• Klassenfahrt ins Niemandstal – Level 3

    Klassenfahrt ins Niemandstal – Level 3

    Judith Le Huray

    Hase und Igel

    Verlagsempfehlung Klasse 3 und 4

    Da die Fahrt in das geplante Schullandheim gecancelt wurde, bemüht sich die Klassenlehrerin der 4c um eine neue Unterkunft. So fährt die Klasse für eine Woche nach Niemandstal. Da noch nicht alles hier für die Eröffnung fertig ist, müssen die Kinder einige Aufgaben dort übernehmen, aber das alte Bauernhaus hat eine schöne Lage am See und verfügt über Fahrräder für alle. Leider gibt es dort weder WLAN noch Handy-Empfang. 
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    Davon ist besonders Leonard betroffen, denn er zockt den ganzen Tag mit seinem Handy, seine Eltern kontrollieren die von ihm genutzten Apps überhaupt nicht. Helenas Mutter möchte ihre Tochter am liebsten gar nicht fahren lassen, denn das Armband, mit dem sie ihre Tochter überprüft, funktioniert natürlich auch nicht.
    Im Laufe der Woche gelingt es den Kinder aber, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und die Klasse kommt gestärkt und selbstsicherer wieder zu ihren Eltern zurück.
    Die Kinder, die in dieser Geschichte vorkommen, kennen wir alle. Während Greta Handys am liebsten abschaffen würde, freut sich Milan über sein Smartphone, das er zu Geburtstag bekommt. Er versucht aber, den Gebrauch nicht überhand nehmen zu lassen. Leonard dagegen hat keine andere Beschäftigung als das Spielen am Handy, mit dem er in der ersten Zeit auch sein Mitschüler fasziniert. Aber das Zuschauen bei seinen Battles wird für die anderen schnell langweilig.
    Ein Buch über das Für und Wider von Smartphones, über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und selbstständig werden und sich durchzusetzen.
    Elf etwas längere Kapitel mit einigen bunten Bildern verlangen schon etwas Leseerfahrung.

    Dagmar Mägdefrau

  • KoboldKroniken – Drachenjagd im Dunkel – Band 4 

    KoboldKroniken – Drachenjagd im Dunkel – Band 4 

    Daniel Bleckmann

    Thomas Hussung

    Oetinger

    KoboldKroniken

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Ich muss gestehen, dass ich bisher nur den ersten Band kenne und deshalb kann ich versichern, das Buch verliert dadurch nicht an Spannung. Das Cover begeistert mich ganz besonders. Da schaut uns ein freundlicher Kobold an und im Hintergrund sehen wir einen Porling, ein Wesen, das in den Buch eine wichtige Rolle spielt. 
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    Die ersten Seiten sind schwarz.  Mit Kreide gezeichnet sehen wir Dario mit einem Schwert in der Hand und den Drachen, der auf dem Schatz sitzt. 
    Dario ist zur Zeit der Schatzhüter, aber er sollte auch in der Schule für VERENA lernen und sich auf den Dauerlauf vorbereiten.
    Leider sind seine Freunde mit anderen Sachen beschäftigt und der Zugang zur Koboldwelt ist leider auch nicht geöffnet. Aber Dario lässt nicht locker und so schafft er es doch, nach Kwertz zu gelangen. Und dort ist es wieder sehr gefährlich und es warten ungewöhnliche Gestalten und Abenteuer auf Dario.
    Was mich am meisten erstaunt ist, dass immer wieder neue Kobolde oder andere Fabelwesen auftauchen. Sie sind mit ungewöhnlichen Eigenschaften ausgestattet, die man anhand ihrer Steckbriefe mit Beschreibung der Hirnfunktionen kennenlernen kann.
    Natürlich wirkt das alles nicht ohne die Zeichnungen, die uns die Wesen der Koboldwelt nahebringen. Von gruselig bis niedlich ist alles vorhanden und gerade diese Mischung aus dem Text und den Zeichnungen, die Dario uns als Leser seiner Chronik überlässt, machen den Reiz und die Spannung dieser Bücher aus.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tandemlesen – 20 Minuten Lesezeit

