• Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt       

    Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt       

    Ella Carina Werner

    Juliane Pieper

    Kunstmann

    Ohne Verlagsempfehlung

    Mich hat einfach der Untertitel „Feministische Tiergedichte“ sehr gereizt, das Buch zu lesen und der Titel beschreibt männliches Verhalten, wie ich es kenne. 
    Und es geht auch gleich handfest los, die Nachtigall verzichtet wegen des schlaffen Beckenbodens auf Nachwuchs, Schildkröten sind innerlich wild und die Ente bekommt im Gegensatz zum Erpel keine Rente.
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    Die Störchin lässt sich vom Kranich vernaschen und das schrille Bild zeigt die beiden im Nest. Das Gedicht vom gebärenden Seepferdchen ist schon etwas länger, während die meisten Gedichte mit zwei Zeilen auskommen. „Heute starb ihr zwölfter Mann – gezogen ihm des Lebens Stecker! Die Schwarze Witwe flennt zu Gott: Warum sind die Kerls so lecker?“ Neben der weinenden Spinne hängen die Bilder ihrer Verflossenen an der Wand. 
    Einige der Reime sind schon sind sehr handfest, so bietet der Rehbock der Ricke an, sie zu ficken, da sie dann selbst handeln möchte, verzichtet der Bock. Mir gefällt auch die Hummel gut, die keine Wespentaille braucht und deshalb kein Korsett trägt.
    Wie die Autorin selbst im Nachwort schreibt, gibt es viele Tiergedichte, die von Männern geschrieben wurden. Und deshalb wurde es einfach Zeit für dieses Buch, das ist auch meine Meinung. Ob frivol, ob das Patriachat angreifend oder einfach nur witzig, mir haben die Gedichte durchweg gut gefallen und ich kann diesen Gedichtband nicht nur Frauen empfehlen. Neben dem Text ist aber auf jeden Fall auch der Illustratorin Lob auszusprechen, denn durch ihre Zeichnungen wird die Wirkung gut verstärkt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Der Ernst des Lebens – Das Fahrrad ist weg!

    Der Ernst des Lebens – Das Fahrrad ist weg!

    Sabine Jörg

    Ann-Kathrin Behl

    Thienemann – Kleine Lesehelden

    Verlagsempfehlung ab 1./2. Klasse

    Ein neues Abenteuer mit Ernst und Annette, die wir auf dem Cover sehen und mit ihren Freunden am Anfang des Buches vorgestellt werden. 
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    Ernst fährt noch immer mit dem kleinen Roller, während Annette mit dem alten Rad ihrer Schwester unterwegs ist. Deshalb wünscht sich Ernst zum Geburtstag ein Mountainbike, das er dann auch bekommt. Allerdings weist seine Mutter darauf hin, dass er oft seine Sachen „verliert“. Aber Ernst verspricht, gut auf das Rad aufzupassen und es immer zu sichern. Als es dann trotz „Anti-Klau-Supermethode“ nicht mehr da ist, geht er zusammen mit Annette auf die Suche. Als Ernst meint, sein Fahrrad gefunden zu haben, sieht ihn die Polizei und so kommt die ganze Geschichte heraus, doch Annette war bei ihrer Suche erfolgreicher.
    Das Buch ist wegen seiner schönen großen Schrift gut zu lesen, es gibt reichlich bunte Bilder und einige einfache Rätsel. So gilt es, Wege zu finden, das richtige Rad aus Vielen herauszufinden und Fragen zum Text zu beantworten.
    Die Lösung des „Falls“ finde ich etwas verwaschen, obwohl es schön ist, dass die Freunde zusammenhalten und sich am Ende unterstützen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Moor Myrte und das Zaubergarn

    Moor Myrte und das Zaubergarn

    Sid Sharp

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Dt. Akademie für Kinder- und Jugendliteratur – Liebe-Buchtipp des Monats, Juli 2025

