• Ich lese!

    Ich lese!

    Attilio

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 0-36 Monate

    Mit einfachen klar umrandeten Tierfiguren werden verschiedene Lesesituationen dargestellt.
    „Jemandem zuhören, der vorliest“ der große graue Hund liest dem kleinen Hund vor, der brav zuhört. „Am Sonntag lesen“ bedeutet wohl im Bett zu lesen, auf dem Klo lesen „lesen und dabei etwas wichtiges erledigen“. Der kleine Maulwurf, der aus seinem Loch kommt, liest „nach einem dunklen Moment“, die beiden Mäuse lesen gemeinsam.
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    Man kann auch zwei Bücher gleichzeitig lesen, Freunden vorlesen, lesen, um einzuschlafen und “lesen, um jemand anderes zu sein“. Zu Schluss „ein Buch lesen und es dann verschenken“, das lohnt sich doppelt finde ich. 
    
    Ein schönes kleines Buch über das Thema, dass mir so wichtig ist. Da die Bilder so einfach sind, kann man es sicher schon sehr früh den Kindern vorlesen. Allerdings sind die Blätter nicht verstärkt und man wird es den Kinderhänden noch nicht überlassen können.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Abenteuer mit dem Meermädchen – Mit Bildern lesen lernen

    Abenteuer mit dem Meermädchen – Mit Bildern lesen lernen

    Anja Kiel

    Fischer Sauerländer

    Duden Leseprofi

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mit dem Beginn der Kita entdecken die Kinder die Buchstaben und „lesen“ gerne etwas vor. Mit diesem Buch, dass Worte durch kleine Bilder ersetzt, können sie zunächst einmal beim Vorlesen mithelfen. 
    Erst einmal geht es zum Strand. Die Profifrage nach Worten, die mit M anfangen, ist sich für viele noch etwas schwierig. Papa, Mama, Ela und ihr Bruder Niko verlassen den Wohnwagen und gehen hinunter zum Strand. Am Bildrand sind Begriffe aufgemalt und benannt, die es zu suchen gibt.
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    Aber einige der Dinge sehen wir auch auf den nächsten Seiten im Text. Ela möchte mit dem Schwimmreifen ins Wasser, ihr Bruder möchte lieber Angeln. Im nächsten der drei Kapitel hören die Kinder einen Hilfeschrei und finden ein Meermädchen, dass sich in einem Netz verfangen hat. Zum Dank für die Rettung, dürfen die Kinder die Unterwasserwelt kennenlernen. So sind die beiden am Ende der Meinung, dass es „doch kein blöder Urlaub“ ist. 
    
    Wer nicht alle Aufgaben lösen konnte oder wer wissen möchte, ob er richtig liegt, findet hinten im Buch die Lösungen und auch ein Wörterbuch mit den Bilder, die die Kinder „lesen“ sollten. 
    
    Ein spannende Feriengeschichte mit schönen Bildern und einem tollen Abenteuer.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Rotkäppchen rettet den Wolf – Ein Nicht-Märchen

    Rotkäppchen rettet den Wolf – Ein Nicht-Märchen

    Petra Piuk

    Gemma Palacio

    leykam:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Schon der Begriff „Nicht-Märchen“ hat mir sehr gut gefallen. Ich habe schon einige Bücher, die aufgrund des Rotkäppchen-Märchens geschrieben wurden, aber dieses ist etwas ganz Besonderes.
    Zu Beginn gibt es einen Streckbrief von Anna, die, weil sie eine rote Kappe trägt, Rotkäppchen genannt wird. Auch die Leserin und der Leser könne ihren Streckbrief auf der nächsten Seite ausfüllen. Zur Einführung kann man eine Kurzfassung des Originalmärchens lesen und dann geht es los. Auch Anna wird zur Oma geschickt und auch sie muss dazu durch den Wald.
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    Dort findet sie Spuren eines Wolfes und auch zu ihm gibt es einen Steckbrief. Allerdings findet sie auch Müll, den sie einsammelt. Dann sucht sie den Verursacher und das ist ausgerechnet der Bürgermeister. Er erklärt ihr auch, dass der Wald einem Einkaufszentrum weichen soll. Das kann Anna natürlich nicht zulassen. In einem Aufsatz hat sie gerade etwas darüber geschrieben, wie wichtig Wölfe auch in unserer Zeit sind. 
    In ihrer Oma findet sie eine Unterstützerin und so werden Schilder gemalt und Mitstreiter gesucht. 
    Am Ende des Buches gibt es Tipps, was wir für die Rettung des Planeten tun können und ein Wolfsquiz. Das Rezept vom leckeren Kirschkuchen, den Mama für Oma gebacken hat ist auch noch zu finden. 
    