    Tandemlesen – 20 Minuten Lesezeit

    Ann Sophie Müller

    Barbara Peters

    BVK – Buchverlag Kempen

    Tandemlesen

    Leseempfehlung 4. Klasse

    Dieses Din-A-4 große Heft gibt Lehrern Anregungen, wie sie die Lesekompetenz bei ihren Schülern steigern können. So wird in den Vormerkungen genau erklärt, wie man diese Methode anwenden soll. Am Ende kann man eine „Leserrakete“ kopieren und als Lesehilfe statt des Fingers nutzen. Dazu gibt es einen Link für weitere Informationen zur „Lautlese-Methode“.
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    In der Seitenecke kann man in einer Wolke die Anzahl der Worte finden, die längste Geschichte bringt es auf 313 Worte. In jeder Zeile steht ein Satz in Großbuchstaben. Wir beginnen mit „Lampenfieber“, einer Geschichte über ein Mädchen, das bei einer Aufführung der Tanzschule mitmacht und das nach der verpatzten Generalprobe Lampenfieber hat. Wir erleben einen schönen „Sommertag“ mit Riekes Familie und Lina darf eine „Katze“, die sie findet, behalten. Zwölf Alltagsgeschichten, wie sie jedes Kind kennt. 
    Im nächsten Teil kann man Gedichte lesen, hier ist die Zahl der Worte kleiner, das Kürzeste hat nur 78 Worte und heißt „Wunderbarer Wüstenregen“ und endet mit den Worten „Wunderbarer Wüstenregen! Regne! Regne noch viel mehr“. Anders Gedichte handeln von „Der großen Stadt“ oder „Von hoch droben“. Durch die Reime und die kurzen Zeilen lesen sich diese Gedichte wahrscheinlich noch einfacher.
    Der letzte Teil widmet sich Sachtexten, an denen Jungen erwiesenermaßen mehr Interesse haben. Mit „Basketball“ und seinem Regelwerk beginnt es, ein weiteres Thema ist „Mikroplastik“, zu dem man wichtige Informationen über die Herstellung und Nutzung von Plastik erhält. Zu „Taschengeld“ und seine Modalitäten finden wir hier auch einen Text, da werden sicher alle Kinder neugierig.
    Ich bin ja keine Lehrkraft, aber ich finde diese Methode, bei der zwei Kinder zusammen einen Text bearbeiten sehr überzeugend und denke, „Probieren geht über studieren.“

    Dagmar Mägdefrau

  • Abwärts ins Abenteuer

    Abwärts ins Abenteuer

    Fee Krämer

    Timo Grubing

    Gulliver

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Ju wohnt in einem Hochhaus und, weil sein Mutter ständig arbeitet, kümmert er sich liebevoll um seinen kleinen Bruder. Doch manchmal wird ihm die Verantwortung doch etwas viel, immer muss er an alles denken. Außerdem fehlt ihm die Zeit, Freund*innen zu finden. Als er eines Abends noch einmal in den Keller will, fährt der Aufzug immer weiter und landet in -18528. 
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    Dort trifft er auf einen nette alte Dame, die ihn beauftragt, die Welt zu retten. Dazu gibt sie ihm ZZZipsch, einen Ball auf Beinen mit einem Reißverschluss über den Bauch. ZZZipsch kennt sich nicht in unserer Welt aus, kann aber Wünsche erfüllen und das führt erstmal zum Chaos. Aber als Ju Leyla um Hilfe bittet, geht es erst richtig rund.
    Ein lustiges Buch, das einfach nur Spaß macht und dessen schräge Ideen leider nicht zur Weltrettung beigetragen haben. Dafür hat Ju eine Freundin gefunden, ein lustiges Abenteuer mit ihr überstanden und das macht sein Leben ein bisschen schöner.
    Die Geschichte hat viel Fantasie, aber mir fehlt ein wenig das Warum.
    Große Schrift, viele Abstände, dazwischen viele Illustrationen in Schwarz-Weiß erleichtern das Lesen und so ist das Buch mit dem Aufkleber „superlesbar“ versehen.

    Dagmar Mägdefrau

  • KoboldKroniken

    KoboldKroniken

    Daniel Bleckmann

    Thomas Hussung

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre


    So ein gut gemachtes ansprechendes Cover - ich bin total begeistert. Der Titel „Sie sind unter uns“ ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn diese frechen Kobolde wohnen bei uns unter der Erde und es gibt geheime Türen, durch die wir zu ihnen kommen können. In dieser Geschichte ist diese Tür in einer alten Toilettenanlage der Schule zu finden.
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    Aber da greife ich etwas vor, zunächst muss Dario Leone, der dieses Skizzenbuch, das wir gerade lesen, angefertigt hat und der sich am Anfang ganz ordentlich vorstellt, feststellen, dass sein bester Freund Lennard völlig verändert aus den Ferien bei seinen Großeltern zurückkommt. Nicht nur, dass er schlanker ist, er liebt es auch, Sport zu machen und ist dabei richtig gut. Er hat auch Probleme, Rituale zwischen den Freunden anzuwenden. Die beiden Jungen haben gemeinsam eine App entwickelt und mit „CritterSwitch“ kann man, wenn man Personen fotografiert, etwas von deren Charakter auf dem Bild sehen. Mehr will ich jetzt nicht verraten, denn dieses Buch soll ja spannend bleiben.
    Neben den Erzähltexten gibt es, wie bei Comics, wörtliche Rede in Blasen, Fotos und massenhaft Skizzen auf etwas gammeligen Seiten. Besonders fasziniert haben mich die Gehirne, die aufzeichnen, was das Gehirn der Lebewesen bevorzugt denkt. Ich fand es nicht einfach, das Buch mit den vielen Kobold-Begriffen zu lesen, aber es braucht sehr viel Fantasie, ein solches Buch zu schreiben. Ich bin wirklich beeindruckt, wie alles logisch zusammenpasst und welche Entwicklung die Geschichte nimmt.

