• Jetzt mal ehrlich?! – Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln

    Jetzt mal ehrlich?! – Meine Gefühle, mein Körper, meine Regeln

    Carsten Müller

    Steffi Bohle

    Emily Clair Völker

    EMF

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    „Ein wirksames Aufklärungsbuch für Kinder zur Prävention von sexuellem Missbrauch.“ ist  auf dem Cover zu lesen. Und ich finde, das entspricht genau dem Inhalt des Buches, das ich Eltern, Erzieher*innen und Lehrer*innen ans Herz legen möchte. 
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    Die Autoren haben gleich zwei Vorworte geschrieben, einmal für die Erwachsenden, die auch in grünen Textkästchen im Laufe des Buches Informationen erhalten, und für die Kinder, für die das Buch in erster Linie geschrieben wurde. 
    Zunächst geht es um die Einzigartigkeit eines jeden, dabei gefällt es mir sehr gut, dass die Lesenden direkt angesprochen werden. Dann kommen wir zu den unterschiedlichen Körperteilen, dazu gehören auch Abbildungen von Vulva und Penis, aber auch der Anus wird erwähnt. Sehr gut gefallen mir auch die Spielregeln, die klar besagen, was erlaubt und verboten ist. Nachdem über Gefühle gesprochen wurde, kommen wir zur Gewalt und ihren unterschiedlichsten Gesichtern. Anhand praktischer Beispiele werden Situationen beschrieben, in denen die Kinder lernen müssen, wie sie sich am besten verhalten sollen. Denn, wie der nächste Teil zeigt, Prävention ist wichtig. So wird das Verhalten eines Mann geschildert und wie er sich einem Kind nähert. Ich finde es sehr wichtig, direkt darüber zu sprechen und nicht nur Andeutungen zu machen. Dass auch im Internet Gefahren lauern und da steht ein sehr wichtiger Satz „Wissen macht dich richtig stark!“ Genau so ist es. Wenn die Kinder wissen, wo und auf was sie achten müssen, dann können sie auch handeln. Und auch dieses Handeln wird in dem Buch sehr genau beschrieben, vom „Nein!“ bis zur Nummer gegen den Kummer.
    Die Texte sind klar und gut verständlich, die Illustrationen ehrlich und klar. Ein wichtiges Buch für alle Kinder, die wir stärken wollen. Ein mutiges Buch für mutige Kinder und alle, die sie erziehen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lea, Tom und der gelbe Luftballon

    Lea, Tom und der gelbe Luftballon

    Luitgard Péron

    tredition

    Autorenempfehlung ab 6 Jahre

    Tom und Lea sehen wir auf dem Cover, sie liegen fröhlich auf einer Wiese und beobachten einen Frosch. 
    Die beiden sind schon lange beste Freunde und gehen jetzt gemeinsam in die 2. Klasse. An den Nachmittagen treffen sie sich an ihrem „geheimen Ort“, einer Eiche, die auf einer bunten Wiese steht.
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    Wir erfahren, wie sie den Platz entdeckt haben und was sie schon Tolles zusammen hier erlebt haben. Doch diesmal hat Tom eine schlechte Nachricht, er wird in eine andere Stadt ziehen und „Lea verliert ihren besten Freund.“ Zuhause merkt Mama gleich, dass Lea ein Problem hat und als sie in Leas Zimmer kommt, erfragt sie liebevoll und einfühlsam den Grund für Leas Tränen. Sie geht auf Leas Gefühle mit viel Verständnis ein und ermutigt sie, alles zu erzählen. Mit Hilfe eines Bildes von einem Leuchtturm verbildlicht die Mama Leas Schmerz und versichert ihrer Tochter: „Ich tröste dich jetzt, ich bin bei dir.“ Später erzählt sie Lea noch eine kleine Geschichte und erklärt damit den Begriff „dein eigener Ort“, an den sich Lea zurückziehen und innere Ruhe finden kann.
    Ein sehr gefühlvolles Buch, dass die Autorin selbst passend in zarten Tönen illustriert hat. Die Mutter geht auf die Gefühle ihrer Tochter ein und nimmt sie sehr ernst. Mit ihrer ruhigen Art, ihrer körperlichen und mentalen Nähe schafft sie es, dass ihre Tochter trotz des Verlustes Trost findet.
    Im hinteren Teil des Buches werden die Leser*innen zum Mitmachen aufgefordert. Sie können malen und schreiben und sich ihrer Gefühle bewusst werden. Beim Lesen spürte ich, wie wichtig der Autorin dieses Thema ist und wie wohl überlegt und voller Liebe sie dieses Buch zusammengestellt hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die kleine Kackwurstfabrik