    So ein „Nicht-Märchen“ ist schon eine tolle Sache und zeigt sowohl die Wichtigkeit des Wolfes, der ja immer noch vielen Angst macht, als auch was ein „Rotkäppchen“ für den Planeten tun kann, denn ihr Berufswunsch ist schließlich „Planetenretterin“. Das könnten wir doch alle zu unserem Hobby machen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Dickerle

    Dickerle

    Monika Helfer

    Christoph Abbrederis

    leykam:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Ich habe dieses Bilderbuch lesen wollen, weil ich die Autorin aus der Erwachsenenliteratur kenne. 
    Das Cover zeigt ein dickes Kind, dass noch die letzten Krumen vom Teller leckt. Das dicke Kind mit den wunderschönen langen roten Haaren kommt in die Schule und ihre Mutter hat Olivia Kleidung herausgelegt. Diese Kleider sind „hässlich und unförmig.“ Olivia aß zu gerne und leerte auch noch den Teller ihrer dürren Mutter. Als Olivia ein Shirt ihrer Mutter anprobiert, bricht sie weinend vor dem Spiegel zusammen, so eng ist es.
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    Obwohl es in der Schule viele dicke Kinder gibt und sie dort, entgegen ihren Erwartungen keine Probleme hat, beschließ sie abzunehmen. Da die Mutter „wegen anderer Dinge“ sehr litt, aß sie immer mehr. So wurde die Mutter immer dicker und Olivia dünner. Allerdings vergaß sie ihren Hasen zu füttern, so dass das vorher dicke Tier verhungerte. Nur die Dünne Katze überlebt die Essstörungen der beiden. Auf der letzten Seite sehen wir ein Handyfoto auf dem Mutter und Tochter mit Normalgewicht zu sehen sind.
    
    Selten habe ich ein so unbegreifliches Bilderbuch gelesen. Vieles hat mich richtig erschreckt und mich ratlos zurückgelassen. Die Bilder sind treffend gezeichnet und bilden das Zu- und Abnehmen sehr gut ab. Mir ist aber nicht klar, für wen das Buch geschrieben wurde. Dicken zeigt es das Abstoßende ihrer Figur und unterstützt nicht ihr Selbstwertgefühl. Viellicht treibt es sie sogar in die Magersucht. Freude scheinen ja nur dünne Kinder zu finden. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Herr Max und die schlaue Maus

    Herr Max und die schlaue Maus

    Daniel Fehr

    Isabel Große Holtforth

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Dieses Pappbilderbuch berichtet von Maximilian Max, einen „vornehmen Herrn“, der sich sein Sonntagmorgenfrühstück freut. Als er dann den Teller mit dem Käse auf den Tisch stellt, erdeistet sich eine Maus, ihm ein Stück zu klauen. Das lässt sich Herr Max aber nicht gefallen und er jagd hinter der Maus her. Im Buch ist die Zimmertüre zu sehen, die sich öffnen lässt und durch die wir auf die nächste Seite schauen. So gelangen wir in ein gemütliches Lesezimmer, aber schon entwischt die Maus durch ein Bild und so kommen wir in die Küche, hier geht es durch den Schrank ins Treppenhaus.
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    Wieder ist eine Türe zu öffnen, die führt in einen großen Abstellraum, hier ist der Ausgang eine Pendeluhr, durch den Uhrenkasten gelangt man in den Keller. Herr Max muss ich durch enge Rohre quälen und fragt sich, ob das der Käse wert ist. Schließlich entdeckt Herr Max einen Frühstückstisch in einem Gartenhaus, der seinem sehr ähnelt und die Maus hat endlich die ganze Käseauswahl am Esstisch im Haus für sich. 
    