    Dagmar Mägdefrau



  • Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle

    Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle

    Cee Neudert

    Philipp Ach

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Diese Abenteuerspielbuch bietet wirklich eine Menge. Man kann sich einen Charakter aussuchen, die Beschreibung findet man am Ende des Buches, und in die Rolle dieses Tieres schlüpfend im Buch agieren. Die drei Tiere auf dem Cover des Buches begleiten dann den Lesenden bei seinen Abenteuern, auch die Drei habe einen festgeschriebene Identität, die man auch am Ende des Buches nachlesen kann. 
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    Dort gibt es auch ein „Notizbuch“ und einem „Rucksack“ mit der Möglichkeit, ihn zu befüllen. So findet man zum Beispiel während des Spieles immer wieder Nüsse, die Zahlungs- und Nahrungsmittel sein können. Ganz vorne im Buch ist die Landkarte des „Wilden Waldes“ mit den drei Orten, in denen die Spieler ihre Abenteuer bestehen müssen.
    Nachdem der Neuling willkommen geheißen wird, geht es an die Auswahl der „Spielfigur“, mit der man sich im Laufe des Spiels völlig identifizieren kann. Ich hatte mich für die Maus entschieden, sie ist geschickt, aber leider nicht sehr stark. So wurde ich zum Bestandteil der Geschichte und wurde immer direkt angesprochen. Es gibt ein Problem mit dem „Großen Baum“ und seine Hüter kommen zusammen und wir machen uns gemeinsam auf den Weg. Je nachdem ,wie ich mich nach einem kurzen Kapitel, von denen es 207 gibt, entscheide, lese ich an einer anderen Stelle weiter. Zum Glück gibt es ein Lesebändchen und ich kann mir merken, wo ich zuletzt war.
    Eine fantasievolle, spannende Geschichte, in die ich eintauchen und zusammen mit mystischen Figuren die Rettung des Baumes auf abenteuerliche Weise bewerkstelligen kann. Man kann das Spiel auch mehrfach machen und die erworbenen Stärken behalten.
    Mir ist diese Art Buch und Spiel neu und ich habe solchen Spaß dabei gehabt, dass ich das Buch nur empfehlen kann.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Zimmer für mich allein

    Ein Zimmer für mich allein

    Frauke Angel

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Buch des Monats Juli 2024

    Elli, eigentlich Elizabeth, genannt nach der englischen Queen, lebt mit ihren zwei Brüdern in einer Plattenbausiedlung. Ihr größter Wunsch ist, wie schon der Titel sagt, ein eigenes Zimmer, dass aber leider nicht zur Verfügung steht, denn bezahlbare Vierraumwohnungen sind rar und ihre alleinerziehende Mutter kann sich keine teure Miete leisten. 
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    Aber sie hat Elli einen blickdichten Vorhang ums Bett gebaut, damit sie ein wenig Privatsphäre hat. 
    Ellis Freundin Nursemin unterstützt Ellis Wunsch Schriftstellerin zu werden, denn auch sie möchte gerne Bücher schreiben. So berät sie Elli beim Schreiben und schenkt ihr ein wunderschönes Tagebuch vom Asia-Shop. Durch Zufall geraten die Kinder in ein verwildertes Grundstück und finden dort einen Bunker, den die beiden Mädchen erkunden.
    Das Buch ist von Elli in der Ich-Form geschrieben und dank Nursis Ratschlägen bekommt es eine ungewöhnliche Form, so gibt es nach fünf ein Kapitel null, weil doch noch etwas nachgetragen werden musste. Die Protagonisten dieses sehr realistisch beschriebenen Buches sind sehr vielschichtig. Da Ellis Mutter ihre Kinder von drei verschiedenen Vätern bekommen hat, ist William, der große Bruder dunkelhäutig und mit viel Gel glättet er jeden Morgen seine Haare. In Nursis türkischstämmige Familie versucht der Vater seine Tochter zu kontrollieren, um sie zu schützen. Otto, der kleine Bruder, hat einen Freund, dessen Vater Alkoholiker ist und er mit Sprüchen wie „Das Boot ist voll“ besonders Ellis Mutter gegen sich aufbringt. So erleben wir den ganz normalen Alltag in einer Wohnsiedlung mit großem Hof aus Sicht einer fast 10-jährigen. Der wir von Herzen ein eigenes Zimmer gönnen, die aber, auch dank ihrer Freundin, stark genug ist, sich ihren Freiraum zu erkämpfen.
    Dank der bildhaften Schilderung könnte ich mich gut in die Welt von Elli hineinversetzten. Worum sie alle zu Recht beneiden ist ihre coole Mutter.

    Dagmar Mägdefrau

  • Geheim – Holly Holmes – Löse den Fall des roten Dreiecks – Band 3

    Geheim – Holly Holmes – Löse den Fall des roten Dreiecks – Band 3

    Michael Peonkofer

    Baumhaus

    Geheim!

