• Mori, der große Wald

    Mori, der große Wald

    Yenny Reyes

    Cesia trejo

    books.yenny.at

    Autorenempfehlung ab 3 Jahre

    Das Buch besteht aus drei einzelnen Büchern, die hier in einem Sammelband erschienen sind.
    📕Buch 1: Ein klebriger Streich
    Mori ist ein Naturparadies, in dem die Tiere als Freunde miteinander leben.
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    Zunächst sehen wir Gira, die kleine Löwin, die versucht ihren Freund, den Bären Bruno, zu wecken. Doch der Hase Diego hat eine Idee, da Bruno seinen Honig so sehr liebt, dass er ihn im Arm hält, versuchen die beiden ihm das Honigglas wegzunehmen. Da taucht der freche Vogel Alex auf und versteckt den Honig. Aber die Freunde können Bruno helfen.
    📗Buch 2: Nass bis zu den Pfoten
    Da es heftig regnet, sind alle Tiere in der Höhle des Bären Bruno untergekommen. Sie sitzen gemütlich am Feuer, aber es ist ihnen langweilig, da stellt Nala, der Fuchs, eine Frage, er möchte wissen, warum es regnet, und Bruno kennt die Antwort. Aber dann tritt der Fluss über das Ufer und alle Tiere gemeinsam machen sich an die Rettung der Tiere, die der Fluss weggeschwemmt hat.
    📘Buch 3: Die wunderschöne Nacht der Geschichten
    Die Tiere sitzen am Abend gemütlich um eine Lagerfeuer und Bruno soll eine Geschichte erzählen. So erfahren wir einiges über die Tiere des Waldes Mori. Aber die interessanteste Geschichte ist die, wie die kleine Löwin Gira in den Wald kam. Denn eigentlich ist sie ja in der Savanne zu Hause. Aber weil sie so neugierig auf Abenteuer ist, hat sie sich auf den Weg gemacht, Neues zu entdecken.
    Die Illustrationen sind sehr großformatig und farbenfroh gestaltet. Alles Tiere haben riesige runde Augen, mit denen sie uns anschauen. Der Text zeugt von der Freundschaft der Tiere und erzählt uns, wie gut sie sich unterstützen.

    Dagmar Mägdefru

  • Das wundersame Buch über den Tod

    Das wundersame Buch über den Tod

    Mariona Cabassa

    Soledad Romero Mariño

    Aus dem Spanischen von Melanie Laibl

    Leykamp:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Goldene Buchstaben und ein weißes Skelett zieren das Cover. Der Titel macht mich sehr neugierig auf den Inhalt. An der Seite des Inhaltsverzeichnisses steht „Die vielen Seiten des Todes“ und ich kann bestätigen, sie werden genau beleuchtet.
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    Zunächst geht es um die wichtigste Erkenntnis „Keine Leben ohne Sterben“, dazu gibt es kleine informative Texte und einen Spruch von Francis Bacon. Danach geht es darum, dass alles stirbt einschließlich der Himmelskörper. Wichtig ist auch, dass aus dem was stirbt Neues entsteht. Alle leben unterschiedlich lange, so lebt eine Qualle praktisch unendlich, wenn sie nicht gefressen wird. Auch Tiere haben Rituale, wie sie mit ihren verstorbenen Artgenossen umgehen. Und so kommen wir auch zu „menschlichen Totenritualen“. Wir erfahren einiges über Friedhöfe und letzte Ruhestätten, die Totengedenktage in der Welt und welche Heiligen oder Götter da zuständig sind. Zum Ende des Buches kommen wir zur Trauer und dem Tabu, das mit dem Thema Tod verbunden ist.
    Die Illustrationen des Buches sind hinreißend, bunt, lebendig und voller Kraft. Der Textanteil ist nicht sehr groß, bietet aber sehr viele interessante Informationen. Vielleicht sollte so ein wunderschönes Buch mal im Familienkreis angeschaut werden, um damit ein Tabu zu durchbrechen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Wir sind eins

    Wir sind eins

    Refiloe Moahloli

    Zinelda McDonald

    Übersetzt von Africandiva alias Fatma Sidibe

    Leykamp:

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    So bunt wie das Cover ist, ist auch das gesamte Buch, es zeigt ganz unterschiedliche fröhliche Kinder, die zusammengehören. Sie spielen auf einen Baumhaus und nutzen einen Karton als Bus. Inmitten bunter Blumen schauen sich zwei Kinder vergnügt an und finden „Ich bin du und du bist ich.“ 
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    Im Querformat ist ein blühender Baum mit Wurzeln abgebildet, den ein Mädchen umarmt, tanzend geht ein Mädchen auf einen Jungen im Rollstuhl zu, beide strahlen sich an, weil sie sich mögen. Eine Umarmung zur Begrüßung auf dem Spielplatz und durch einen langen Schal verbunden sind vier Kinder in der winterlichen Stadt unterwegs, sie haben sich lieb und sind auf dem Heimweg von der Schule. Im Sommer werden Geschichten erzählt und die Hüften geschwungen. 
    So kümmern sich die Kinder um die Kleineren und um einen blinden Freund. Denn, wie der Titel sagt, sind wir eins. Diese Gemeinschaft, die von liebevollen Gefühlen geprägt ist, lässt die Kinder strahlen und glücklich sein. Sie unternehmen viel miteinander und unterstützen sich, wenn es notwendig ist.
    Bunte Bilder voller Frohsinn und kurze Texte voller Liebe machen dieses südafrikanische Bilderbuch zu einem Beispiel für „Ubuntu“, einen Begriff, der mit „Ich bin, weil wir sind.“ übersetzt wird und der gelebt eine bessere Welt erschafft.

    Dagmar Mägdefrau


  • Taschenzauberei  

    Taschenzauberei  

    Judith Mohr

    Franziska Viviane Zobel

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Buch des Monats Januar 2026

    Das Buch unterscheidet sich schon durch sein ungewöhnliches Format von anderen Büchern. Auf dem Cover des Buches, das quer gebunden ist, sehen wir die Tasche mit den kleinen Behältern, die in der Geschichte eine große Rolle spielen wird.
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    Ben ist elf und hatte sich für seine Ferien etwas Besseres vorstellen können, als im Hotel der Eltern aushelfen zu müssen. Seine Schwester übernimmt die zweite Woche und so muss Ben zusammen mit seiner langweiligen Mitschülerin Lea an der Rezeption die Gäste in Empfang nehmen. Doch dann wird es eine sehr spannende Woche, denn die Anreisenden sind Hexen und Hexer. Sie manipulieren alle so, dass nur Ben und Lea wissen, dass sie kein Häkelverein sind. So erfahren die beiden Kinder eine ganze Menge über das Hexen, Poltergeister und magische Missgeschicke. Doch dann verbringen sie die zweite Ferienwoche damit, den rechtmäßigen Besitzer einer vergessenen Tasche mit vielen Zauberessenzen zu finden.
    Voller Fantasie und mit vielen verrückten Ideen ist dieses Buch geschrieben worden. Ich habe neugierig alle Erklärungen gelesen und war fasziniert vom Ideenreichtum. Ganz neue Einblicke in die Hexenwelt wurden da geboten und ich kann nur empfehlen, sich hier neuen Eindrücke zu holen. Es lohnt sich!