    ORF KIDS Bestenliste, April 2025

    Leselotse, Börsenblatt, April 2025

    Das Haus, in dem die zwei Schwestern wohnen, sieht ein wenig unheimlich aus. Beatrice ist etwas fülliger und ein positiver Mensch, Magnolia dagegen ist dünn und ihre Mundwinkel könnten nicht weiter nach unten gehen. Da sie sehr arm waren, gab es Ratten und Kakerlaken zu essen. Zu den Spinnen, die es in Massen in dem alten Haus gab, hatten die Schwestern unterschiedliche Verhaltensweisen. 
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    Während Beatrice sie gerne beobachtete, riss Magnolia ihnen die Beine aus. Während Beatrice gerne bastelte, erteilte Magnolia ihr in sehr bösem Ton Anweisungen. Weil es Magnolia so kalt war, wollte Beatrice ihr einen Pullover stricken, doch ihr erster Plan misslang und so stieß sie im Wald auf die „Moor Myrte“. Sie ist ein eigenartiges Geschöpf mit Vampirzähnen, aber sie liebt, wie Beatrice, den Wald und so unterstützt sie Beatrice mit einem besonderen Geschenk.
    Neben kleinen Texten besteht das Buch aus comicartig zusammengestellten Bildern mit Sprechblasen. Beatrice wird durch ihre erfindungsreiche, nette Art mit einer schönen Zukunft belohnt, wohin gegen ihre böse, habgierige Schwester ihre Strafe bekommt.
    Ein schauriges Märchen über ungleiche Schwestern und das System der Ausbeutung der Arbeitskraft in ungewöhnlichen, faszinierenden Illustrationen erzählt. Ob es bei Kindern gut ankommt, wage ich zu bezweifeln, Erwachsene werden sicher in den beiden Bekannte, Vorgesetzte oder Kolleg*innen wiedererkennen.

    Dagmar Mägdefrau


  • Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest

    Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest

    Navid Kermani

    Mehrad Zaeri

    Hanser

    Verlagsempfehlung keine

    Der Schriftsteller schwärmt von einer Reise nach Afrika. Er stellt sich vor, was seine einzelnen Körperteile wohl dort besonders genießen werden. So freuen sich die Augen auf den Nil, die Ohren auf den Jazz in Addis Abeba und die Nase auf den Duft der frischen Kräuter in Timbuktu. 
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    So machen wir mit Körperteilen des Schriftstellers eine Reise durch den Kontinent.
    Erst als er auf die linke Hand zu sprechen kommt, fängt die Geschichte an, denn diese Hand möchte nicht reisen. Deshalb hält sie sich an der Heizung fest. Der Mann ist nicht in der Lage, seine Hand von der Heizung zu lösen. Sie murmelt immer wieder, dass sie nicht nach Afrika will. Die anderen Körperteile äußern sich und die rechte Hand spricht sogar von Abschneiden. Die Lösung scheint zunächst, dass der Klempner die Heizung ausbaut und diese mit der Hand ins Flugzeug muss. Doch die Hand findet einen neuen Halt und die verrückte Geschichte geht in die nächste Stufe.
    Ich glaube, dass ich durchaus Humor habe und mich auch verrückte und skurrile Erzählungen ansprechen, aber mit dieser Geschichte kann ich leider gar nichts anfangen. Natürlich haben wir nicht alle die gleiche Sehnsucht nach der Ferne und Menschen, wie meine Mutter, sehen im Reisen generell keinen Sinn, wo es doch zu Hause so schön ist. Aber dass einzelne Körperteile das Reisen verweigern, verwundert mich doch.