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Holly Holmes ist, wie wir auf dem Cover erkennen können, ein großer Fan des gleichnamigen Detektivs Sherlock Holmes und ihre Leidenschaft ist es, zu ermitteln. Sie führt „das magische Detektivbüro“ und die Geschwister Jenny und Percy Jones unterstützen sie dabei. Die beiden sind neu in der Stadt und müssen noch einiges lernen, wie zum Beispiel, dass dort auch Zwerge und andere Fabelwesen wohnen. 
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    Dr. Watson ist eine Plüschschwein, das „quicklebendig“, aber kurzsichtig ist. Es trägt deshalb eine Brille, es ist aber auch sehr klug und geschickt in technischen Dingen. Der Brief, der immer an Anfang des Buches eingefügt ist, wimmelt in der Adresse von Schreibfehlern und auch der Text muss erst entschlüsselt werden. Und da kommen wir auch schon zur Besonderheit dieses Buches, die zwanzig Kapitel enden immer mit einem Rätsel, eingeteilt in drei Schwierigkeitsstufen. Oft gibt es zu den Rätsel sehr beeindruckende Illustrationen, so sehen wir auf einem die Autowerkstatt mit vielen Werkzeugen und Licht, dass durch kaputte Jalousien fällt. Die zu lösenden Aufgaben sind sehr vielseitig, so gilt es durch logisches Denken ein bestimmtes Reagenzglas auszusuchen, einen Dieb in einer Küche auf frischer Tat zu ertappen oder die Fährte eines Kobolds zu erkennen. Hinten im Buch gibt es ein farbige Karte von Marville, dieser magischen Stadt. Ein spannendes Buch für Detektive, die selbst an der Lösung des Falles mitarbeiten wollen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Vorsicht, frisch geschieden! – Ein Survival-Buch für Trennungskinder

    Vorsicht, frisch geschieden! – Ein Survival-Buch für Trennungskinder

    Frauke Angel

    Meike Töpperwien

    Klett Kinderbuch

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Beste 7 im Juli 2023

    Kurz vor meiner Goldhochzeit kam das Buch bei mir an und ich war doch erschrocken, wie viele Ehen geschieden werden, aber unter der Überschrift „Echt jetzt? Echt!“ konnte ich an einigen Stellen diese Fakten nachlesen. Aber zunächst geht es um das Heiraten, denn das kommt ja vor der Scheidung, obwohl das Buch auch von Kindern berichtet, deren Eltern nicht verheiratet waren, also in der früher „Wilden Ehe“ genannten Verbindung Kinder bekamen und sich dann wieder trennten.

    
    
    
    
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    Da geht es mit dem Trennen zwar leichter, aber die Kinder leiden genauso unter der Trennung. Die Autorin, die zwar selbst zwei Elternscheidungen als Kind erlebt hat, hat sich vom „Club der geschiedenen Leute“, also Kindern aus geschiedenen Ehen, beraten lassen. Diese Kinder kommen im Buch häufig zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen.
    Daneben geht es aber auch um rechtliche Dinge, die sehr einfach erklärt werden, um die Top 10 der Scheidungsgründe (Wichtig: nie sind die Kinder der Grund!!!) Danach geht es um die unterschiedlichen Betreuungsmodelle, Hilfen für die Beteiligten, um den Kindesunterhalt und das Sorge- und Umgangsrecht.
    Wie und wo wird geschieden? Eine Frage, die dringend einer Antwort bedarf, denn die Erwachsenen sprechen wohl nie darüber. Hier ist sie aber zu finden. Die Gefühle nach der Scheidung sind auch ein wichtiges Thema.
    Tipps für die Eltern und Kinder, die stehen hinten auf Seiten, die man heraustrennen darf.
    Ich glaube, in diesem Buch wurde an alles gedacht.
    Im Nachwort kommt Ava noch mal zu Worte und sie berichtet von der Zusammenarbeit mit der Autorin. Da macht sie genauso ehrlich, wie ich es in den Kindertexten schon bewundert habe.
    Ein Ratgeber, den Kinder, aber auch ihre Eltern lesen sollten und der leicht zu lesen ist. Ein tolle Mischung aus Erfahrungsberichten, Daten, Informationen und Hilfsangeboten. Sehr gelungen!

    Dagmar Mägdefrau

    Ein Scheidungsratgeber für Kinder - eine sinnvolle Idee, wenn man bedenkt, wie viele Ehen tatsächlich in Deutschland geschieden werden und wie stark sich das Leben der Kinder dadurch verändert! Dazu lernen wir als Leser*innen einiges in diesem Buch.
    Der Inhalt ist sinnvoll aufgeteilt: Es gibt einen Teil zu der Zeit VOR der Scheidung, samt Trennungsgründen, einen Teil zur Scheidung selbst und einen Teil zu NACH der Scheidung.
    Der Ratgeber beginnt damit, auf leicht verständliche Weise verschiedene Fakten rund um das Thema Scheidung zu präsentieren. Besonders hervorgehoben sind die zahlreichen möglichen Gründe für eine Scheidung, wobei stets betont wird, dass die Kinder keine Schuld daran tragen.
    Im weiteren Verlauf werden Kinder aus dem "Club der Geschiedenen" vorgestellt, die ihre persönlichen Geschichten teilen. Diese realen Erzählungen von Kindern mit geschiedenen Eltern verleihen den dargestellten Fakten nochmal eine persönliche, lebensnahe Note.
    Der Teil zur Scheidung selbst erklärt Aspekte wie das Trennungsjahr und auch, wie die Eltern ihre Kinder über ihren Entschluss meistens informieren - mal mehr, mal weniger gelungen. Auch hier dürfen wieder Kinder erzählen und es wird deutlich, dass sie einiges mitbekommen, es also sehr wohl sinnvoll ist, sie von Anfang an mit in den Prozess miteinzubeziehen.
    Im Hinblick auf das Leben nach der Scheidung werden verschiedene Lebensmodelle wie das Residenzmodell oder das Wechselmodell erläutert, wobei der Fokus besonders auf den Rechten und Gefühlen der Kinder liegt.
    Dieser Ratgeber bietet somit eine wertvolle Unterstützung für Kinder, die sich mit der Scheidung ihrer Eltern auseinandersetzen müssen. Durch die Kombination aus faktischen Informationen, persönlichen Geschichten und praktischen Ratschlägen werden Kinder ermutigt, ihre Gefühle auszudrücken, Fragen zu stellen und Verständnis für die Situation zu entwickeln.
    Ein gelungener und kinderfreundlicher Ratgeber zum Thema Scheidung, das nicht gerade wenige betrifft!