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Scherbenpalast      

    Der Scherbenpalast      

    Annette Mierswa

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Weil Lous Mutter ein neues Engagement als Schauspielerin angenommen hat, zieht die Familie von Hamburg nach Mannheim. Lou ist entschlossen, sich gegen diese Entscheidung aufzulehnen und sie benimmt sich sehr peinlich in der neuen Umgebung. 
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    Obwohl die Eltern sich sehr bemühen, ihre Wünsche zu erfüllen, verärgert sie Nachbarn, Lehrkräfte und Mitschüler*innen. Sie ist einfach nur wütend, weil sie ihre beste und längste Freundin zurückgelassen hat. In der Theatergruppe, wo sie die Hauptrollen gespielt hat, gab es Damian, auf dessen Freundschaft sie gehofft hat. Die alte Nachbarin Freya mit dem Mammutbaum im Garten, die an ihrem Scherbenpalst baut, ist die erste mit der Lou spricht. Dann taucht Sari auf, eine fröhliche Chaotin, die sich selbst als Fettnapf-Queen bezeichnet und die mit ihrer humorvollen Art Lou immer wieder zum Lachen bringt. Sie kennt sich aus in Mannheim und wirkt als Statistin beim Theater mit.
    Besonders Freya ist eine ungewöhnliche Person, sie hat einiges erlebt in ihrem Leben und gibt den Menschen angelehnt an die vielen Planzen in ihrem Garten Namen. Lous Eltern sind bereit, für das Glück ihrer Tochter einiges in Kauf zu nehmen, doch dann entwickelt sich alles ganz anders.
    Julia „Butterfly“ Hill ist eine amerikanische Umweltaktivistin, die u.a. einen Mammutbaum durch ihren Protest gerettet hat. Ihre Aktion spielt im Buch eine bedeutende Rolle.
    Für mich benahm sich Lou mit ihren wütenden Aktionen mehr wie ein Kleinkind, immer wieder zerstörte sie alles und es gab viele Tränen und einige traurige Schicksale in der Geschichte. Aber es gab durchaus auch lustige und bewegende Szenen.
    Und eine Rolle spielt auch die Stadt Mannheim, die am Anfang Kackmannheim genannt wurde.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mein erstes Buch der großen Tiere      

    Mein erstes Buch der großen Tiere      

    Sandra Grimm

    Kerstin M. Schuld

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 18 Monate

    Da geht es nicht nur um große Tiere, auch das Buchformat ist etwas größer und es hat riesengroße Schieber, wie man auf dem Cover lesen kann. Bei der Elefantenmutter, die liebevoll ihr Kleines anschaut, kann das Ohr bewegt werden.
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    Auf der nächsten Doppelseite des Pappbilderbuche sehen wir einen blauen Wal, in seinem zu schließenden Maul verschwinden kleine bunte Fische. Laut dem kleinen Vierzeiler wollen die alle mit durchs Meer. Hochkant müssen wir dann das Buch drehen, damit die Giraffe ihren Hals strecken kann. Mit einem Schieber taucht der kleine Eisbär auf und die Schildkröte streckt ihren Hals, um an die Blätter zu kommen.
    Das Buch lebt von seiner Größe und den beweglichen Teilen, es soll einfach Spaß machen und vom Vorlesen eignen sich die kleinen Reime ganz gut.

    Dagmar Mägdefrau
  • Mein Mini-Garten im Glas

    Mein Mini-Garten im Glas

    Ben Newell

    Übersetzung: Wiebke Krabbe

    DK

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Mini-Gärten sind jetzt im Trend und ich wollte wissen, wie ich einen solchen Garten anlegen kann. Dieses Buch beinhaltet 18 Projekte unterschiedlichster Natur. Das Cover zeigt ein niedliches magisches Feendorf. 
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    Zunächst wird Allgemeines zum Mini-Garten vermittelt, dann werden die verschiedensten Terrarien vorgestellt, das Werkzeug, das wir benötigen, und der Aufbau sind auf den nächsten Seiten erklärt. Welche Behälter kann ich nutzen und „was ist Substrat?“ Hier werden die Fragen mit vielen Fotos beantwortet. Interessant fand ich die Seite mit den Pflanzen, hinten im Buch gibt es Tipps, wo man sie kaufen kann. Auch kleine Tiere wie Tausendfüßler und Asseln kann man in den Gläsern halten. Und dann geht es an die konkreten Beispiele, es kann ein Dschungel angelegt werden, eine Wüste oder eine Dinosaurierwelt. Zu allen Vorschlägen gibt es eine genaue Anleitung, aber natürlich kann die eigene Fantasie noch andere Welten erschaffen. 
    Wenn sich jemand dafür interessiert, einen Mini-Garten anzulegen, findet er in diesem Buch viele Tipps vom Fachmann und ich denke, danach kann das eigene Projekt starten.