    Diese witzige Geschichte mit den Durchgängen ins nächste Zimmer macht richtig viel Spaß. Vielleicht ist der Text für manche Zweijährige noch etwas lang, aber die Bilder mit den zu öffnenden Türen kommen bestimmt gut an.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Ich bin kein Schaf

    Ich bin kein Schaf

    Stephan Valentin

    Denitza Mineva

    Pfefferkorn

    Leseempfehlung ab 2 Jahre

    Obwohl das Cover ganz klar ein weißes Schaf zeigt, heißt der Titel „Ich bin doch kein Schaf!“ und genau diesen Satz lesen wir in diesem Bilderbuch auf fast jeder zweiten Seite.
    Es beginnt damit, dass alle Schafe frisches Gras fressen, doch unser Schaf sitzt am Tisch und isst Pizza. „Aber ich bin doch kein Schaf!“ ist unter dem Bild zu lesen. Es macht auch nicht „Määähhh“ sondern „Kikerikiii“, es will auch nicht in die Berge, es möchte lieber in die Karibik.
    Schützt sich nicht vor Regen, schläft nicht im Stall, pflegt nicht sein Fell und hört nicht auf den Hund des Schäfers.
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    Da wenden sich die anderen Schafe ab und meinen, das Schaf gehöre nicht zu ihnen. In kleinen Bildern können wir die unterschiedlichen Gefühle des Schafes darauf anschauen. Doch dann kommt der Wolf und unser Schaf ermutigt die anderen zum Widerstand und so lesen wir „Wir sind nicht immer Schafe!“. Am Ende feiern alle zusammen und unser Schaf macht fröhlich mit.
    
    Wie selbstbewusst sich das Schaf gegen die anderen durchsetzt, ist bewundernswert, und wie schön, dass es trotz der zwischenzeitlichen Ausgrenzung, am Ende zusammen mit allen feiert. Schließlich hat es mit seinem Durchsetzungsvermögen die anderen dazu gebracht, dem Wolf die Stirn zu bieten.
    
    Klare einfache Bilder und ein ebensolcher Text bieten viel Spiel zur Diskussion. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Unser Sommer am See

    Unser Sommer am See

    Nikola Hupperttz

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Gerade in den Sommerferien erhofft man sich die großen Abenteuer, von denen man dann später immer wieder erzählen kann. Die Geschwister Agda, Nick und Jula haben so einen Sommer vor sich, der vermutlich ihre Vorstellungen übertrifft. Da ihre Eltern geschieden sind, fahren sie mit ihrem Vater allein in ein Haus am See. Der unbeholfene Vater und sein kurzer Ausflug ins Krankenhaus sorgen dafür, dass die Kinder kurz allein mit dem Haus und all seinen merkwürdigen Gegebenheiten sind.
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    Wenn ihre Mutter bloß wüsste! Der Dorfjunge Felix bringt zusätzlich Wind in die Geschichte und auch der Landstreicher Pepe wirft viele Fragen auf. Langeweile kommt da garantiert nicht auf. 
    Das Buch lädt richtig zum Wohlfühlen ein, am Anfang wird der Urlaubsort so gut beschrieben, dass man fast denkt, man sei selbst dort. Die Geschwisterkonstellation ist genau richtig und ihr Zusammenhalt, trotz des Altersunterschieds, hat mir besonders gut gefallen. Dass ihr Vater selbst noch ein halbes Kind ist und eigentlich vermutlich gar nicht mit ihnen allein sein dürfte, ist zwar nicht so realistisch, verleiht der Geschichte aber noch zusätzlich an Leichtigkeit und Charme. 
    Etwas schade ist, dass der Klappentext so vorweggreift, etwas weniger Spoiler wäre da sinnvoll, denn gerade die Spannung macht den Sommer der Kinder so lesenswert. So ein Sommer, den man auch als Erwachsener gerne erleben würde, weshalb auch diese viel Lesevergnügen mit diesem Buch haben werden.
    
    Raphaela Brosseron

    Auf dem Cover sehen wir die drei Geschwister, Agda, die Älteste, Nick und Jula, ihr Babyschwester. Vater Claus ist ein Träumer und Zauderer, der bekannt dafür ist, dass in seiner Nähe immer wieder Unglücke geschehen. Die Kinder wohnen bei der Mutter, aber die hat sich entschlossen mit ihrer Freundin nach Florenz zu reisen. Die hofft, die Kinder sind alt und vernünftig genug, um einen Urlaub mit Claus zu überstehen. 
    Das Ziel der Autofahrt ist ein einsames Haus im Bayrischen Wald namens Krähenriegel. Leider kommen sie schon verspätet dort an und da die Smartphones leer gespielt wurden, konnten sie auch die Vermieterin nicht kontaktieren. So müssen sie zunächst den Hausschlüssel suchen. Dank Nick, der sich Abenteuer für diesen Urlaub erhofft, wird er schnell gefunden. Jula hingegen findet eine mumifizierte Katze, von der sehr Zauberkräfte erwartet. Agda will Wing Tsun, wie Bruce Lee, trainieren und eine große Kämpferin werden.
    In der Nähe des Hauses gibt es einen kleinen Tümpel mit eiskaltem Wasser, in einiger Entfernung gibt es aber auch einen schönen Badesee.
    Leider sind die Kinder schon bald auf sich gestellte und es kommt zu lustigen, aber auch spannenden Episoden, die sich wunderschön lesen lassen. 
    