    Die kleine Kackwurstfabrik

    Maja Baseler

    Annamarie van den Brink

    Klett Kinderbuchverlag

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Dieses kleine Pappbilderbuch zeigt schon den ganz kleinen Leser*innen, was in unserem Körper passiert, wenn wir etwas essen. Schon auf dem Cover sehen wir die Banane, die in unserem Körper verarbeitet wird und am anderen Ende als braune Wurst herausfällt. 
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    Pim und Polly sind zwei kleine menschliche Wesen, die die Banane begleiten. Der Magen knurrt und sie entscheiden sich für die Banane, die zusammen mit anderen Nahrungsmittel auf dem Teller liegt. Dann geht es in den Mund, die Zähne kauen, es kommt Spuke hinzu und die Zunge sorgt dafür, dass alles in die Speiseröhre gelangt. 
    Die eckigen Formen erinnern an eine Maschine, im Dickdarm ist ein Zug unterwegs und ein Fließband transportiert den entstandenen Haufen in Richtung Ausgang.
    Es werden einige Worte benutzt, die ich hier nicht erwähnen möchte, die aber zum Thema passen.
    Das Buch ist sehr gut verständlich und erklärt in wenig Worten und passenden Illustrationen sehr genau, wie die Verdauung funktioniert.

    Dagmar Mägdefrau


  • Fritzi war dabei

    Fritzi war dabei

    Hanna Schott

    Gerda Raidt

    Klett Kinderbuchverlag

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Der hellblaue Trabant wird gewaschen und Fritzi kommt mit ihrem Tornister des Wegs, so ein ähnliches Bild haben wir von der ehemaligen DDR in unseren Köpfen.
    Am 1. September beginnt nach den Sommerferien wieder die Schule und Fritzi ist auch irgendwie froh, dass der Schulalltag wiederkehrt.
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    Allerdings ist der Tag auch der Beginn eines ganz besonderen Herbstes, denn wir schreiben das Jahr 1989. Der erste Schultag beginn mit dem Fahnenappell und Fritzi ist stolz, dass sie jetzt ein rotes Tuch auf ihrer weißen Bluse tragen darf. Das dazugehörende Bild zeigt die Kinder mit ihrer strengen und linientreuen Lehrerin unter der Fahne. In der Klasse stellt sich heraus, dass Sophie fehlt und die Lehrerin macht eine Bemerkung, die Fritzi nicht verstehen kann. Doch in der nächsten Zeit ist immer wieder von Ungarn die Rede und sowohl Mama als auch Papa beklagen, dass Kolleg*innen nicht mehr zur Arbeit kommen. Mama entschließt sich, in die Nikolaikirche zu gehen und nimmt ihre Tochter mit. Beim Verlassen der Kirche werden die beiden gefilmt und die Reportage wird im Westfernsehen ausgestrahlt. 
    Durch das Buch wurde mir wieder klar, was für ein Wunder wir doch 1989 erleben durften und mit welcher Freude wir uns auf ein Zusammenleben mit „den Brüdern und Schwestern im Osten“ gefreut haben. Hier erleben wir die Ereignisse aus Sicht der neunjährigen Fritzi, die eine Oma in München hat, die sie von Zeit zu Zeit in Leipzig besucht. Die uns aber die Sichtweise eines im Sozialismus lebenden Mädchens aufzeigt. Gerade für mich, die ich immer im Westen gelebt habe und die auch keinen Bezug zur DDR hatte, ist das eine interessante Erfahrung.
    Mit seinen 87 Seiten und vielen erklärenden Illustrationen ist das Buch sehr gut zu lesen und zu verstehen. Ich denke, es ist wichtig, dass die Kinder auf diesem Weg von der jungen deutschen Geschichte erfahren und die Form, dass ein Mädchen aus Ihrem Alltag berichtet, ist hervorragend gewählt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Jess French

