• …und mir bleibt der hässliche Hund

    …und mir bleibt der hässliche Hund

    Franziska Hörner

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 13 Jahre

    Auf der Rückreise vom Osterurlaub verunglücken die Eltern und die kleine Schwester von Felix. Alles, was ihm bleibt, ist Bolt – der hässliche, aber von seiner Schwester über alles geliebte Hund, mit dem er sich zuvor nie beschäftigt hat.

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    Das Buch nimmt uns auf sehr einfühlsame Weise mit auf den langen Weg, den Felix gehen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und ein „neues Ich“ aufzubauen. Es erzählt von dem Sommer, in dem er in einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Mo trifft und sich in Marie verliebt. Gleichzeitig geht es um die Versuche von Felix und Mo, sich eigenständig ihren Ängsten zu stellen. Doch die sogenannten Challenges, an denen nur Marie beteiligt ist, überfordern die beiden teilweise stark.

    Ich muss sagen, dass mich dieses Buch sehr beeindruckt hat. Franziska Hörner beschreibt auf eine intensive und einfühlsame Weise die Trauer und den Verlust, den Felix erlitten hat, sowie die daraus entstandene Depression. Sie versucht, „in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, was es mit einem macht, wenn man einen solchen Verlust erlitten hat. Unser Wortschatz reicht dafür nicht aus.“ Diese Gedanken haben mich sehr berührt, und ich konnte mich gut in Felix – und sogar in Bolt – hineinversetzen. Besonders interessant fand ich zudem die Darstellung, wie sensibel Hunde auf die Stimmungen ihrer Besitzer reagieren und diese spiegeln können. So kommt der entscheidende Anstoß für Felix’ Besuch in der psychiatrischen Praxis letztlich aus einer Diagnose der Tierärztin: „Ihr Hund hat Depressionen.“

    Zum Glück zeigt Franziska Hörner aber auch, wie ein möglicher Weg zurück in ein „normales, altes“ Leben aussehen kann. Mit der Hilfe von Menschen, die neu in sein Leben treten und eine Art Ersatzfamilie bilden, findet Felix nach und nach wieder Anschluss.

    Ich kann dieses Buch jedem sehr ans Herz legen, der verstehen möchte, was Verlust und Trauer mit einem Menschen machen können – nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen.

    Beate Böhm
  • Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen – Band 2   

    Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen – Band 2   

    Marc-Uwe Kling

    Astrid Henn

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Es schneit und Hund Klaus-Kathrin bellt den ganzen Tag den Schnee an, ansonsten ist alles wie immer, die Familie sitzt am Frühstückstisch und bei ihnen sitzt das Klugscheißerchen. Doch diesmal passiert doch etwas Ungewöhnliches, die Kinder verbessern das Klugscheißerchen und das ist am Boden zerstört. 
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    Um vielleicht doch noch etwas zu lernen, geht es dann am nächsten Tag mit zur Schule. Zunächst nimmer er am Unterricht von Tina teil, die auch gleich einen Text schreiben muss. Da ist es praktisch, dass das kleine türkise Ding, dass anders nicht sehen können, ihr ein wenig hilft. Aber dann krabbelt aus der Schublade des Lehrerinnenschreibtisch ein anders Wesen heraus. Wie sich herausstellt handelt es sich da um das Vehlerteufelchen. Ein rotes Wesen mit hörnern, dass nur einen Gummistiefel am falschen Fuß trägt. Sie flüstert den Kindern falsche Sachen zu und hat einen Riesenspaß an deren Fehlern. 
    Auch dieser zweite Band ist sehr witzig und die neue Figur des Vehlerteufelchens hat durchaus ihren Charme, auf den unser Klugscheißerchen dann ja auch voll abfährt. Aber weshalb die Familie Theufel im Gegensatz zu den anderen Menschen es sehen kann, erschließt sich mir nicht. Denn eine ähnliche Logik, Klugscheißer sehen das Klugscheißerchen, gibt es hier nicht. Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht zu sehen, wie der kleine türkise Kerl schockverliebt in ein kleines rotes Teufelchen ist.
    Der Text ist diesmal sehr schwierig zu lesen, da das Vehlerteufelchen die Worte verdreht (liebe Grüße von der alten RTL-Sendung „Samstag Nacht“). Die Illustrationen wieder voller Humor.

    Dagmar Mägdefrau
  • Copenhagen Cinnamon – Delicate – Band 1

    Copenhagen Cinnamon – Delicate – Band 1

    Stefanie Neeb

    Moon Notes Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 16 Jahre

    Jonna ist auf der Suche: nach sich selbst, nach einer Arbeit, die sie erfüllt, und nach dem Sinn ihres Lebens. Da ihr Vater mit ihren Plänen nicht einverstanden ist, sucht sie außerdem nach einer neuen Geldquelle. Was sie hingegen gerade nicht aktiv sucht, ist die Liebe. 
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    Doch als sie das gehypte „Copenhagen Cinnamon“ betritt, findet sie zwar keinen geliebten Pumpkin Spice Latte, dafür aber den sympathischen Mads. Und irgendwie ist da etwas zwischen den beiden, auch wenn beide ihr eigenes Päckchen zu tragen haben.
    Besonders gefallen hat mir, dass zu Beginn noch ein weiteres mögliches Love Interest für Mads angedeutet wird. Es wirkt oft unrealistisch, wenn all diese attraktiven und charakterlich bewundernswerten Figuren scheinbar keinerlei Kontakt zum anderen Geschlecht haben. Das wurde hier angenehm anders gelöst.
    Die Atmosphäre im Café und generell im Roman ist unglaublich gemütlich. Ich mochte beide Hauptfiguren sehr und vor allem ihre Verbindung zueinander. Es gibt durchaus Konflikte, aber sie werden nicht durch unrealistisches Schweigen künstlich aufgebläht, noch wird die Beziehung als plötzliche Lösung für alle Probleme dargestellt. Stattdessen entwickeln sich die Figuren gemeinsam weiter, Jonnas Intelligenz wird sinnvoll eingebracht und Mads’ schwierige Situation wird zusammen angegangen. Genau so stelle ich mir einen gelungenen Slow-Burn-Trope vor.
    Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war die wiederholte, für mich etwas kitschig wirkende Rede von einem „Funkeln“, das wiederentdeckt werden soll. Vielleicht war das als Leitmotiv gedacht, aber für mich hat es nicht ganz funktioniert, zumal der Roman auch ohne dieses Stilmittel stark genug ist.
    Der unaufgeregte Schreibstil und die überzeugende Entwicklung der Beziehung sorgen dennoch für einen hohen Wiedererkennungswert. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Teil!

    Raphaela Brosseron