    Mir gefallen die Kinder im Buch, die jedes für sich liebenswert beschrieben sind, richtig gut. Agda, die schon Verantwortung übernimmt, aber auch selbst Spaß haben möchte, Nick, der seine Umgebung genau beobachtet und den seine Selbstständigkeit in Gefahr bringt und die kleine Jula, die in einem einen Zauber sieht und die fest an diese Kraft glaubt.
    
    Ein tolles Buch für die Ferien, aber auch für das restliche Jahr.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Welche Farbe hat mein Tag? – Ein Krimi-Abenteuer

    Welche Farbe hat mein Tag? – Ein Krimi-Abenteuer

    Carina Lendl

    Bucher

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Ein Kinderbuch, zu dem es sehr viel zu erzählen gäbe, immerhin umfasst es ganze 416 Seiten. Wer es liest, ist also erst mal beschäftigt, wird aber auch mit entsprechend viel Inhalt belohnt, der sich kaum auf ein paar Zeilen zusammenfassen lässt:
    Paulas Familie ist in ihrem Verhalten und Konsum sehr auf Bio bedacht, einer der vielen Streitgründe mit der ungeliebten Tante Viola: Die nämlich gar nicht. Diese sorgt auch dafür, dass Paula verdächtigt wird, ihre Abstellkammer angezündet zu haben, ein schwarzer Tag für Paula, die sich ab jetzt mit der Polizei auseinandersetzen muss.
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    Paula, die eigentlich ihre Sommerferien genießen sollte, gilt nun im ganzen Dorf als verdächtig. Gott sei Dank hat sie ihre Eltern, die ihr helfen wollen, den wahren Täter zu finden.
    
    In fast schon poetischer Erzählung bringt die Autorin nicht nur Witz und Spannung sondern auch Ernsthaftigkeit in die Geschichte. Man merkt Paula, die ihre Gefühle und Gedanken gerne in Farben sortiert, ihre Angst sehr an, die auch absolut nachvollziehbar ist.
    Der Anfang ist etwas schleppend, doch das Warten lohnt sich, denn es wird, ganz wie es sich für einen Krimi gehört, noch sehr spannend und zeugt, dass auch Kinder sich nicht alles von Erwachsenen gefallen lassen müssen.
    
    Raphaela Brosseron

    Paula lebt mit ihren Eltern in einem kleinen Ort. Ihre Mutter arbeitet im Bioladen, die Spezialität des Ladens, die Kostbärchen, fertigt Gabi in Mengen zu Hause an. Sie und Max sind ein nettes Elternpaar, dass sie auch mal streiten kann. 
    Weniger nett sind das Nachbarehepaar, das ständig im Garten zu tun hat, aber selbst keinen Lärm von anderen duldet. Aber am schlimmsten ist Max Schwester Viola. Sie war schon als Kind Klassenbeste, weil sie ein fotografisches Gedächtnis hat. Sie soll ihrer Nichte während der Ferien Nachhilfe in Mathe geben. Aber sie ist so boshaft und gemein, dass Paula da wenig Lust dazu hat. Als es dann auch noch zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden kommt, fällt der Verdacht, als es einen Brand bei der Tante gibt, auf Paula.
    So kommt es, dass Paula, deren Ferien so gut begannen, schreckliche Zeiten durchmachen muss. Ihre Eltern und Freunde geben sich alle Mühe, um sie zu unterstützen. Ein echter Lichtblick in dieser Zeit ist Ufo, der Wellensittig, der seit den Ferien bei Paula wohnt.
    In so einem kleinen Ort, wo jeder jeden schon immer kennt, ist ein Thema noch viel schneller in aller Munde als in der Großstadt. Da kommen alte Schulgeschichten wieder hoch, alte Frauen beurteilen nach ihren altmodischen Vorstellungen, Halbwahrheiten werden ausgeschmückt und rücksichtlos verbreitet. Als Paula von vielen Seiten angefeindet wird, verliert sie fast den Mut sich zur Wehr zu setzen. Paulas Gefühle werden in der Geschichte sehr gut beschrieben und ich habe sehr mit ihr gelitten. Aber es gibt auch nette Menschen, wie den Pizza-Bäcker Antonio, die Polizei-Psychologin Camen und ihre Freundin Fanni mit dem losen Mundwerk.