    Dagmar Mägdefrau

  • Vom Glück unserer Freundschaft    

    Vom Glück unserer Freundschaft    

    Jake Biggin

    Übersetzung: Carola Kessel

    DK

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Sehr edel sieht das Cover aus mit seinen goldenen Buchstaben. Da sitzt das kleine Mädchen am Meer und neben ihr ihr Hund, der ihr wohl etwas sagen will.
    Und „sprechen“ kann der kleine Dackel dann auch und er gibt weise Dinge von sich.
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    Aber zunächst fragt er Anna, was sie hat, denn sie liegt mit einem Kissen vor dem Gesicht zusammengekauert auf dem Bett. „Ach, nicht so wichtig“ lautet ihre Antwort. Doch der Hund widerspricht und sagt ihr, dass sie Freunde sind. 
    Annas Körperhaltung bleibt abweisend, während wir ihr Gesicht nicht wirklich sehen können. Ihr Gesicht bleibt auch bis auf wenige Ausnahmen am Ende des Buches ohne Merkmale, aber ihr Körper zeigt sehr genau ihre Gefühle. Die einzelnen Doppelseiten sind wundervoll zart mir Aquarellfarben illustriert, die beiden Freunde sind fließend mit Tusche gezeichnet und so bleibt alles weich.
    Ein schön gestaltetes Buch mit vielen aufbauenden Aussagen. Ich finde ja immer, dass diese Bücher was für Erwachsene sind, die Freude an den wahren Aussagen über Freundschaft haben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Schau mal, endlich Frühling!

    Schau mal, endlich Frühling!

    Sabine Kraushaar

    arsedition

    Verlagsempfehlung ab 12 Monate

    Auf dem Laufrad geht es mit Papa an den See, die Entenfamilie schaut auf den kleinen Jugen mit dem Dino-Helm. 
    Die nächste Doppelseite zeigt vergnügte Käfer, es folgen niedliche Vogeleltern im Nest und ein Osterblumenstrauß.
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    Geschlüpfte Küken mit Mama Henne und ein Hase, der aus dem Gebüsch eine Möhre anschaut. Auf der letzten Seite hüpft der Osterhase mit einem Eierkorb auf dem Rücken durchs Bild.
    Es gibt keinen Text in dem kleinen Pappbilderbuch, aber ein wenig fehlt mir das Konzept, obwohl alles zum Frühling passt. So kommen außer den beiden Erwähnten vom Cover keine weiteren Menschen vor. Da hatte ich eine andere Erwartung.
    Es gibt viel zu sehen und kleine Kinder werden sicher einige Begriffe kennenlernen. Die Illustrationen sind klar gezeichnet.

    Dagmar Mägdefau
  • Wir sind erste Klasse! – Es rappelt in der Kiste

    Wir sind erste Klasse! – Es rappelt in der Kiste

    Daniela Kulot

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wir sehen Betti mit ihrer Kiste auf dem Schulhof stehen und Anton schaut neugierig durch den kleinen Spalt hinein.
    Nachdem uns die beiden vorgestellt wurden und wir erfahren, dass sie in die 1. Klasse gehen, die „Fuchs-Bande“ heißt und ihre nette Lehrerin Frau Kanne kennenlernen, geht es gleich mit dem Unterricht los.
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    Frau Kanne liest eine Herbstgeschichte vor und unsere Aufgabe ist es, das richtige Buch auszusuchen. Dann werden Blätter gebastelt, die durch die Klasse fliegen. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Aus Bettis Kiste kann sich eine kleine graue Maus befreien. Frau Kanne springt auf den Stuhl und die Kinder tun alles, um die Maus zu fangen.
    Natürlich geht das nur, wenn alle zusammen überlegen und zusammen handeln. So wird mit dieser kleinen Geschichte für Erstleser gezeigt, wie schön es ist, eine tolle Klassengemeinschaft zu haben.
    Neben der groß gedruckten spannenden Schulgeschichte gibt es viele schöne bunte Illustrationen und einige Rätsel, die gut zu lösen sind. Ein empfehlenswertes Buch für den Schulanfang.

