass sie ursprünglich verschiedenen „Lagern“ angehören, entwickelt sich zwischen ihnen eine tiefe und berührende Freundschaft.
    mehr oder weniger lesen
    Besonders eindrucksvoll ist, dass es sich bei ihnen noch um sehr junge Menschen handelt – Teenager, wobei Tuk sogar noch jünger ist.
    Die Handlung spielt sowohl in den letzten Kriegstagen als auch in der ersten Zeit danach und zeichnet ein eindringliches Bild von Krieg und Nachkriegszeit. Die Geschichte ist äußerst bildgewaltig erzählt und wirkt erstaunlich real, obwohl sie von einem fiktiven Krieg handelt. Gerade diese Nähe zur Wirklichkeit macht den Roman so eindrucksvoll und zugleich emotional fordernd. Es zeigt wie wichtig Freundschaft und Menschlichkeit ist.
    Ich konnte das Buch deshalb oft nur in kleinen „Häppchen“ lesen, um das Gelesene nachwirken zu lassen und zu verarbeiten. Schon lange hat mich kein Buch mehr so nachhaltig beschäftigt wie dieses. Besonders erschütternd ist, wie greifbar nah die geschilderten Ereignisse in unserer heutigen Zeit erscheinen.
    Für mich ist dieses Buch ein wichtiges Werk, das unbedingt von Jugendlichen ab 14 Jahren sowie von Erwachsenen gelesen werden sollte.

    Katrin Hemmerich
  • Ninjageschichten       

    Ninjageschichten       

    Michael Petrowitz

    Pascal Nöldner

    Ravensburger

    Leseempfehlung ab 7 Jahre 2. Lesestufe

    Vor dem Drachen sind zwei Kinder zu sehen, eines trägt eine rote Ninjamaske. In den drei Geschichten ist von unterschiedlichen Ninjas zu lesen.
    Zunächst geht es um Anton. Sein Problem ist es, dass er immer übersehen wird, doch für seine Ausbildung zum Ninja, ist das nur von Vorteil. So schafft er es, zwei Räuber, die in ein Museum einbrechen, zu stellen.
    mehr oder weniger lesen
    Drei Kinder gehen in das Internat, wo sie zu Ninjas ausgebildet werden. Der Lehrer stellt ihnen eine schwierige Aufgabe, sie sollen einem Drachen einen Stein entwenden, als Preis winkt der goldene Gürtel. Doch keiner kann die Aufgabe alleine lösen. Von zwei Kunoichis, so werden weibliche Ninjas genannt, ist im letzten Kapitel die Rede. Hier erfährt Niklas, dass Ferien ganz ohne Zocken auch spannend sein können.
    Jedes Kapitel, das mit seinen großen Buchstaben und den bunten Bildern gut zu lesen ist, endet mit einer Frage. Am Ende gibt es noch ein kleines Quiz, so weißt du gleich, ob du alles auch verstanden hast. Ninjas sind ja ein spannendes Thema und hier macht es Spaß, zu erfahren, wie unterschiedlich solche Erlebnisse sein können.
    Was mir nicht gefiel, dass die Kinderninjas Wurfsterne benutzen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Aufregung im Freizeitpark

    Aufregung im Freizeitpark

    Anja Kiel

    Valeska Scholz

    Ravensburger

    Leseempfehlung ab 6 Jahre 1. Lesestufe

    Auf dem Cover sehen wir die drei Kinder, die wir in den Freizeitpark begleiten, mit der Achterbahn fahren. Hinten jubelt Paul, während Nuri und Elias sich sichtlich unwohl fühlen.
    Die Klasse 2 a macht, nachdem die Kinder die Karten gewonnen haben, einen Ausflug in den Freizeitpark.
    mehr oder weniger lesen
    Paul nimmt seinen Mund immer sehr voll und möchte mit allen Fahrgeschäften fahren. Erst geht es in die Achterbahn, danach kommt die Geisterbahn dran und obwohl sie inzwischen ihre Klasse verloren haben, muss Paul noch auf die Wildwasserbahn. Nuri und Elisas zögern zwar immer wieder, steigen aber dann doch immer ein. Als sie endlich vom Riesenrad aus ihre Klasse entdecken und zu ihr finden, ist ihre Lehrerin ziemlich böse auf sie. Paul versucht sich herauszureden, aber Nuri gesteht, wie es war. 
    So ein Besuch im Freizeitpark ist immer eine spannende Sache und nicht alle wollen mutige überall mitfahren. Da ist etwas Rücksichtnahme schon angebracht, aber Paul interessieren die Ängste der anderen nicht. Bis er selbst in eine Situation gerät, in der er sich fürchtet.
    Die vier Abschnitte sind in großen Buchstaben gedruckt und der Text ist nicht sehr lang. Dazu kommen die vielen schönen bunten Bilder, die die Geschichte zusätzlich erzählen. Ein schönes Erstleser*innen-Buch über Ängste und Freud*innen, die uns unterstützen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Manno Monster & ich