    Die zu Anfang harmonische Geschichte entwickelt sich immer beängstigender. Dadurch steigt die Spannung und das Mitgefühl mit Paula, deren Gefühlswelt dem Lesenden sehr nahe geht. So ganz passt dieses Buch deshalb nicht in das Genre „Krimi“, obwohl durchaus eine Straftat aufgeklärt werden muss. Aber ich finde, es ist mehr als das. Die Geschichte lässt uns mit der Protagonistin leiden, hoffen und verzweifeln, aber auch erfahren, was Freundschaft und Familie bedeuten kann. Trotz der Spannung gibt es aber auch sehr humorvolle Situationen, so ist es ein Spaß, wie die Tratschweiber beschrieben werden. Lesenswert!

    Dagmar Mägdefrau

  • Vorsicht Dinos!

    Vorsicht Dinos!

    Maki Saito

    DK Superleser

    Verlagsempfehlung ab der 1. Klasse

    Ein dünnes gebundenes Buch zeigt einen Triceratops auf dem Cover. 
    Auch alle anderen Bilder in diesem Buch wirken wie Fotos. Die Texte bestehen aus kurzen Sätzen, die besondere Merkmale der Tiere beschreiben, diese sind dann auch in dem Bild kenntlich gemacht. Beim Brachiosaurus ist es der lange Hals. 
    Unten auf der Seite steht nochmals der Name des entsprechenden Dinos und er ist durch die farbliche Silbentrennung besonder einfach zu lesen.
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    Ich muss sagen, als mein Enkel anfing sich für Dinosaurier zu interessieren, hätte ich mir das Buch gewünscht, weil ich oft Probleme hatte, die komplizierten Namen auszusprechen. Heute ist das Buch, obwohl der Enkel erst in die Kita geht vom Inhalt zu einfach für ihn, aber zum Lesen üben eignet er sich sehr gut. Elf Dinos werden auf den Doppelseiten vorgestellt, danach gibt es ein paar Fragen, eine Bastelanleitung mit Perlen und zusätzliche Infos. Mit einem Quiz endet das Buch.
    
    Besonders Kinder, die Schwierigkeiten haben mit dem Lesen, finden hier ein Buch mit einem Interessanten Thema und guten Bildern und die bunten Silben vereinfachen das Lesen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Kluck und der Kuckuck

    Kluck und der Kuckuck

    Yvonne Hergane

    Wiebke Rauers

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Mit großen Augen schauen sich Kluck, der junge bunt gefiederte Kranich, und der Kuckuck auf dem Cover an. 
    Das Buch beginnt mit dem völlig verzweifelten Kluck, er hat seine ganze Familie verloren und alles Suchen hilft nicht. Während er sich überall verabschiedet hat, sind die anderen wohl schon gen Süden gestartet. Doch dann taucht der Kuckuck auf und will dem kleinen Kranich helfen. „Gemeinsam flattern sie auf einen Ast. Der biegt sich unter der Last.“ Diese und ähnliche wundervolle Sätze machen das Buch zu einem echten Bilderbuchschatz.
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    Der Kuckuck bezeichnet seine Eltern als „Vergesser“, er wuchs bei einer Bachstelze auf. Als Kluck Jo trösten möchte, fallen beide vom Baum auf eine weiches Moosposter. Wie beide dort unten liegen, ist eine echte Augenweide. Kluck gibt Jo einen Regenwurm aus und beide „schnabulieren“ ihn. Im Wasser schauen die beiden Vögel auf ihr Spiegelbild, weil Kluck findet, dass die beiden sich ähneln. „Bei dir zeigt der Schnabel nach vorne und die Beine nach unten und die Flügel zur Seite. Mehr Ähnlichkeit geht gar nicht.“ argumentiert er. 
    Da beiden Vögel nach Süden fliegen beschließen sie gemeinsam von einem Hügel loszufliegen. Hier gibt es ein witziges Missverständnis zwischen dreizehn und drei Zehen. Nach dem missglückten Start, taucht dann Klucks Mutter und die ganze Familie auf und sie sind bereit den Kuckuck mitzunehmen. 
    