    George Ermos

    übersetzt von Christiane Wagle

    DK

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der Prolog erinnert in seiner Stimmung an eine Schöpfungsgeschichte und führt behutsam in die Entstehung der Welt Ramoa ein, einer fantastischen Umgebung voller Pangrons, fliegender „Bestien“, und vieler weiterer Dinge, die es in unserer Realität nicht gibt. 
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    Trotz all dieser Fantasieelemente spiegelt die Welt gesellschaftliche Strukturen wider, die wir nur zu gut kennen: Hier wird nach unten getreten, eine strenge Rangordnung bestimmt den Alltag, und junge Menschen stehen unter großem Druck. Ich finde es großartig, dass jungen Leser*innen zugetraut wird, sich in einer magischen Welt auch mit solchen realen Themen auseinanderzusetzen.
    Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei jungen Protagonist*innen erzählt, die aus ganz unterschiedlichen Teilen Ramoas stammen. Dass ausgerechnet Kinder den Mut aufbringen, die sicheren Städte zu verlassen und sich tief ins Biestland vorzuwagen, um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten, während die Erwachsenen versagen, verleiht der Handlung einen wunderbar abenteuerlichen Kern.
    Zwischendurch werden sehr viele Details beschrieben. Einerseits fördert das die Vorstellungskraft, andererseits kann es den Fokus etwas verwässern und die Orientierung erschweren. Dennoch gefällt mir besonders, wie Freundschaft, Mut und gemeinsames Abenteuer im Zentrum stehen und wie die Geschichte zeigt, dass die wahren Gefahren nicht immer in den Bestien lauern, sondern oft in der Menschheit selbst.

    Raphaela Brosseron

  • Hallo Tod, ich habe da mal ´ne Frage

    Hallo Tod, ich habe da mal ´ne Frage

    Ellen Duthe

    Anna Juan Cantavella

    Andrea Antinori

    Aus dem Spanischen von Ilse Layer

    Gabriel

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover geht es schon ein wenig makaber zu und auch die Illustrationen im Buch sind manchmal schon heftig, aber immer mit einem kleinen augenzwinkernden Schuss Humor. 
    Die Autoren des Buches, die sich am Ende des Buches vorstellen, haben ganz viele Fragen von Kindern gesammelt, die in irgendeiner Weise mit dem Tod und Sterben zu tun haben.
    38 Fragen werden hier in dem Buch beantwortet.
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    Allerdings sind die Illustrationen schon nach der Frage entstanden, da wurde die Antwort nicht abgewartet. 
    Die Fragen sind sehr vielseitig das Spektrum reicht von „Werde ich sterben?“, „Wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Eltern sterben?“, „Ist es Pech, wenn man stirbt?“ bis zu „Wenn ein Tier krank ist, warum wird es dann eingeschläfert und ein Mensch nicht?“. Gut hat mir auch die letzte Frage gefallen: „Warum heißt es „Ruhe in Frieden" und nicht „Viel Spaß beim Ausruhen?“
    Unten auf den Seiten gibt es noch zusätzliche rot gedruckte Texte, da gibt es Experimente, Dinge, über die man nachdenken kann, und viele andere Fragen, die die Autoren ihren Leser*innen stellen.
    Das Buch hat schon eine ganze Menge Text und bei manchen Sachen kann man sogar lachen, andere sind doch schon etwas traurig und ich denke, so ein Buch sollte nicht am Stück gelesen werden, besser mal nachschlagen, wenn uns eine der Fragen betrifft.
    Auch für Erwachsene ist dieses Buch sehr zu empfehlen, denn auf jeden Fall sind wir alle sterblich.