    Manno Monster & ich

    Katja Reider

    Daniela Kohl

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Nominiert für den deutsch-französischen Jugendliteraturpreis 2026

    Auf dem Cover sind Jussi und Manno zu sehen und obwohl Manno ein Monster ist, schaut er sehr freundlich. Und genau da liegt sein Problem. Als Jussi, wie jeden Abend, sein Zimmer nach einem Monster absucht, hört er ein Knarzen und findet unter seinem Bett Manno, das niedliche blaue Monster. 
    mehr oder weniger lesen
    Von ihm erfährt er, dass Jungen wie er in Monsterkreisen als „Weichei“ eingestuft werden und eigentlich Anfängermonster auf ihn angesetzt würden. Aber Manno ist leider nicht gut im Erschrecken und deshalb taucht er heute bei Jussi auf. Nun hat Jussi mit diesem unfähigen Monster noch ein zusätzliches Problem neben seinem Vater, der mit ihm ständig für die Schule lernen will, einer pubertierenden Schwester und einem fiesen Nachbarjungen. 
    Wie und ob Jussi seine Probleme lösen wird, davon erzählt die Geschichte und ich darf verraten, er überlegt sich einen tollen Plan. Neben der sehr schön erzählten Handlung gibt es hervorragende Illustrationen und ein besonderer Gag ist, dass, wenn die Handlung im Dunkeln spielt, die Seiten ebenfalls dunkel eingefärbt sind. Dazu gibt kleine Sprechblasen, in denen uns Jussi anspricht und nach unserer Meinung fragt und Listen, die wir ausfüllen können. So können wir uns überlegen, wie wir vorgegangen wären. Schon bald gibt es einen zweiten Teil und ich bin gespannt, wie es mit Jussi und Manno weitergeht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Zwei sind eine Bande

    Zwei sind eine Bande

    Jasmin Schaudinn

    Martina Schachenhuber

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kofi und Lille wohnen in derselben Straße und sind beste Freunde. Gemeinsam gründen sie eine Bande und erleben in ihrer Nachbarschaft viele spannende Abenteuer. Als der Gemüsehändler Dorukan den Baum vor seinem Geschäft fällen lassen möchte, kommt es zu Konflikten in der Nachbarschaft. Dabei zeigen die Kinder den Erwachsenen, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass man Probleme am besten gemeinsam lösen kann.
    mehr oder weniger lesen
    Das Buch ist ein sehr schönes Vorlesebuch, eignet sich aber auch hervorragend für Leseanfänger. Die Sätze sind kurz und leicht verständlich, und es kommen keine komplizierten Wörter vor. Unterstützt wird die Geschichte durch sehr schöne und passende Illustrationen, die das Lesen zusätzlich bereichern.
    Besonders schön ist die Botschaft des Buches: Erwachsene sehen viele Dinge oft nur schwarz oder weiß, dabei lohnt es sich, Situationen auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Für viele Konflikte gibt es eine Lösung, und wenn man sich – wie die Kinderbande – zusammentut, findet man oft einfache und schöne Wege, die Probleme des Alltags zu lösen.
    Insgesamt ist es eine sehr schöne und lehrreiche Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