    Dieses Bilderbuch besticht durch seine wunderschöne Sprache, in die sich immer wieder kleine, feine Reime einschleichen. Die farbenfreudigen Bilder ergänzen da hervorragend.  Da macht es gar nichts, dass junge Kraniche eigentlich kein so farbenfrohes Gefieder haben. Die beiden Vögel unterstützen sich gegenseitig und werde so zu echten Freunden. Ein Buch, das auf Anhieb überzeugt und das ich sicher oft begeistert lesen werde. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Marie Käferchen  

    Marie Käferchen  

    Kai Lüftner

    Wiebke Rauers

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon das gelackte Cover rockt!! Marie Käferchen ist trotz des niedlichen Namens eine richtige Punk-Röhre. Mit ihrer Gitarre mischt die den Wald auf. 
    Papa stöhnt, Frau Schnecke meint, dass es früher sowas nicht gab „und Herr Heuschreck stimmt mit ein, dieser Krach dürfe nicht sein,“
    Aber die Marie grölt weiter zu ihrer E-Gitarre. So ist sie bald allein auf der Wiese, doch dann taucht „eine bunte Käfer-Band, die man von Plakaten kennt,“ auf und die fallen in Maries Musik mit ein.
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    Bei einem gemeinsamen Konzert werden die einstigen Meckerer zu Fans. 
    Rockig bunt kommt das Buch daher und die fetzigen Verse machen es zu einem tollen Gesamtkunstwerk, das ergänzt wird durch die Musik, die man auf Spotify hören und dem Hörbuch gesprochen von Kai Lüftner (per QR-Code zu hören) und dann sind hinten im Buch auch noch Tattoos für echte Fans zu finden. Mehr kann ein Bilderbuch kaum bieten.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Nur Mut, kleine Küken

    Nur Mut, kleine Küken

    Valeri Gornachev

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Mama Huhn und ihre zwei kleinen Küken gehen zum ersten Mal auf den Spielplatz. An Mamas Hand schauen sie auf Schaukeln, Wippen und viele spielende Kinder. Sie haben auch ein wenig Angst, es ist „sooo viel los!“ Da wird Dreirad gefahren und Ball gespielt und schwatzende Hühner sitzen auf der Bank. Die Hunde auf der Wippe, die Schweinchen auf dem Karussell, die Katzenkinder auf den Schaukeln und die Maus auf der Rutsche, laden die beiden kleinen Küken ein auch mitzumachen. Aber die meinen „Dafür sind wir noch zu klein.“
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    Doch Frösche und Mäuse sind auch klein und sie meinen, die Küken sollten es versuchen. So steigen die beiden die Leiter hoch, doch oben angekommen, haben sie doch Angst zu rutschen. Da kommt ein hilfsbereiter Biber und er rutsch mit den beiden gemeinsam. „Huiiih!“ Da macht Rutschen Spaß und bald geht es auch allein. 
    
    Diese Situation kennen alle und es ist so schön, wie hier die Kleinen eingeladen werden und ihnen von den Großen Mut gemacht wird. Die Bilder sind wunderschön gezeichnet und bilden den Spielplatz mit den vielen Kinder-Tieren genau ab. Die Texte sind sehr kurz, deshalb kann man das Buch auch sicher schon ab zwei vorlesen und die Tiere anschauen, suchen und benennen. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Das kleine Nein-Schwein

    Das kleine Nein-Schwein

    Henrike Wilson

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Diesmal ist es kein Pappbilderbuch, sondern ein Bilderbuch mit dünnen Seiten, man sieht dem Schwein auf dem Cover schon an, dass es alles verweigert. 
    Obwohl die Mama liebevoll „Aufstehen, kleines Ferkel!“ ruft, will Ferkel nicht aufstehen, es will einfach im warmen Bett liegen bleiben. Auch Waschen und Zähne putzen will es nicht „Nein!“ Selbst seinen Brei will es nicht essen. Trotzig sitzt es vor dem Teller mit Brei und Erdbeeren. Das Ferkel will sich auch nicht anziehen und den Helm aufsetzten.
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    Es ruft immer nur „Nein!“ Da packt Mama ihn in Unterhose und Helm in den Fahrradsitz und bei Wind und Regen geht es in den Kindergarten. Dort spielen schon alle und Ferkel ist kalt und hungrig. Wie schön, dass Mama kommt und ihn gleich in den Arm nimmt. Morgen wird sicher nicht wieder ein „Nein-Tag“ werden. Dazu sagt Ferkel „Nein!“
    
    Besonders schön ist der Satz „Am Abend, als Mama Ferkel ins Bett bringt, ist alles wieder gut.“ Manche Tage sind nun mal „Nein-Tage“ aber schön sind sie für alles nicht. Da tröstet so ein Bilderbuch mit schönen Bildern und kurzen Texten sehr.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Werwolf wider Willen