    Dagmar Mägdefrau

  • Neue Fälle: Erwischt! Zeitreise ins Verbrechen

    Neue Fälle: Erwischt! Zeitreise ins Verbrechen

    Christine Haas

    Alexander von Knorre

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    •	Der große Postzugraub von 1963 
    • Der Raub der Mona Lisa
    • Das Gespenst von Berlin
    • Wolfgang Beltracchi, der Meisterfälscher
    • Kim Dotcom – Dunkle Geschäfte im Internet
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    Fünf spannende Fälle aus unterschiedlichen Zeitperioden werden noch einmal aufgerollt. 1971 gab es in der Baker Street einen dreisten Bankraub. Die Banditen mieteten ein leeres Ladenlokal und buddelten sich in den Tresorraum einer Bank, um dort die Kundentresore zu plündern. Zunächst wird die Geschichte in einem Comic erzählt. Weiter geht es mit der Frage „Was ist passiert?“ Hier wird der ganze Vorgang noch einmal genau beschrieben. Kleine Textfelder „Schon gewusst?“ erklären spezielle Zusammenhänge der Tat. Danach erfahren wir, wie sich die Bande vorbereitet hat und danach ist eine Fahndungsplakat des Haupttäters abgebildet. Über den bekanntesten Bewohner der Baker Street geht es weiter zu Scotland Yard und seiner Geschichte. 
    So ähnlich sind auch die anderen Fälle aufgebaut und obwohl ich einige der Fälle damals in der Presse verfolgt habe, fand ich es sehr spannend, hier noch einmal davon zu lesen.
    Eine spannende und informative Reihe, nicht nur für Krimifans.

    Dagmar Mägdefrau
  • Als die gelben Blätter fielen

    Als die gelben Blätter fielen

    Marius Marcinkevicius

    Inga Dagilė

    Deutsch von Saskia Drude

    Dressler

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Aus dem Fenster des dunklen Hauses schauen zwei Kinder, die einen Judenstern tragen, neben ihnen ist ein kleiner zotteliger Hund zu sehen. Danach lernen wir einige andere Bewohner des Gettos kennen, wir lesen ihre Namen und sehen eine Abbildung von ihnen im Einband.
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    Das Buch beginnt im Sommer 1943. Die beiden Kinder lassen auf dem Dach eines Hauses sitzend einen Drachen steigen. „Die Freiheit ist nicht da draußen, sondern hier. Im Herzen.“ Da legt Riwka dem Jungen ihre Hand auf die Brust. Ganz klein sehen wir die Kinder jetzt auf dem Dach und um sie herum in den Straßen sind viele Menschen unterwegs. Während Riwka von dem Jungen „das mutigste Mädchen der Welt“ genannt wird, hat er viele Ängste. Als der Junge, der uns die Geschichte erzählt, auf das Mädchen wartet, taucht ein großer schwarzer Vogel auf, der ihn aus „seinen kleinen Augen böse ansah.“ Aus den schwarzen Vögeln werden marschierende Soldaten, die ein Tor bauten. Wenn man durch das Tor ging, kam man nie mehr wieder. 
    Ein traurige Geschichte mit einem hoffnungsvollen Ende. Denn da steht Riwka als alte Frau und aus all den anderen sind Steine geworden. „Und ich spüre, wie in meinen steinernen Körper die Wärme zurückkehrt.“
    Mit diesem Buch wird den Juden in Vilnius ein kleines Denkmal gesetzt und das Nachwort erklärt die historischen Zusammenhänge.
    Beeindruckende Illustrationen, meist düster, aber sehr gefühlvoll. Der Text ist trotz der traurigen Erzählung voller Poesie. Mit diesem Buch ist die Kinderliteratur über die Shoa um ein eindrucksvolles Buch reicher geworden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Niemandskatze – Carlo von Catwig