    Katrin Hemmerich

  • Emil und die Bärin

    Emil und die Bärin

    Leonard Erlbruch

    Kunstmann

    Leseempfehlung 3 Jahre

    Das Cover zeigt Emil, den niedlichen Hund, der ganz fröhlich auf die Bärin zugeht. 
    Zusammen mit seiner Familie fährt Emil im Kombi in den Wald. Da er sehr ängstlich ist, beschließt er, nicht auszusteigen, sondern es sich unter der Decke bequem zu machen. Doch ein interessanter Geruch lockt ihn dann doch aus dem Wagen.
    mehr oder weniger lesen
    Leider fährt seine Familie weg, ohne zu überprüfen, ob Emil im Auto ist. Emil folgt verzweifelt der Spur und muss sogar allein im Wald übernachten. Doch dann trifft er auf die Bärin Gisela, die sich schon auf ihren Winterschlaf eingestellt hat. Trotzdem verbringt sie einige Zeit mit Emil und nimmt ihn dann mit in ihre Höhle. Im Laufe des Winters bekommt sie zwei Bärenkinder, denen sie gemeinsam mit Emil alles beibringt, was sie zum Überleben brauchen. So wird aus dem kleinen ängstlichen Emil ein selbstbewusster mutiger Hund, der sich dann auf den Weg zu seiner Familie macht. 
    Die wundervollen Naturbilder von den Tieren begeistern mich und sicher auch die Kinder. Dass dieser niedliche Hund sich dann so viel traut, macht uns selbst auch etwas mutiger, selbst wenn wir keine erfahrene Bärin an unserer Seite haben.
    Da Emil am Ende wieder zwischen seinen schlafenden Menschenkindern liegt, ist das Buch auch als Gute-Nacht-Geschichte zu lesen, aber das Wichtigste ist die Freundschaft sowohl zur Bärin und ihren Kinder als auch zu Emils menschlicher Familie. Ein zauberhaftes Buch voller Wärme.

    Dagmar Mägdefrau
  • Knallharte Steinzeit – Kleines Mammut, große Gefahr – Band 1

    Knallharte Steinzeit – Kleines Mammut, große Gefahr – Band 1

    Rüdiger Bertram

    Saskia Gaymann

    cbj

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Neben dem kleinen Zwergwollmammut-Baby sehen wir Krähe und Wolf. Die beiden dürften eigentlich nicht zusammen unterwegs sein, denn Krähes Mutter ist die Erfinderin des Rades und damit die Chefin des Herstellungsbetriebes, wohingegen Wolfs Vater nur die Räder herstellt. Deshalb wollen beide nicht zusammenspielen. 
    mehr oder weniger lesen
    Aber wie wir sehen, sind sie wieder zusammen unterwegs. Auch Krähe ist eine kleine Erfinderin und gleich zu Beginn der Geschichte erfindet sie einen Fußball aus Blättern, denn der Steinfußball bewährt sich nicht. Doch als sie dann einen kleinen Mammut finden, müssen sie überlegen, wie sie ihn vor den Jägern schützen können. Gut wäre es den Kleinen mit Milch zu füttern, doch er mag gerne Blätter essen, was dazu führt, dass er pupsen muss, was sehr stinkt. 
    Ich bin ja keine Freundin dieser ständigen Pupserei in Kinderbüchern, hier ist aber die Dramatik der Handlung davon abhängig. Trotzdem würde es mich freuen, wenn sich die Autor*innen mal was anderes einfallen ließen. Aber auch Wolf, der sehr schön zeichnen kann, bringt sein Talent neben Krähes Erfindungsgeist in die Geschichte ein.
    Ein ganz wichtiges Thema ist die Freundschaft zwischen den beiden Kindern und ihr gemeinsames Kümmern zur Rettung des Mammuts. Sehr gut gefällt mir, dass später alle Steinzeitmenschen zusammenhalten und den dummen Jäger davon abhalten, das kleine Mammut zu töten.
    Im Nachwort erklärt Rüdiger Bertram, dass diese Geschichte nicht authentisch die Steinzeit widerspiegelt, aber mir gefällt diese kleine Geschichte, die voller witziger Ideen und Anspielungen ist, sehr gut. Dazu beigetragen haben aber auch die cartoonartigen Illustrationen der Figuren und die kleinen Bilder, die die Geschichte auflockern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Mira #sommerhaus #geister #livasgeheimnis