    Dagmar Mägdefrau

  • Atlas, Elena und das Ende der Welt

    Atlas, Elena und das Ende der Welt

    Anna Woltz

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    Jugendbuch des Montas Januar 2025

    Die besten 7 Bücher 11/25

    Esel des Monats und Silberner Griffel 11/24

    Elenas Mutter macht sich für einen Monat auf nach Indien und Elena muss zu ihrer Tante Maud in die Einöde eines heruntergekommenen Bauernhofs. 
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    Ihr Quartier ist ein Raum in einem Holzschuppen, das ihre „Cousine“ Kennedy mit Bildern aus einem Handwerkerkatalog verschönert hat. Überall im Haus gibt es Weihnachtssachen und Tante Maude leidet unter Long COVID, deshalb kann sie sich wenig um ihre neue Familie kümmern. Neben ihrem zurückhaltenden Freund, gibt es noch Atlas, den 14jährigen Sohn. 
    Während Kennedy scheinbar lustig plappernd über alles berichtet, ist Atlas sehr verschlossen und schnell wird klar, dass er ein Geheimnis hat, denn er schleicht sich nachts immer aus dem Schuppen. Aber auch Elena hat einen Grund, ihr Handy am Bahnhof zu entsorgen.
    Es dauert einige Zeit, bis die beiden offen miteinander reden können und dann wird der Sommer doch noch schön, denn Mauds neue Familie ist nicht creepy, trotz der eigenartigen Unterkunft und der komischen Namen.
    Der Anfang des Buches hat mich zunächst ein wenig ratlos gemacht, denn die Geheimnisse der Jugendlichen sind schon ungewöhnlich, oder vielleicht sind sie das gar nicht? Es hat mir gut gefallen, wie sich die Geschichte und die beiden Protagonisten sich entwickelt haben.
    Eine spannende, ungewöhnliche Geschichte voller Blamagen und mit noch mehr Gefühl.

    Dagmar Mägdefrau

  • Alles safe – Ein Comic-Abenteuer

    Alles safe – Ein Comic-Abenteuer

    Rüdiger Bertram

    Horst Hellmeier

    Ueberreuther

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Da ist Rüdiger Bertram zusammen mit Horst Hellmeier wieder eine echt witziger Comic gelungen. Schon das Cover zeigt uns, dass in dem Buch wenig safe ist. 
    Aber „safe“ ist Flos Lieblingswort, denn so mag er sein Leben sicher!!!
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    Zum Urlaubsstart trägt er Knieschützer und Helm, auf dem Rücken ein riesiger Rucksack, damit ist er für alle Fälle gewappnet. Seine leichtsinnige Familie nervt ihn ständig, nur Utz, der Bernhardiner, unterstützt Flo, denn sein Spezies war lange als Retter unterwegs.
    Flo findet Urlaub in den Bergen viel zu gefährlich, aber dann steigt er doch zu seiner Familie ins Auto, obwohl er sich ständig ausmalt, was passieren könnte. Da er nicht mit seiner Familie zur Wandertour aufbricht, lernt er im Hotel Kaya kennen, ein Mädchen, das keine Angst hat und es mag, „wenn`s gefährlich ist.“ Mit Herzchen in den Augen ist Flo „knallschockverliebt“ und nachdem sein kleiner Bruder, der bisher immer nur „blablabla“ gesagt hat, ihm rät, dass er auch mal was wagen muss, macht er sich zusammen mit Kaya auf eine Bergbesteigung.
    Der Comic besteht aus vielen z.T. einseitigen Bildern und kurzen witzigen Texten. Die Geschichte ist teilweise haarsträubend, irre komisch, aber dabei so voller Gefühl und Humor, dass gefällt sicher nicht nur mir.