    Dagmar Mägdefrau

  • Unser Spielplatz    

    Unser Spielplatz    

    Daniela Chudzinski

    esslinger

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das große quadratische Bilderbuch zeigt einen Spielplatz und im Laufe des Buches wird er die Hauptperson bleiben. 
    Viele der gezeichneten Menschen werden immer wieder auftauchen, so der Mann mit dem Hund, das Paar, das sich erst umarmt und später einen Kinderwagen schiebt oder Tante Lial, die strickend auf der Bank sitzt und später ihren fertigen Schal mit einem netten älteren Herrn teilt.
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    Der Spielplatz liegt in einem Park, aber er grenzt auch an Häuser. Es gibt einen Sandkasten mit einer roten Rutsche, eine Wippe, eine Schaukel und noch einiges mehr. Zu Beginn des Buches ist Frühling, es folgt der erste Sommertag, dann sehen wir den verlassenen Spielplatz in der Nacht. Mal ist es heiß und mal regnet und stürmt es. Es wird Herbst und Winter, da liegt der Park im Schnee.
    Ein schöner Jahreskreislauf wird hier in kurzen Texten beschrieben, aber das Wichtigste sind die Bilder, die wir sicher oft anschauen können und wir werden immer wieder etwas entdecken.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ich bin introvertiert    

    Ich bin introvertiert    

    Lenka Blaze

    Aus dem Tschechischen von Lena Dorn

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Sensibilität ist meine Superpower“ findet die Autorin und mit diesem Buch lebt sie diese Superpower aus, indem sie ihre Gefühlswelt in Wort und Bild beschreibt.
    Zu Ende des Buches steht in einer Sprechblase „Ich sage mir immer wieder, dass ich nichts dagegen tun kann, wenn dir das Buch nicht gefällt. Ich kann es nicht ändern und muss mich auch nicht schuldig fühlen. Und es ist auch nicht schlimm, wenn das Buch nicht perfekt ist.“
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    Dieser Satz macht für mich eine Rezension fast unmöglich. Ich mühe mich, sachlich zu argumentieren und keinen zu beleidigen. Aber hier treffe ich auf eine Autorin, der ich eine Kritik kaum zumuten möchte. 
    In unserer Bevölkerung gibt es 20 % hochsensible Mensch, davon sind 70 % introvertiert. Und ich befürchte, dass ich einigen mit meiner lauten Art ziemlich auf die Nerven gegangen bin. Die Autorin beschreibt ihre Kindheit und Jugend und ihren Wunsch, sich zurückziehen zu können. Auch jetzt als Erwachsene braucht sie ihre Freiräume und sie kann sich z.B. keine feste Anstellung vorstellen, schon gar nicht in einem Großraumbüro. Allerdings schildert sie auch die Vorzüge, die hochsensible Menschen haben.
    Ich habe viel Neues erfahren beim Lesen dieses Buches und ich hoffe, dass ich zukünftig nicht gleich blöd regiere, wenn mir jemand nicht sofort antwortet. Es lohnt sich, diese Buch zu lesen, auch wenn es sich manchmal etwas zieht und Dinge oft wiederholt werden. Sehr interessant fand ich die Menschen wie Obamah, der hier auch als introvertiert beschrieben wird. Die Zeichnungen sind sehr einfach und zeigen trotzdem sehr gut die Gefühle und Empfindungen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mo & Motitz    

    Mo & Motitz    

    Julya Rabinowich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Buch des Monats Februar 2026

    Beste 7, Deutschlandfunk, März 2026

    Ein sehr bewegendes Buch, das unter die Haut geht. Mo ist Moslem und musste mit seiner Familie nach Wien fliehen. Er lebt beengt mit seinen Eltern, seiner Schwester, die sich gerne anpassen möchte, und seinem Bruder, der dieser westlichen Welt sehr kritisch gegenübersteht. 
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    Da Mo von der Schule fliegt, fängt er eine Lehre in einem angesagten Friseursalon an. Herr Franz, der Meister, ist ein besonderer Mensch, der sich sehr um Mo kümmert. Auf dem Opernball begegnet Mo dann einem anderen Mo, nämlich Moritz, der Jude ist, und die beiden verbindet eine zarte Liebe. 
    Mir gefällt es besonders, wie die Autorin diese Liebe beschreibt. Besonders in die Gefühle von Mo, der sich seiner Familie und dem Meister verbunden fühlt und den es gleichzeitig zu Moritz zieht, konnte ich mich sehr gut hineinfühlen. Wie die ganze Geschichte meine Gefühle durcheinanderbrachten. Deshalb hat mich die Hoffnung zum Ende des Buches ein wenig beruhigt, denn es ist zu befürchten, dass so eine Liebe in unserer Welt keine Zukunft haben wird. Wie schön, dass „die blaue Fee“, eine alte Dame Mo so unterstützt hat.
    Ein zarte Geschichte, die mit dem Anschlagplänen auf das Taylor Swift-Konzert einen sehr realistischen Part hat.
    Die Geschichte ist konfliktreich und doch voller Hoffnung. Wollen wir Mo & Moritz ganz viel Glück für ihre Zukunft wünschen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Starfish 