    Raphaela Brosseron

  • Geheim – Agentur für magische Wesen – Löse das Rätsel des Meerungeheuers – Band 4

    Geheim – Agentur für magische Wesen – Löse das Rätsel des Meerungeheuers – Band 4

    Amelie Benn

    Baumhaus

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Pipa und Ben sind ziemlich sauer, weil sie die Ferien bei ihrer Tante Esmeralda verbringen sollen. Zudem ist Pipas Cousin Ben auch noch zwei Jahre jünger als sie, was ihr noch weniger gefällt. Doch dann kommt alles anders. Tante Esmeralda wird von der Agentur für magische Wesen mit dem Schiff nach Südamerika geschickt, dort soll sie dort ein magisches Tier vor den Unorden, die diese wundervollen Tiere nur ausnutzen wollen, retten.
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    Schon auf dem Schiff fallen den Kindern zwei Männer auf, die sich sehr verdächtig benehmen. Durch Kombinieren können sie einen dieser Männer als zu den Unorden gehörig ausmachen und ein magisches Wesen vor ihm retten. So nehmen sie das niedliche Marillo mit in ihre Kabine. Diese kleine fuchsähnliche Tier kann fliegen und sich unsichtbar machen. 
    Die spannende Geschichte über magische Wesen, Tante Esmeralda und die Kinder wird in 20 Kapiteln erzählt, die mit einem Rätsel enden. Diese Rätsel sind in drei Schwierigkeitsstufen eingeteilt und sehr abwechslungsreich gestaltet. Logisches Denken und eine gute Beobachtungsgabe helfen bei der Lösung. Aber notfalls kann man sich auch durch zwei Tipps helfen lassen oder einfach weiterlesen, denn im nächsten Kapitel steht die Lösung ebenfalls. Aber es macht auch Spaß, sich die Aufgaben anzuschauen und zu überlegen, wo der Lösungsansatz steckt.
    Wieder eine schöne Fortsetzung der „Geheim!-Reihe“, die wie immer mit einem Brief hinter dem Cover beginnt und durch die Rätsel und Illustrationen gut zu lesen ist.

    Dagmar Mägdefrau


  • Willkommen bei den Grauses – Wer ist schon normal?

    Willkommen bei den Grauses – Wer ist schon normal?

    Sabine Bohlmann

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    In einer Sommernebelnacht ziehen in das alte Haus in der Sackgasse fünf Gestalten ein. Ottilie beobachtet das von ihrem Fenster und als Papa sie am Morgen bittet, einen Kuchen zur Begrüßung zu den neuen Nachbaren zu bringen, erlebt sie Ungewöhnliches. Als sie bei Familie Grause schellt, um ihren Begrüßungstext zu sagen, kommen nur Kinderstimmen aus dem Briefschlitz. Diese Kinder kennen wohl keine Brille und wundern sich über das „doppelte Monokel“, dass Ottilie trägt. Auch mit dem Namen Ottilie tun sie sich sehr schwer. 
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    Als dann eine Erwachsenenstimme den Kindern rät zu sagen, sie wären nicht da, ist Ottilie völlig verwirrt. Da sie selbst keine Freunde hat, geht sie immer wieder zu Haus Nr. 13 und so langsam gewöhnen sich die Neuen an sie und nach ein paar Tagen kommen sie auf Ottilie zu. Wolfi, das Mädchen, stellt sich als Werwolf vor, Muh hat Hörner auf dem Kopf, die er durch eine Mütze verdeckt ,und das dritte Kind ist ein unsichtbares Gespenst. Die Geschwister erklären Ottilie, dass sie eine Liste von Worten nicht sagen darf, die Wort sprechen sie dazu rückwärts, dann schaden sie nicht. Ottilie ist entschlossen, die Familie dabei zu unterstützen, „normal“ zu werden. Doch der schwierigste Fall ist Opa, der ein Schrat ist.
    Eine wunderliche Familie ist da eingezogen und es gibt viele lustige Missverständnisse, die aber letztlich in einer richtigen Freundschaft enden. Die Familienangehörigen lernen sich wie eine richtige Familie zu verhalten und füreinander einzustehen.
    
    Dagmar Mägdefrau 
    
    
  • Gurke und die Unendlichkeit

    Gurke und die Unendlichkeit

    Oskar Kroon

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Gurke verbringt viel Zeit mit seinem Papa, der sehr viel über Elektrogeräte weiß, weil er sie verkauft. Seine Mama schreibt an einer DOKTORARBEIT, die auch immer in Großbuchstaben gedruckt ist. Wenn sie fertig ist, ist Mama „Weltraumdoktorin“, deshalb weiß Gurke auch viel über das Weltall und seine Unendlichkeit.
    Mama ist auch davon überzeugt, dass die Welt irgendwann untergehen wird, so in ca. fünf Milliarden Jahren. Papa kocht Bio und denkt an die Umwelt, er schwärmt davon, dass er einen Saugroboter verkauft hat. 
    