    Dagmar Mägdefrau
  • Kanak Kids

    Kanak Kids

    Anna Dimitrova

    Arctis-Verlag

    Leseempfehlung ab 12 Jahre

    Dessi oder Daisy? Das kommt darauf an, wen man fragt. Am Gymnasium der Münchener Innenstadt ist Dessislava die blonde, perfekt angepasste „Daisy“ – Jeans, Bluse, Kontaktlinsen, kein bulgarisches Essen in der Lunchbox. In Neuperlach, wo Hochhäuser das Stadtbild prägen und die Realität weit entfernt von Münchens Schickeria ist, wird sie wieder zu „Dessi“ – Jogginghose, wilde Locken, keine Maskerade. 
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    Nicht, weil sie das Beste aus beiden Welten will, sondern weil sie es muss. Doch dann taucht Bo auf. Er durchbricht die sorgsam gezogene Grenze zwischen Dessis zwei Leben und erkennt ihr Dilemma, er hat ein ähnliches.
    Was dieses Buch so besonders macht, ist die Perspektive. Zu selten wird gezeigt, wie Menschen aus osteuropäischen Einwandererfamilien die „Almans“ wahrnehmen. Dessis deutsche Freund*innen müssen erst ihre Welt betreten, um zu verstehen, wie schwer es ist, kulturelle Grenzen zu überwinden. Mit viel Witz und Intelligenz hält Dessi sowohl ihren Eltern als auch den intoleranten Mitschüler*innen den Spiegel vor. Sie erzählt mit pointiertem Humor und messerscharfem Verstand von den scheinbar unüberwindbaren Gegensätzen zwischen Münchens Schickeria und der Neuperlacher „Bronx“.
    Besonders Bo bringt als charmanter, einfühlsamer Freund genau die Unterstützung, die Dessi braucht. Die Dynamik zwischen den beiden macht einfach Spaß – ihre Gespräche sprühen vor Schlagfertigkeit und Echtheit. Dieses Buch ist mehr als nur eine Coming-of-Age-Geschichte. Es ist eine treffende, humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Analyse davon, wie sich Anpassung manchmal wie Überleben anfühlt. Und ganz nebenbei mit Liebesgeschichten (die vielleicht doch Grenzen durchbricht?), die wirklich niedlich sind.

    Raphaela Brosseron

  • Die Footballfreunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels

    Die Footballfreunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels

    Andreas Hüging

    Dominik Rupp

    cbj

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Die Mannschaft und ihren Tainer lernen wir gleich zu Anfang als Illustration kennen und nach dem Vorwort von Sebastian Vollmer, geht es mit Jimmy Kings Geschichte los. Hinten im Glossar werden die Fachbegriffe erklärt, die grau eingefärbt aus dem Text herausstechen. 
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    Bei Jimmy, dessen Vater irgendwo in den USA lebt, dreht sich alles um Football. In Gedanken überlegt er Spielzüge, denn er ist Quarterback seiner Mannschaft und damit verantwortlich für den Spielablauf. Leider ist Mathe nicht sein Ding, diese Gleichungen und Rechenabläufe wollen so gar nicht in seinen Kopf. Allerdings lernt er auch nicht für den anstehenden Test und gibt die Arbeit ohne Lösungen zurück, auch eine zweite Chance nutzt er nicht, sondern nimmt das Angebot eines Mitschülers an und schreibt bei ihm ab. Dadurch macht er sich aber auch erpressbar. Als ein Junge mit einem tollen Helm auf dem Feld auftaucht, staunen alle, doch leider hat Artem den Helm gestohlen und ein Detektiv ist ihm auf den Spuren. Da der Junge aus der Ukraine ein toller Sprinter ist, nimmt die Mannschaft ihn auch ohne Helm auf. Die Junge begleiten ihn sogar zu dem Besitzer des Sportgeschäftes und bieten Putzdienste an, wenn Artem keine Problem bekommt. Doch dann macht Herr Karaka den Jungen ein Angebot.
    Mir gefiel es nicht so gut, dass Jimmy seiner Mutter nicht immer die Wahrheit erzählt, doch am Ende nimmt alles einen guten Verlauf und die Mutter nimmt das Football-Verbot zurück. Hier geht es um eine sehr gemischte Mannschaft, die aber toll zusammensteht und die sich vollkommen unterstützt. Ich habe wenig Ahnung von Football, aber hier habe ich einiges erfahren über dieses Spiel. Wichtig ist die Mannschaft und der volle Einsatz fürs Team.
    Kurze Kapitel mit spannender Handlung und vielen kleinen und großen anschaulichen Schwarz-Weiß-Illustrationen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Minecraft Code – Flucht aus dem Würfel-Gefängnis – Band 1