    Werwolf wider Willen

    Rüdiger Bertram

    Ka Schmitz

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Will geht zur Schule und sein bester Freund Tim versucht ihn davor zu retten, dass er nass wird, denn Will ist ein Wasserwerwolf und die verwandeln sich, sobald Wasser an ihre Haut kommt. Deshalb hat Tim auch immer einen Schirm dabei, denn als guten Freund versucht er Will zu schützen. 
    Das klappt leider nicht immer und dann wird aus dem Jungen Will ein kleiner süßer Werwolfwelpe. Aber leider sind auch Werwolfwelpen nicht harmlos, wie jeder Welpe beißt er Bälle kaputt und wühlt im Gemüsebeet.
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    Hinterher tut ihm alles leid und sein Taschengeld geht für die Wiedergutmachung der Schäden drauf. Erst ein Lehrer, der sich mit Werwölfen auskennt, erklärt ihm die Situation und rät ihm, was er ja auch schon weiß, kein Wasser an seine Haut zu lassen. Zusammen mit Tim, der ihn immer unterstützt, wird es wohl auch irgendwie gelingen.
    
    Eine kuriose Geschichte, die für mich keine richtige Auflösung hat, die Unterstützung von Tim ist ein toller Freundschaftsbeweis, aber keine wirkliche Lösung. Die kurzen Texte werden durch Comic-Bilder ergänzt und die 48 Seiten sind einfach zu lesen.
    Der Einwand des Autors dazu:
    „Es geht darum, dass jeder Mensch eine "Schwäche" hat und lernen muss, damit klarzukommen. Das erklärt Helsing ja und das war meine "Auflösung".“
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Hauptsache, wir vertragen uns wieder

    Hauptsache, wir vertragen uns wieder

    Heidemaie Brosche

    Jana Moskio

    mvgverlag

    Leseempfehlung ab 3 Jahre

    Nach „Und trotzdem habe ich dich immer lieb“ geht es diesmal um die Wut, die der kleine Biber hat. 
    Zu Beginn wendet sich die Autorin Heidemarie Brosch an die Eltern erklärt einiges zum Thema „Wut“. Sicher ein hilfreicher Text, der die Wut als ganz natürlich erklärt.
    Danach beginnt die Geschichte des kleinen Bibers, der nicht so gerne aufstehen möchte und deshalb zu spät in den Kindergarten kommt. Immerhin hat Mama ihm „Honigklee-Klöße“ versprochen, darauf freut er sich schon und das besänftigt kurzfristig seine Wut. Mama will nicht warten, bis er sich die Schuhe zugebunden hat. „Da stampft er mit dem Fuß.“
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    Auf dem Bild kann man ganz genau sehen, wie wütend der Kleine ist. Durch sein spätes Eintreffen spielen die Kinder schon miteinander und der kleine Biber muss alleine mit seiner Giraffe im Sand spielen. Als sich die anderen Kinder über ihn lustig machen, spürt er „wie die Wut in ihm riesengroß wurde.“ Als Mama ihn abholt und die versprochenen Klöße vergessen hat kommt die Wut geballt heraus. „Er trampelt mit beiden Beinen, heult laut und warf sich schließlich auf den Boden.“ Am Ende muss Mama ihn nach Hause tragen und kommt dabei ganz schön außer Atem. Als er erschöpft auf der Couch liegt, wird er wieder ruhiger und die Wut kleiner. Als Mama dann Verständnis für sein Wut zeigt und von Situationen erzählt in der auch sie wüten wurde, beschließen die beiden zusammen die Klöße zu kochen. „Hauptsache…wir vertragen uns wieder.“ Da liegen sich die beiden wieder in den Armen.
    
    Wut kenne ich aus eigener Erfahrung und auch aus der Kindheit meiner Tochter. Ich glaube dieses Buch hätte uns ein wenig helfen können, wenn wir beide nur noch wütend waren. Allerdings haben auch wir uns immer wieder vertragen und uns am Ende oft weinend in den Armen gelegen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Wovon träumst du? Die tollpatschige Giraffe … und der verlorene Traum