    Sabine Lemire

    Rasmus Bregnhøi

    Aus dem Dänischen von Franziska Gehm

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Comicartig wird der Sommer von Mira erzählt, sie berichtet uns ganz genau, was geschah. Aber vielleicht erzählt sie das auch nur ihrem Tagebuch?
    Noch vor den Ferien erfährt Mira zufällig, dass ihre beste Freundin Liva, mit der sie auch auf dem Cover zu sehen ist und die gleich nebenan auf dem Hausboot wohnt, gemobbt wird.
    mehr oder weniger lesen
    Da Liva auf eine andere Schule geht, kann Mira ihr dort nicht beistehen und ihre Mutter bemüht sich, dass Liva in Miras Klasse kommt, was ihr im nächsten Schuljahr auch gelingt. Zu Anfang des Buches werden einige Protagonisten vorgestellt und so erfahren wir, dass Miras Eltern getrennt sind und ihr Vater eine neue Frau hat. Deshalb hat Mira zwei Halbgeschwister. Mit dieser Familie reist sie in der zweiten Ferienhälfte nach Salinen. Aber zunächst geht es mit Mama und ihrem sehr sympathischen Freund in dessen Ferienhaus. Hier darf Mira sogar eine Übernachtungsparty feiern. 
    Mira hat schon ein ungewöhnliches Leben, sie lebt auf einen Hausboot und hat zwei nette Elternteile und viele Freund*innen. Besonders gut versteht sie sich mit Liva, die sie nach Kräften unterstützt. Insofern ist Mira eine tolle Freundin. Viele Themen werden in diesem Buch angeschnitten, so gibt es eine Geisterbeschwörung, die nur dem Gruseln dient. Mira findet, dass die Menschen am Strand sich nicht nackt zeigen sollten. Ein wichtiges Thema ist natürlich, dass ihre Freundin wegen ihrer Hautfarbe und ihres Aussehens gemobbt wird. Hier ist die Lösung ein Schulwechsel mit der Bemerkung, dass die Lehrer in der alten Schule das nicht so ernst nahmen. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht.

    Dagmar Mägdefrau
  • Glückwunsch, Bär

    Glückwunsch, Bär

    Susanne Straßer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das kleine quadratische Bilderbuch zeigt auf dem Cover den Bär, denn er feiert heute Geburtstag. Im Arm hält er einen Schwimmreifen, den schenkt ihm das Krokodil. „Oh…Danke, liebes Krokodil!“ versucht der Bär, seine Enttäuschung zu überspielen, und er findet noch, das so ein Schwimmreif in keinem Haushalt fehlen sollte. 
    mehr oder weniger lesen
    Nach dem nächsten „Ding dong!“ kommt die Gans, sie schenkt Bär einen Wecker, den kann er gut gebrauchen, wenn seiner kaputt geht. Nach und nach kommen alle seine Tierfreunde und jeder bringt ihm ein Geschenk, aber keiner erfüllt seinen Wunsch. Bis dann die Maus kommt und ein winziges Fahrrad mitbringt. Der Bär ist wirklich gut darin, nicht enttäuscht zu wirken und so bekommt er am Ende seine Überraschung.
    Die Tiere haben den Bär ganz schön gefoppt und ihm praktische Sachen mitgebracht. Und wer von uns kennt solche Geschenke nicht. Und Hut ab, der Bär hat sich seine Enttäuschung nicht anmerken lassen und wurde am Ende dafür belohnt.
    Ein witziges Buch mit vielen tollen Bilder und sich wiederholenden Texten und Szenen, was die Kinder ja ganz besonders lieben. Ein tolles Buch, nicht nur am Geburtstag.

    Dagmar Mägdefrau
  • Keine Party ist auch keine Lösung

    Keine Party ist auch keine Lösung

    Anna Maria Praßler

    Theresa Strozyk

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2026

    Fit für die Zukunft Hoffnungs-Buchtipp (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur)

    LesePeter September 2025

    Ich bin noch ganz beseelt von diesem liebevoll geschriebenen Buch. Dabei behandelt es ein sehr ernstes Thema, denn es geht um häusliche Gewalt. Aber Jagoda, die seit einem halben Jahr mit ihrer Mutter in einem Frauenhaus an der polnischen Grenze wohnt, ist eine sehr pragmatisches Kind und sie hat ein Ziel vor Augen, ihren 10. Geburtstag.
    mehr oder weniger lesen
    Leider ist dieser Geburtstag schon in vier Tagen und mit jeder Kapitelüberschrift nähern wir uns ihm immer mehr. Jagoda hat Mia, ihre neue Mitschülerin, die sie sich zur Freundin wünscht, eingeladen, obwohl sie weiß, dass sie niemanden ins Frauenhaus einladen darf, denn die Adresse muss geheim bleiben. Jagoda macht also einen Plan und bittet einige Menschen um Hilfe, so haben wir mit ihr die Hoffnung, dass es eine Mega-Party werden kann, doch am Vortag spitzt sich die Situation dramatisch zu.
    Jagoda ist trotz ihrer negativen Erfahrung ein Kind, das noch Wünsche hat und alles tut, damit sie in Erfüllung gehen. Sie hat selbst Strategien entwickelt, sich abzulenken. So hat sie eine Aversion gegen „Blau“, was damit zu tun hat, dass ihr Name auf Polnisch Blaubeere bedeutet. So sammelt sie gute und schlechte Blaus in einer Liste, die sie zur Beruhigung im Stillen aufsagt.
    Dieses Mädchen, das schon so viel in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat und die für ihr Alter viel zu reif und vernünftig ist, zeigt uns eine Welt, die wir hoffentlich nicht kennenlernen werden. Aber es ist wichtig zu wissen, dass es Kinder gibt, die so leben müssen wie Jagoda.
    Es gibt viele schöne kleine Zeichnungen in dem Buch und die Geschichte, die aus Jagodas Sicht erzählt wird, geht einfach ans Herz. Ein besonderes Buch über ein ganz besonderes Mädchen!