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    Unterschiedlicher könnte ein Paar wohl kaum sein. 
    Papa liest Gurke von den Mumins vor und die beiden sprechen deren Sprache. Doch Papa muss immer häufiger husten und sein Vorlesen unterbrechen. Langsam wird es Frühling und die Hausbewohner grillen zusammen, doch „Papa saß in der Wohnung in seiner Einsamkeit und hustete. Er wurde immer kleiner.“ Aber Papa bringt Gurke immer noch zur Schule und am Mittag sind die beiden zum Eis verabredet. Aber Papa schafft es nicht mehr, ihn abzuholen, er ist endlich im Krankenhaus. Dort geht Gurke ihn mit Mama besuchen.
    Ich denke, dass ich nicht zu viel verrate, wenn ich sage, dass Papa die Krankheit überlebt, wenn es zwischenzeitlich auch sehr hoffnungslos scheint. 
    Gurke erzählt so eindringlich von seinen Erfahrungen mit dieser schlimmen Krankheit, von seinen Ängsten und Hoffnungen. Er lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Gefühlen. Manchmal kann man das nur sehr schwer aushalten. Zumal Mama keine echte Hilfe für ihn ist. Sie schreibt weiter an ihrer Doktorarbeit und kümmert sich nicht so sehr gut um ihren kleinen Sohn. Irgendwie ist dieses Ehepaar auch nicht sehr liebevoll zueinander. Gurke hat immer die meiste Zeit mit Papa verbracht und deshalb ist diese Trennung durch den Aufenthalt im Krankenhaus für ihn so schwer.
    Ein ungewöhnliches Buch für Grundschulkinder und ich würde dazu raten, das Buch als Eltern auch zu lesen, damit man das Kind bei der Lektüre und ihrer Verarbeitung unterstützen kann.
    Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und es gibt auch einige Bleistiftzeichnungen, die die dazugehörigen Szenen gut darstellen.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
    „Eigentlich war alles gut‟, erzählt Gurke am Anfang von seinem Leben mit seinen Eltern in Schweden. Der Alltag hält alle auf Trab, vor allem die Diskussionen über das Weltall und die Unendlichkeit, denn Gurkes Mama ist “Weltraumdoktorin”, bzw. wird eine, wenn sie endlich ihre DOKTORARBEIT, wie Gurke betont, fertig hat. Sein Papa ist Verkäufer in einem Elektrogeschäft, außerdem sorgt er für Ordnung und leckeres Essen im Haushalt, ist ein Abenteurer (zumindest, wenn abends Tierdokus geschaut werden), liest Gurke vor dem Schlafen aus “Mumins” vor und holt ihn von der Schule ab. Kurz um, Papa ist Gurkes Held und als er irgendwann krank wird, fällt das auf. Mama holt ihn eben nicht so ab, wie Papa, sie weiß dann nicht von Eis-Versprechungen und sie kann auch nicht so reden wie “Tofsla und Vifsla”. 
    Das Buch zeigt, wie unverstanden sich Kinder bei Krankheit der Eltern fühlen können. Gurke versteht nämlich viel, schließlich denkt er ständig über das Universum, die Unendlichkeit und den Weltuntergang nach, aber es darf halt nicht der Papa sein, der sein Ende findet. 
    Trotzdem wird mit ihm nicht richtig über den Stand von Papas Krankheit geredet, es heißt nur „Alles wird gut‟. 
    Wirklich berührend, wie diese ganzen Details, die einen Alltag und letzten Endes ein Leben ausmachen, auf einmal wegfallen und unendlich vermisst werden. Die Geschichte wird mit schönen Illustrationen unterstützt.
    Ich würde es Kindern und Eltern gleichermaßen empfehlen. Ganz nebenbei kriegt man wieder Lust, ein wenig mehr über das Weltall und seine Unendlichkeit zu philosophieren!
    
    Raphaela Brosseron
    
    
    
  • Das Erwachen der Magie

    Das Erwachen der Magie

    Gabriele Rittig

    Marek Bláha

    Faryland

    Leseempfehlung ab 9 Jahre

    Das Buch beginnt mit einem Alptraum, den Kelvin hat. Er glaubt sich im verbotenen Bannwald und plötzlich taucht ein böser Troll vor ihm auf. Kelvin und sein bester Freund der Elf Jarven sind gerne gemeinsam unterwegs, doch diesmal kommt bei der Heimkehr eine schlimme Überraschung auf sie zu. Ihr schönes Dorf wurde von den Trollen überfallen und die haben vieles zerstört, auch das Haus von Kelvins Oma. Aber das Schlimmste ist Kelvins kleine Schwester wurde geraubt. 
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    Da bleibt den beiden Jungen nicht anderes übrig, zumal die erwachsenen Männer nichts unternehmen wollen, sie machen sich auf das kleine Mädchen zu befreien. Das bedeutet aber, sie müssen den Bannwald durchqueren und das werden die Feuerelfen nicht zu lassen. 
    Viele gefährliche Abenteuer wartet auf die beiden mutigen Jungen, doch sie bekommen auch Hilfe von einem Feuerelfen-Mädchen, das damit auch ihr Volk retten will.
    Mit cleveren Ideen ist die Geschichte gespickt und der Ablauf in sich logisch, was ich auch bei Fantasy-Erzählungen sehr wichtig finde. Die Schwarz-weiß-Zeichnungen sind diesmal nicht so ganz nach meinem Geschmack, alles ist sehr spitz und die Gesichter wirken auf mich böse. 
    Sieben Kapitel in größerer Schrift, einige Bilder und viel fantasievolle Spannung. Da lohn sich das Lesen, zumal die Magie ja erst erwacht und wir sich noch mehr über die drei Freunde erfahren werden.
    