    Niemandskatze – Carlo von Catwig

    Cora Gofferijé

    Christina Groth

    fe- Medienverlag

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den einäugigen Kater Carlo von Catwig, stolz schaut er uns mit seinem einen blauen Auge an. Daneben die riesige, aber immer ängstliche Dogge Amboss und mit einem verschlagenen Blick der Mops Fiesemöpp, der seinen Namen zu Recht bekommen hat.
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    Während Ida Isenbügel, die Inhaberin des Hunde-Hotels, friedlich schläft, hört Amboss verdächtige Geräusche. Da er selbst zu ängstlich ist, geht der kurzbeinige Mops zur Tür und findet davor eine Katze. Diese Katze befindet sich in einem jämmerlichen Zustand und Ida macht sich sofort auf den Weg zur Tierärztin, damit der Kater medizinisch versorgt wird. Doch dort muss Ida eine Entscheidung treffen, denn der Kater ist eine „Niemandskatze“, eine Katze ohne Namen und ohne Besitzer*in. Ida ist sicher, dass der Kater kämpfen wird und gibt ihm den Namen „Carlo von Catwig“. Und sie behält Recht, bald kann Carlo wieder bei ihr einziehen. Aber Fiesemöpp kann sich nicht damit abfinden, dass dieser Kater Privilegien hat, die er auch gerne hätte, und so versucht er mit allen Mitteln, den neuen Mitbewohner loszuwerden.
    Das Schicksal von Carlo ist bei uns in Essen durch die Presse gegangen und in diesem kleinen Büchlein erfahren wir, wie aus einer kranken, schmutzigen Niemandskatze ein stolzer einäugiger Kater geworden ist. Carlo ist ein Kämpfer mit Herz, der selbst am Ende Fiesemöpp rettet.
    Die Kinder werden mit Carlo zittern und seinen Erfolg feiern. Besonders die zahlreichen farbigen Illustrationen, die die Erzählung so schön begleiten, werden ihnen, wie mir, gefallen. Die Mut-Mach-Geschichte liest sich wunderbar in einem durch und zeigt, dass auch die, die schon am Boden liegen, noch zum Star werden können. Carlo ist einfach ein liebenswerter Kerl!

    Dagmar Mägdefrau
  • Grimm und Möhrchen – Das zeselige Mitmachbuch für graue und bunte Tage

    Grimm und Möhrchen – Das zeselige Mitmachbuch für graue und bunte Tage

    Stephanie Schneider

    Stefanie Scharnberg

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Dieses Din-A4 Buch enthält 50 lustige Rätsel und Spiele, so steht es auf dem Cover. Unser kleiner Zesel malt einen Grimm, um ihn herum liegen viele Malutensilien.
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    Zunächst werden die Protagonisten vorgestellt, danach erfahren wir, was die  Autorin sich hat alles einfallen lassen, um die grauen Tage bunt zu machen. Wir beginnen mit einem Labyrinth, die Zutaten der Suppe werden gezählt und ein Bild ausgemalt. Dann basten wir Fingerfiguren vom Zesel und seinen Freunden und danach wird gerechnet. Witzig geht es weiter, denn da wurden zwei Tiere zusammengesetzt, so entstand ein Entguru und andere wunderliche Tiere. Weiter hinten im Buch gibt es noch zwei Postkarten, die wir verschicken können. 
    Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und liebevoll gestaltet. Ein Mitmachbuch für Vorschulkinder, die gerne tüfteln, rechnen und malen. Ich weiß schon, dass meine Enkelin begeistert sein wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Grimm und Möhrchen – bauen sich eine Höhle -Band 2

    Grimm und Möhrchen – bauen sich eine Höhle -Band 2

    Stephanie Schneider

    Stefanie Scharnberg

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Kaum hatte ich angefangen zu lesen, ergänzen die Enkel den Text, denn beide kannten das Lied aus dem Adventsbuch vom letzten Jahr. Hinten auf dem Buch ist der QR-Code für das Lied.
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    Der kleine Zesel Möhrchen und sein Freund, der Buchhändler Grimm, haben nie Langeweile, immer fällt ihnen etwas ein. „Heut hab ich geträumt, wir hätten, schwuppdiwupp – das ganze Zimmer umgeräumt!“ und schon ziehen die beiden in den Schrank oder hinter das Sofa. Die witzigen Bilder zeigen uns, wie die beiden das machen. Dann wird gemeinsam eine Höhle gebaut, eine beliebte Tätigkeit meiner Enkel.
    Was die beiden da machen, ist allen Kindern vertraut, aber vielleicht gibt`s ja noch ein paar Anregungen. Ein tolles Pappbilderbuch, ein fröhlicher gereimter Text und schöne Bilder. Gelungen!