    Wovon träumst du? Die tollpatschige Giraffe … und der verlorene Traum

    Julia Nüsch

    Kindermann

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Die Giraffe Annette hat ihren Traum, den sie in der Nacht geträumt hatte, vergessen, deshalb lehnt sie an einem Baum und schaut in die Ferne. Als sie dem Fuchs Rainer Marie davon erzählt, hat er gleich einen Ratschlag parat. Doch Annette springt nicht leichtfüßig, sie stolpert und landet auf dem Bauch. 
    Heinrich, der Frosch empfiehlt singen, aber Annette landet nur im Wasser. Das Schaf William verstrickt die eigene Wolle, aber Annette ist so ungeschickt, dass sie einen Knoten in ihren Hals macht.
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    Auch Johann Wolfgang und Astrid, die Insekten, können nicht helfen. Theodor, das Nashorn, baut eine Wippe und als die beiden sie nutzen, kommen alle Tiere dazu. Leider kommt es wieder zu einem Unglück und die Tiere landen oben im Baum. Dort finden sie ein Art Decke, die Annette an ihren Traum erinnert. So träumen alle gemeinsam und es „war einfach fantastisch!“
    
    Schöne verträumte zarte Bilder und eine Freundschaftsgeschichte, die in einem gemeinsamen Traum endet: „Giraffenstark!“
    Die Geschichte ist vielleicht für einige Dreijährige etwas lang, doch man kann zunächst etwas kürzen und die fantastischen Bilder anschauen.
    
    Dagmar Mägdefrau
  • Oma Erbse

    Oma Erbse

    Mieha Friemel

    Jacky Gleich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Leonor und Oma singen gerne Karaoke, doch jetzt liegt Oma krank im Bett. Aber sie behauptet sie sei „topfit“. Doch Mama weiß es besser und ist deshalb traurig. 
    Aber Oma möchte nicht über den Tod sprechen „nicht vor dem Kind“ sagt sie. Auch beim Abendessen wird mit der Familie über das Thema gesprochen. Als Mama dann den Kompost umsetzt geht es um die Würmer, denen wenn sie geteilt werden, ein neuer Popo wächst und das Teil mit dem Popo bekommt einen neuen Kopf.
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    Ob das so stimmt, wird zwar nicht geklärt, aber dass man mit dem Kompost Gemüse düngt und daraus u.a. Erbsen, die Leonor liebt, wachsen. So erzählt Leonor der Oma, dass sie, wenn sie stirbt auch auf den Kompost kommt und dass Erbsen aus ihr werden. Oma findet die Idee „Nicht schlecht“ und spinnt weiter, dass sie, wenn ein Pferd das Gemüse isst, sie zum Pferd würde. „So ein Pferd wäre ich gern.“ Und sie galoppiert „zu den Sternen.“ Leonor liegt mit der schon sehr durchscheinenden Oma im Bett und Oma sagt „Ich liebe dich.“ zu ihr. Auf dem letzten Bild sehen wir Leonor im Garten Erbsen essen. 
    
    Wie im Buch gesagt wird, sind die Kinder noch zu klein, aber leider passiert es, dass auch kleine Enkelkinder sich von ihrer Oma verabschieden müssen. Da sind solche Bilderbücher, das Thema durchaus mit ein wenig Humor angehen genau richtig. Hier wird anhand des Kompostes erklärt, dass nichts verloren geht. 
    
    Dagmar Mägdefrau
  • 1:0 für Paul – Eine Fußballgeschichte

    1:0 für Paul – Eine Fußballgeschichte

    Manfred Mai

    Markus Grolik

    Ravensburger

    Verlagsempfehlung 2. Lesestufe (7 Jahre)

    Empfohlen von der Stiftung Lesen

    Endlich zieht eine Familie mit Kindern in das Nachbarhaus. Paul beobachtet den Einzug und sieht, dass ein Junge in seinem Alter mit dem Fußball spielt. Erst nach einer Woche traut sich Paul zu dem Jungen zu gehen. Er heißt Amir und spricht nur wenig Deutsch. Doch das hindert die Jungen nicht daran Fußball zusammen zu spielen. So gehen die beiden bald zusammen in einen Fußballverein.
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    Amir baut den zurückhaltenden und zweifelnden Paul immer wieder mit den wenigen Worten, die er beherrscht, auf. So schaffen sie es gemeinsam ein Spiel für die Mannschaft zu gewinnen.
    Die beiden Jungen finden im Fußballspiel ohne viele Worte ihre Freundschaft und so können sie sich gegenseitig unterstützen und motivieren. 
    
    Das Buch ist in fünf kurze Kapitel unterteilt und in Großbuchstaben gedruckt. Zusätzlich erleichtern die vielen bunten Bilder das Lesen. Die Struktur ist einfach gehalten und ohne große Überraschungen.
    
    Dagmar Mägdefrau