    Dagmar Mägdefrau
    
  • Die Stadt der kleinen Wunder

    Die Stadt der kleinen Wunder

    Anja Portin

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    „Vergessene Kinder“ leben überall in der Stadt. So ist Alfreds Mutter verschwunden und sein Vater liegt entweder tatenlos zu Hause herum oder er fährt ganz plötzlich auf Geschäftsreise und lässt seinen Jungen allein in der Wohnung zurück. Dieses Mal hat er auch noch vergessen, ihm Geld da zu lassen. So muss Alfred schauen, wie er satt wird. Doch dann taucht plötzlich Amanda vor seiner Tür auf, sie hat auf sein Seufzen reagiert und eine Zeitung mit etwas zu Essen in den Türschlitz geworfen. Als er ihr an einem der nächsten Nächte auflauert, darf er sie begleiten und mit in ihr himbeerrotes Haus „am Rande der Welt“ gehen. Hier lernt er Amandas Haustiere kennen und erntet und verarbeitet mit ihr die Äpfel aus dem Garten. Dann stößt er auf eine ungewöhnliche Maschine, die sich als Prototyp eines Radios herausstellt. Mit seiner Hilfe kann er die anderen „vergessenen Kinder“ erreichen und erfährt einiges über sie. 
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    Dieses Buch hat zwei ungewöhnliche Themen. Zum einen geht es um den Erfinder des Radios, nämlich um Alexander Stepanowitsch Popow, den Namensgeber des Radio Popow, dessen Moderator Alfred wird.  Zum anderen geht es um Kinder, die sich selbst überlassen sind, sei es, dass die Eltern trinken, sei es, dass eine alleinerziehende Mutter den Haushalt und die kleine Schwester einem Neunjährigen anvertraut. 
    Zum Glück gibt es Menschen wie Amanda, die Alfred ein Zuhause gibt, ihn satt macht, sich um ihn kümmert und ihn umsorgt. So endet das Buch mit einem Weihnachtsfest und der Hoffnung auf Besserung.
    Von schreckliche Kinderschicksalen wird hier berichtet und ich befürchte, da gibt es noch Schlimmeres.  Es ist nicht falsch, wenn die wohlbehüteten Kinder davon lesen. Nebenbei ist das Buch auch ein Plädoyer für das Lesen. „Aber als ich anfing, Bücher zu lesen, begriff ich, dass ich Teil von allen möglichen Welten sein konnte. Dass ich von einer Zeit zur anderen und von einem Ort zum nächsten springen kann.“ 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Völker von Calvaria – Der Ruf der Gezeiten

    Die Völker von Calvaria – Der Ruf der Gezeiten

    R. F. Tintenheld

    Fairyland

    Verlagsempfehlung: Lesealter ab 9 Jahre Interessenalter ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sind die Geschwister Arius und Saria Vane zu sehen, sie reisen nach Calvaria um dort ihre Prüfung als Pirat*in abzulegen. Dort treffen sie auf die Anderen Prüflinge. Sie kommen aus den unterschiedlichen Ländern dieser Fantasywelt. 
    Windland ist als Turm gebaut und die Menschen dort können mittels einer Technik fliegen. Die Wellenwandler beherrschen, wie der Name schon vermuten lässt, das Meer. Die Aquasanier können unter Wasser atmen und Arius und Saria, die aus Trockenland stammen, können sich unsichtbar machen. 
    Ungewöhnlich ist es, dass auch Zwillinge aus Feuerland bei der Prüfung auftauchen.
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    Die Feuerländer werden von allen anderen Piraten als Feinde angesehen. Feuerländer beherrschen das Feuer und sind deshalb als Kämpfer gefürchtet. 
    Täglich wird die Gruppe geschult und muss Prüfungen, bei denen es auch um Leben und Tod geht, bestehen. Doch dann erfahren sie von dem „Inneren Kreis“ und die Gefahr, die diese Vereinigung für Calvaria bedeutet.
    Es wird viel gekämpft in diesem Buch und es tauchen grausige Wesen auf. Vieles entwickelt sich ganz anders als erwartet, es gibt ständig Überraschungen im Guten wie im Bösen. Dadurch hält die Geschichte sehr gut ihre Spannung.
    