    Dagmar Mägdefrau

  • Grimm und Möhrchen – In die Betten, fertig, los! – Band 1

    Grimm und Möhrchen – In die Betten, fertig, los! – Band 1

    Stephanie Schneider

    Stefanie Scharnberg

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Nun hat der kleine niedliche Zesel auch den Weg ins Pappbilderbuch geschafft, die beiden erfolgreichen Ste(ph)fanies haben auch hier wieder ein wunderschönes Buch erschaffen.
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    Auf dem Cover hüpft Möhren fröhlich durchs Bett. Zunächst liegt er auf dem Bauch und schaut verträumt in die Dämmerung, in Grimms Arm gekuschelt zeigt er ihm die Sterne. „Und weil ich noch nicht schlafen will, hol ich mir sieben Sachen.“ So liegt er mit all diesen Dingen im Bett. Dann wird zusammen getanzt: „Ringelsockensamba!“ Es folgt das Matratzentrampolin, das die meisten Kinder auch lieben. 
    In zarten, poetischen Reimen wird eine schöne Gute-Nacht-Geschichte erzählt und mit den liebenswerten Zeichnungen ist hier wieder ein bezauberndes Buch entstanden. Die Enkel und ich haben sich über das Wiedersehen mit dem beliebten Zesel gefreut.

    Dagmar Mägdefrau

  • Eher fällt der Mond vom Himmel

    Eher fällt der Mond vom Himmel

    Rachel van Kooij

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Hui, nach der Lektüre musste ich erst einmal tief durchatmen. Jana hat einfach in ihrem jungen Leben immer wieder diese A…Karte bekommen. Ihre Mutter ist seit 5 Jahren in den USA im Gefängnis, ihr spielsüchtiger Vater hat sich fett gefressen und in der Schule steht der Lehrer dem Mobbing hilflos gegenüber. 
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    So muss sie immer wieder lügen und Ausreden erfinden, sich selbst Mut machen und ihren Vater versorgen. Dabei wünscht sie sich nichts so sehr wie eine Freundin. Als dann ein neues Mädchen in die Klasse kommt und sie den Platz neben Jana einnimmt, schöpft sie Hoffnung. Zunächst scheint es auch zu funktionieren, Aleeen, das Flüchtlingsmädchen aus Afghanistan, teilt ihr leckeres Frühstück mit ihr und bleibt in der Pause an ihrer Seite. Doch leider gibt es dann ein ganz dumme Äußerung von Jana und Julia, die Klassenqueen, nutzt diese Chance zu weiteren Intrigen. 
    Manchmal wäre ich gerne ins Buch gesprungen und hätte Jana unterstützt, die so viel mit sich ausmachen muss und die sich an der Figur, die ihr Vater am Computer spielt, orientiert, um neuen Mut zu fassen.
    Mobbing in der Schule und eine hilflose Lehrerschaft, eine Schülerin, die die anderen manipuliert und erpresst, Jana erhält von keinem Hilfe. Die Sozialarbeiterin, die sie und den Vater regelmäßig besucht, tut was sie kann, aber leider lebt der dicke Vater in seiner eigenen Welt. Dass das Buch dann doch noch ein hoffnungsvolles Ende hat, hat mich dann doch ein wenig beruhigt und ich hoffe für alle, denen es wie Jana geht, dass sie irgendwann ihre Verantwortung abgeben und Kind sein können.
    Ein hervorragendes Buch, das die Gefühle so beschreibt, dass man sie förmlich spürt und mir manchmal die Luft wegblieb.