    Starfish 

    Lisa Fipps

    Aus dem Englischen von Meritxell Piel

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen“ steht als Untertitel auf dem Cover und ich kann das voll und ganz bestätigen.
    Eliane Elizabeth Montgomery-Hofstein, kurz Ellie oder El, wie die wenigen Freunde sie nennen, lebt in Texas und ihre Figur entspricht nicht den Maststäben ihrer Umwelt, denn Ellie ist dick.
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    Sie hat zwei ältere Geschwister, eine Mutter, die als Journalistin tätig ist und einen Vater, der Psychiater ist. Ellie liebt es zu schwimmen, aber als sie eine A---bombe macht, sagt ihre Schwester „Platschi“ zu ihr und so wir Ellie für alle Platschi, der Wal. In der Schule gibt es zwei Mädchen, die Ellie immer wieder aufs schlimmste mobben. Und weil ihre Freundin wegzieht, steht sie dieser gemeinen Bande allein gegenüber. Ihre Mutter versucht Ellie immer wieder zu Diäten zu zwingen, während ihr Vater versucht sie zu stärken. 
    Ellie, die gerne Schriftstellerin werden möchte, scheibt diese Buch aus ihrer Sicht und mit ganz kurzen Kapiteln und ebenso kurzen Sätzen. Eine eindringliche, poetische Sprache, die leicht zu lesen ist und so eindrucksvoll Ellies Gefühle darstellt.
    Wie habe ich mit Ellie gelitten und wie habe ich ihr gewünscht, dass sie sich liebt und verstanden fühlt. Zum Glück gerät sie an eine Therapeutin, die sie mit ungewöhnlichen Methoden und viel Einfühlungsvermögen unterstützt. So lernt Ellie sich zu wehren, ohne anzugreifen, was mich sehr fasziniert hat.
    Ein Buch über ein dickes Mädchen, schreckliche Mobbingszenen und ihre Verwandlung in einen starken Seestern. Vielen Veränderungen, vielen Tränen, aber auch tolle Freunde und einen wunderbaren Cowboy-Vater.

    Dagmar Mägdefrau
  • Deine Hand ist eine Sonne    

    Deine Hand ist eine Sonne    

    Christina Naumann-Villemin

    Géraldine Cosneau

    Übersetzt von Saskia Heintz

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ein fröhliches quadratisches Pappbilderbuch, das eine Hand zeigt, die mit einigen zusätzlichen Strahlen zu einen Sonne wurde. 
    Das Kind wird aufgefordert, seine Hand auf das Bild zu legen, denn das Huhn ist auch wieder aus einem Handabdruck entstanden.
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    „Gack, Gack, Gack!“ macht es uns auf seine Küken aufmerksam. „Gluck, Gluck, Gluck“ macht er planschende Tintenfisch. 
    So bekommen wir sehr schöne Anregungen, wie man aus dem Abdruck einer Hand Tiere entstehen lassen kann. Sicher fallen uns noch andere kreative Möglichkeiten ein, Tiere entstehen zu lassen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Damals in der Rosenstraße    