    Das Buch hat 240 Seiten und ist in zwei Teile und 36 Kapitel unterteilt. Im Einband ist die Karte dieser Welt zu sehen, das ist sehr hilfreich bei der Vorstellung der Orte. Im Buch gibt es auch einige Zeichnungen. Ich würde allerdings das Lesealter aufgrund des langen Textes etwas höher ansetzen, aber bei „Harry Potter“ habe ich das auch so empfunden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ein Sommer voller Wunder

    Ein Sommer voller Wunder

    Caryl Lewis

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Bevor wir in die Geschichte einsteigen, bekommen wir eine Liste von dem, was Martys Großvater besitzt. Obwohl es in dieser Geschichte nicht um Besitztümer geht, ganz im Gegenteil, ist diese Liste nicht unwichtig. Die Liste von Martys Mutter hingegen ist endlos. Durch die Kindheit in ihrem Messi-Haushalt wurde Marty sehr geprägt, er hatte nie Freunde zu Besuch oder Platz zuhause und musste immer Ausreden finden. In der Schule hat er keine Freunde, bis er Gracie kennenlernt. Sie hat ganz andere Probleme im Elternhaus: Ihre Eltern sind im Rosenkrieg und ihr Vater bietet ihr ein gepflegtes, aber leerstehendes Haus, denn er ist nie da.
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    So flüchten die beiden zusammen in den Schrebergarten von Martys Großvater und lassen sich mit einem kleinen Samen auf ein großes und magisches Abenteuer ein.
    Ohne die Eltern zu verurteilen, wird die Geschichte einfühlsam und humorvoll erzählt. Beide Kinder sind auf ihre eigene Art einsam, umso schöner, dass sie zusammenfinden. Der Großvater macht das ulkige Trio perfekt. Die Idee, wie es zu dem magischen Sommer der drei kommt, ist sehr kreativ und abenteuerlich, die möchte ich gar nicht vorwegnehmen, aber es hat viel Spaß gemacht, das Abenteuer zu verfolgen. Schön war auch, dass Gracies Gehörlosigkeit nie eines ihrer Probleme war und man ihre Liebe zum Tanzen durch die Seiten spüren konnte. 
    Man fliegt durch die Seiten und wird immer wieder von feinen Illustrationen begleitet. Ein Buch, aus dem Jung und Alt etwas mitnehmen kann!
    
    Raphaela Brosseron
  • Jeden Tag Spaghetti – Wie es sich anfühlt von hier zu sein, aber irgendwie auch nicht

    Jeden Tag Spaghetti – Wie es sich anfühlt von hier zu sein, aber irgendwie auch nicht

    Lucia Zamolo

    Bohem

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2023

    Die Frage nach dem Woher, die Menschen mit Migrationshintergrund oft beantworten müssen, ist Thema dieses Buches. Auch ich habe diese Frage oft auf der Zunge und ich bin der Meinung, ich stelle sie aus Interesse an der gefragten Person. Hier erfahre ich aber, was diese „gut gemeinte!“ Frage bewirkt. Im Buch wird die Frage aufgrund des italienischen Namens gestellt. Die Antwort, die Lucia meint geben zu müssen, lautet „Mein Vater ist aus Italien.“ Aber diese Auskunft führt nur zu anderen Vorurteilen, zu anderen Schubladen.
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    Da geht es um italienisch Kochen können, um einen dunklen Teint und viele andere Dinge, die wir uns bei diesem Herkunftsland einfallen.
    Das Buch ist in handschriftlich mit Bleistiftschrift geschrieben, zu mindestens sieht es so aus. Dadurch wirkt es auf mich sehr persönlich, da ist die Schrift manchmal huckelig und manches wurde überschrieben und verbessert. Das macht es sehr authentisch und irgendwie liebenswert. 
    
    Dieses Buch hat mir klarer gemacht, weshalb die Frage nach dem Woher nicht gestellt werden sollte, als sachlichere Bücher, die sich damit beschäftigen. Hier berichtet ein Mädchen von ihren Erfahrungen und da kann ich sehr gut nachempfinden, was sie an dieser Frage stört und welche Folgen sie hat.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Die Wunderzwillinge – Rätselhafte Entführung

    Die Wunderzwillinge – Rätselhafte Entführung

    Klaus-Peter Wolf

    Franziska Harvey

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Diesmal ist es kein Ostfriesenkrimi, diesmal spielt die Geschichte in Freiburg. Die Zwillinge heißen Leonie und Laura und gleich zu Beginn des Buches werden sie uns vorgestellt. 
    Leonie klettert gerne und dabei achtet sie nicht auf ihre Kleidung. Laura möchte Geheimagentin werden und „liest echt viel.“ Laura erwacht mit einem unguten Gefühl und leider passieren dann auch beängstigende Dinge, so wird ihr Vater festgenommen. 
    Ein entführter Mitschüler wurde gegen eine Lösegeldzahlung frei gelassen.
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    Jetzt steht Papa Wunder im Fokus der Ermittlungen und das Haus wird observiert. Kommissar Schimunski, der meist mit Schimanski angesprochen wird, hat sich da so einiges zusammengereimt. So bekommt Paul Omonsky den Auftrag, die Zwillinge zu beschatten. Doch die Mädchen entdecken ihn schnell und führen ihn richtig vor. 
    
    Ein flott erzählte Geschichte mit viel Witz, ziemlich blöden Polizisten und cleveren Zwillingsmädchen.  Die Bilder, die das Buch wunderbar ergänzen, lockern zusätzlich auf. Das ist sicher ein gelungener Start einer Krimireihe für Grundschüler, denn von Leonie und Laura will jeder gerne noch mehr lesen.
    
    Dagmar Mägdefrau