    Dagmar Mägdefrau

  • Maris Märchen

    Maris Märchen

    Shari & André Dietz

    Saskia Gaymann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Zunächst stellt sich Mari vor, sie ist die Tochter des Autorenpaares und hat das Angelman-Syndrom. Deshalb kann Mari nicht für alle verständlich sprechen, ist aber sehr fröhlich und lacht sehr viel. In dem Märchen „Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen“ versucht Mari, zu erfahren, wie es ist, Angst zu haben. 
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    Rosi, die im Palast Downröschen genannt wird, was ihr natürlich nicht gefiel, schläft eine lange Zeit und träumt von Henry Prinz und einer besseren Welt. Als sie dann aufwacht, spricht sie mutige Worte. „Händikäppchen“ wird das Rotkäppchen böswillig genannt und Wolfgang, ihr Freund, ist ein Wolf mit einem ungewöhnlichen Kleidergeschmack. Weil alle Jochen Günter „Humpelstilzchen“ nennen, kennt niemand seinen Namen und er kann mit dem König die bekannte Wette abschließen. Was Ein „Grank“ ist und was er anrichtet, erzählt uns dann noch einmal Mari, die uns zu Ende des Buches noch einmal ganz genau ihre Sichtweise erklärt. 
    Ein Buch, das voller Humor steckt und doch sehr nachdenklich macht. Wie schnell setzt sich so ein beleidigender Begriff zuerst im Spaß und dann im Alltag durch. Hier wird gezeigt, dass kleine Einschränkungen nicht dazu führen müssen, dass die oder der Betroffene nicht clever sein können und mit ihrem fröhlichen Lachen für gute Laune sorgen können. Ein wunderschönes Märchenbuch voller zauberhafter Geschichten und liebenswerter Protagonist*innen, dazu kommen noch die witzigen Illustrationen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die Schiffsgeister – Der Zauberkrake – Band 2

    Die Schiffsgeister – Der Zauberkrake – Band 2

    Bettina Göschl

    Franziska Harvey

    Jumbo

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Auf dem Cover ist die ganze Truppe zu sehen, die Menschenkinder Jonte und Luna, Faugaz, der Geisterpirat, und das Klabautermädchen Fregaz, Cousine Sally und drohend im Hintergrund der Zauberkrake. 
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    Schon am Ende des letzten Buches haben wir erfahren, dass Faugaz's Cousine Sally in einem Bild gefangen ist. Leider müssen die beiden Geister  warten, bis der Zeitwürfel das Fenster verrät, in dem sie aus ihrer grünen Flasche dürfen. Inzwischen lernen wir den gemeinen Krake mit den magischen Kräften kennen. Er wohnt tief unten im Meer und sitzt auf einen Berg Gold, um ihn herum stehen Gefäße, in denen er die verschiedensten magischen Gestalten gefangen hält. Deshalb möchte er auch unsere beiden Geister für seine Sammlung fangen. Sally soll der Köder sein, um sie herbeizulocken. Als die Kinder mit den Geistern zum Piratenturm fahren, um dort das Bild zu suchen, lauert er schon im Hintergrund. 
    Die Kinder bitten die Geister immer wieder, sich unsichtbar zu machen, damit sie nicht auffallen, doch leider vergessen sie, dass man sie trotzdem hören kann, das führt zu vielen lustigen Szenen. So stellen sie beim Frühstück die verrücktesten Sachen an und verursachen ein riesiges Chaos. Aber neben diesen humorvollen Passagen wird es doch auch sehr spannend. Zumal es am Ende wieder sehr eng mit der Zeit wird und niemand möchte, dass unsere Geister zu Steinen werden. Dafür sind sie doch einfach zu liebenswert.
    Die Geschichte mit viel Lokalkolorit liest sich sehr gut und die vielen tollen Bilder machen das Buch zu einem großen Vergnügen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tiere auf dem Weg zur Krippe