    Damals in der Rosenstraße    

    Anja Tuckermann

    Annabelle von Sperber

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Schon das Cover zeigt, wie eindrucksvoll das Buch gestaltet ist. Es zeigt einige der Menschen, die in der Rosenstraße für die Freilassung der Inhaftierten gekämpft haben. 
    Das Buch beginnt 1941 mit Hakenkreuzfahnen und einer blutroten Straße, auf der vier Männer in NS-Uniform marschieren, daneben unbeteiligte Passanten und aus der Seitenstraße kommt ein Mann mit zwei Kinder, die einen Judenstern tragen.
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    Die kleine Erzählung berichtet von Doris, die nicht auf den Spielplatz darf. Auf der anderen Seite ist ein erklärender Text zur Situation zwischen 1933-1945 abgedruckt. Danach erfahren wir einiges über jüdische Kinder in der Zeit. Als seine kleine Schwester Doris von Hitlerjungen geschubst wird, schreitet ihr Bruder Helmut ein. Im Jahr 1942 überlegt Doris, ob die Familie nicht auch flüchten sollte. Doch am 27.2.1943 wird der Vater abgeholt und in die Rosenstraße gebracht. So sind auch Doris und ihre Mutter unter denen, die um die Freiheit ihrer Männer kämpfen, indem sie in der Straße demonstrieren und ihre Freilassung fordern. 
    Neben der Geschichte von Doris' Familie und den vielen Sachinformationen zur NS-Zeit, lebt das Buch ganz besonders von den eindringlichen Illustrationen. Sie treffen mit eindrucksvollen Gesichtern und krassen Farben genau die Lage in dieser Berliner Straße.

    Dagmar Mägdefrau
  • Egal war gestern

    Egal war gestern

    Jörg Isermeyer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis

    Finn und Lennard posten auf einer Plattform lustige Videos. Als Sam, ein Mädchen mit afrikanischen Wurzeln, ihnen anbietet durch eine Kooperation mehr Klicks zu generieren, sagen die beiden Jungs zu. Unter Sams Post gibt es immer wieder rassistische Meldungen, die Finn erschrecken. 
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    Auch sein Vater hat im Netz Dinge gefunden, die darauf hinweisen, dass in der Schule, in der auch er als Lehrer arbeitet, Nazis unterwegs sind. Als er das öffentlich macht, wird er zum „Nestbeschmutzer“. Denn in dem kleinen Ort steht mit einem Mann der „Wir“-Partei ein Rechter zur Bürgermeisterwahl an. 
    Im Laufe des Buches wird klar, dass die einen wohl wirklich naiv sind und die Warnungen nicht wahrhaben wollen und sich deshalb „raushalten“. Andere wählen aus Überzeugung diese Partei. Doch die Rechten sind gut vernetzt und erreichen mit ihrer Propaganda auf ihren Socal-Media-Seiten, dass Finns Familie sogar von Freunden geschnitten wird. Als es dann och offene Drohungen gibt, fühlen sich sie nicht mehr wohl in ihrem Heimatort.
    Ein Buch, das aufrüttelt und das die Frage offenlässt, wie würden wir uns verhalten? Würden wir auch wieder schweigen? Oder werden wir es schaffen, uns ebenfalls zu vernetzten und diesen Nazis die Stirn zu bieten?
    Mehr als Schulliteratur, diese Buch zeigt auch Erwachsenen, welchen Weg wir da einschreiten, wenn wir nichts unternehmen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Bitte nicht wecken…Hier schläft ein Pirat

    Bitte nicht wecken…Hier schläft ein Pirat

    Rhiannon Findlay

    Siân Roberts

    Aus dem Englischen von Cornelia Boese

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Der verschlafene Pirat sitzt auf seinem Goldschatz und der Junge schleicht sich zusammen mit seinem Hund an. Sie werden doch den Piraten nicht wecken? 
    Zunächst sehen wir eine Karte der Rumtreiberinsel, dann werden die Macherinnen des Buches vorgestellt und dann sehen wir den Jungen oben vom Leuchtturm, der wohl sein Zuhause ist, herabschauen.
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    Er sucht seinen Hund Wuff und er macht sich auf den Weg, ihn zu suchen. Dabei ist sein wichtigster Vorsatz „Weck niemals die Piraten!“ Ein Satz, den wir noch oft lesen werden. Vorbei an dem zauberhaften Feenbaum geht es zur Meerjungfrau und bald findet er in einer Flasche eine Karte. So gelangt er zum Lager der Piraten, mit denen sein Hund fröhlich feiert.
    Ein witziges Buch mit schönen Reimen und bunten Illustrationen, in der jeder aus Riesenaugen herausschaut. Die Wiederholung der Warnung, den Pirat nicht zu wecken, wird den Kindern beim Vorlesen sehr gut gefallen und dass der Furcht unbegründet ist sicher auch.

    Dagmar Mägdefrau