    Dagmar Mägdefrau

  • Frei – Bester Anfang – Band 3      

    Frei – Bester Anfang – Band 3      

    Sarah Welk

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das Cover entspricht den beiden vorherigen Büchern und ist diesmal grellgrün: Es ist Koray, der über die Buchstaben springt und er ist diesmal der Erzähler.
    Koray ist im ersten Band mit seiner Mutter aus Dubai nach Rottloch zurückgekommen.
    mehr oder weniger lesen
    Seine Mutter hatte als Influencerin viel verdient, wurde aber durch einen Freund böse betrogen und muss nun schauen, wie sie ihr Leben in den Griff bekommt. Koray möchte von seiner Mutter wissen, wer sein Vater ist und er vermutet, dass ein Mann aus dem kleinen Dorf, das seine Mutter ohne Schulabschluss verlassen hat, sein Vater ist. Sein Freund Nico unterstützt ihn bei den Recherchen und er hat auch schon eine Vermutung, denn auf einem Foto ist ein ehemaliger Mitschüler Koray ähnlich. Die Freunde machen sich auf zur „Alten Schrauberei“, einem angesagten Lokal, das Ken gehört. Hier lernt Koray Marc kennen, der ihn ein wenig aus der Fassung bringt. 
    Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, es ist spannend und sehr unterhaltsam geschrieben. Korays Gefühle bei der Suche nach seinem unbekannten Vater und die Zuneigung, die er für Marc empfindet, werden sehr einfühlsam beschrieben. Aber auch die Wut, die er wegen des Schweigens seiner Mutter, empfindet, war gut nachzuvollziehen.
    Richtig spannend wird es dann, als Koray erfährt, wer sein Vater ist. Ich war auf jeden Fall sehr erstaunt über diese Lösung.
    Ein toller dritter Band und ich bin gespannt, was Nina und Nico noch erleben werden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Eagle Rider – Deine Kraft findet dich – Band 1  

    Eagle Rider – Deine Kraft findet dich – Band 1  

    Britta Sabbag

    Raimund Frey

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Eine wunderbare Geschichte über Mut, Freundschaft und Selbstvertrauen: Tyls Traum ist es, ein Ritter zu werden – doch aufgrund seiner schmächtigen Statur traut ihm das kaum jemand zu. Als er jedoch einen verletzten Adler im Wald findet und gesund pflegt, verändert sich sein Leben auf besondere Weise. 
    mehr oder weniger lesen
    Der Adler Eylo wird zu seinem treuen Begleiter, und gemeinsam geraten sie in ein spannendes Abenteuer im Tal der Adlerreiter.
    Bereits das Cover lässt erahnen, dass es sich um eine mitreißende Abenteuergeschichte handelt. Die Illustrationen sind sehr schön gezeichnet. Zu Beginn war ich dennoch etwas skeptisch, ob das Buch wirklich für achtjährige Kinder geeignet ist. Die Beschreibungen von Tyls Zuhause im 12. Jahrhundert sowie die Illustrationen wirkten zunächst eher düster. Doch mit dem Auftauchen von Eylo wandelt sich die Stimmung spürbar: Die Geschichte entwickelt sich zu einer berührenden Erzählung über eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier und verliert dabei ihre anfängliche Schwere.
    Ab diesem Moment hat mich die Geschichte vollkommen in ihren Bann gezogen. Sie vermittelt auf einfühlsame Weise wichtige Werte wie Zusammenhalt, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Kraft von Gemeinschaft. Besonders schön ist zudem, dass ungebräuchliche Begriffe kindgerecht innerhalb der Geschichte erklärt werden.
    Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band und bin überzeugt, dass sich diese Reihe zu einer großartigen Abenteuerreihe für junge Leserinnen und Leser entwickeln wird!!!

    Katrin Hemmerich