    Tiere auf dem Weg zur Krippe

    Petra Steckelmann

    Christine Kugler

    kaufmann

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Der Adventskalender beinhaltet einen Stern, bei dem jeden Tag eine zusätzlicher Strahl ergänzt wird, so ergibt er am Heiligabend einen ganzen Stern, auf dem die Tiere, die im Buch vorkommen, zu sehen sind.
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    Das Eichhörnchen Caspar ist der Erste, der auf den ungewöhnlichen Stern aufmerksam wird. Natürlich wendet er sich damit an die Eule, die den Stern auch seltsam findet, zumal er „ein warmes Gefühl tief drinnen“ erweckt. Das nächste Tier ist der Luchs und dann kommt noch Pim, die Raupe, die am Ende ein Schmetterling ist, dazu. Den verschlafenen Bär bewegt der Stern so sehr, dass er weinen muss. Diese kleine Truppe begegnet noch vielen anderen Tieren und findet den Weg zur Krippe nach vielen Abenteuern.
    Die täglichen Geschichten sind immer eine Seite lang und mit einem kleinen passenden Bild versehen, das wir auf dem großen Stern wiederfinden. So ganz neu ist der Gedanke nicht, Tiere auf den Weg zur Krippe gehen zu lassen, es gibt da schon einiges ähnliches. Gut gefällt mir, dass am Ende der Stern vervollständigt wird, da können sich die Kinder noch einmal erinnern.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lumpi sucht ein Plätzchen

    Lumpi sucht ein Plätzchen

    Ralph Caspers

    Amélie Jackowski

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Wir sehen Lumpi, den Dackel, auf dem Rücken liegend mit den Pfoten nach Plätzchen schnappend.
    Wir suchen Lumpi in der Schneelandschaft und sehen nur seinen Schwarz aus dem Weiß hervorschauen. Sein „Wuff!“ verrät ihn allerdings etwas.
    mehr oder weniger lesen
    Dann macht sich Lumpi weiter auf die Suche und findet eine Säge neben einem Baumstumpf. „Kannst du dir denken, war hier passiert ist?“ werden wir gefragt. Auf der nächsten Seite sollen wir Mandarinen zählen, die Lumpi nicht mag und wieder ausspuckt. Lumpi sitzt auf dem Tisch und knabbert das Weihnachtsgebäck an. 
    So geht es noch eine ganze Weile weiter und am Ende findet Lumpi das gesuchte Plätzchen am Stamm des geschmückten Weihnachtsbaumes. Die Illustrationen sind sehr schön anzuschauen und die Geschichte mit dem gefällten Weihnachtsbaum wird die Kinder sicher begeistern. Wenn es mir auch nicht gefällt, dass Lumpi ins Zimmer macht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Großer Stunk

    Großer Stunk

    Christian Duda

    Julia Friese

    Beltz & Gelberg

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Buch des Monats Dezember 2025

    Da sitzt der Künstler Leander in seinem Atelier und möchte einen Affen malen. Deshalb lädt er viele Affen zu sich ein. Eigentlich sind alle Affen irgendwie gleich, aber schon beim Schwanz unterscheiden sie sich. 
    mehr oder weniger lesen
    Darüber können die Affen dann auch streiten. Vor allem die Affen, die einen Schwanz haben, nennen die Vorteile. Doch dann geht es durcheinander und es wird sehr laut. Den Orang-Utan mit dem weit geöffneten Mund höre ich förmlich schreien. Auch der Gorilla äußert lauthals seine Meinung, „Aber so sieht kein Affe aus!“ schreit er. Mandrill und Bonobo bezeichnen die kleinen Affen als „Klobürsten“. Der Gibbon meint, die braunen Affen hätten eine „Kackfarbe“.  Doch dann wird er als „Taubenschiss“ bezeichnet. Zum Glück beruhigen sich alle am Ende.
    Was für wunderbare Affen sind hier abgebildet? So viele unterschiedliche Sorten und alle haben eine faszinierende Mimik. Ein echtes Affentheater wird hier beschrieben, ein riesiger lauter Stunk, der sich immer mehr aufheizt. Jede Andersartigkeit wird angeprangert, jeder hält sich für den besten Affen. Da können wir uns mal an die eigene Nase fassen. Ein Buch, das uns mit viel Humor den Spiegel vorhält. Allerdings fanden meine Enkel das Buch „nur so“. Sie hat die Geschichte nicht mitgenommen.

    Dagmar Mägdefrau