    Minecraft Code – Flucht aus dem Würfel-Gefängnis – Band 1

    Gauther Wendling

    Arianna Sabella

    Chiara Iacobelli

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Ich war neugierig auf dieses Buch, weil Minecraft immer noch ein Spiel ist, dass die Kinder auf dem Smartphone spielen. Deshalb fand ich es gut, dass zu Beginn des Buches ein „Minecraft-Wiki“ die wichtigsten Begriffe erklärt. 
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    Der Junge, der mit seiner Freundin Melanie uns auf dem Cover entgegenrennt, ist die Figur des Erzählers. Dieser Spieler, der große Ingenieur, tüftelt gemeinsam mit Melanie, der Architektin, und Lef an einem Projekt, um eine Reise zu gewinnen. Es ist nicht einfach, die Redstone-Mechanismen zu bauen und der Bau eines Aufzugs will auch nicht gelingen, als eine Mail Rester*innen sucht. Doch als der Junge den Anhang öffnet, ist in dem Spiel nichts mehr, wie es war und die Punkte fallen auf 0 zurück. Wir sehen eine Grafik, die das Zimmer des Jungens zeigt, der darin gefangen ist. 
    Nachdem wir auf den ersten Seiten die Regeln gelesen haben, kann das Spiel nun für uns beginnen. Nach der Beschreibung der Situation können wir zwischen zwei Optionen wählen und je nach Wahl auf der entsprechenden Seite weiterlesen. Manchmal geht es wieder zurück oder wir müssen den auf dem Kopf gedruckten Tipp lesen. Wenn es nicht weiter geht, gibt es „Hinweise und Lösungen“. Hier werden auch die Dinge notiert, die gewonnen werden bzw. die Punkteanzahl, die erreicht wurde.
    Eine schöne Idee, die Augen mal vom Bildschirm zu nehmen und trotzdem ein Minecraft-Abenteuer erleben zu können.

    Dagmar Mägdefrau
  • Entführung im Drachenwald – Leselöwen Comics 1. Klasse

    Entführung im Drachenwald – Leselöwen Comics 1. Klasse

    Barbara van den Speulhof

    Kurzi Shortriver

    Loewe

    Leselöwen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Theo sitzt auf dem Rücken seines Drachenfreundes Kokolo und sie eilen Lennox, das Drachenkind zu retten. Ein Cover, das neugierig auf das Abenteuer der beiden macht.
    Dann lernen wir erstmal alle kennen, die im Buch eine Rolle spielen.
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    Der erste Kapitel verrät uns „Theos Geheimnis“, ein wenig ahnen wir es schon, denn einen Drachen zum Freund zu haben, ist ja nicht alltäglich und deshalb bleibt es wohl besser ein Geheimnis. Selbst Theos Papa erfährt nichts davon. Mitten in der Nacht gibt es „Alarm!“. Kokolo weckt Theo, denn der kleine Lennox wurde von dem Adler Malo, „dem schlimmsten Vogel im Drachenwald!“, entführt. Natürlich fliegen die beiden gleich los, um ihn zu finden. Zum Glück gibt es im Wald viele Tiere, die den beiden helfen.
    Dieses Erstlese-Buch ist in Comicform gestaltet und damit sind die kurzen Texte mit den dazugehörigen Bildern sehr gut zu lesen. Die große Schrift und die, für einen Comic, großen Bilder, erleichtern das Verständnis sehr. Ich werde das Buch gleich in den nächsten Tagen an unserm Erstklässler testen und ich bin überzeugt, dass er das Buch selbst lesen kann.
    Ich schließe mich den Lehrer*innen an, die auf dem Cover das Buch empfehlen. Ich kann nur sagen: Ein überzeugendes Erstleserbuch voller Spannung.

    Dagmar Mägdefrau
  • Theo und Leo – Die Meisterdetektive

    Theo und Leo – Die Meisterdetektive

    Sabine Ludwig

    Ute Krause

    Cbj

    Theo und Leo

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Theo hat eine Mutter, die ihm nicht all zu viel erlaubt, das meiste wird mit seiner Allergie erklärt. Jetzt hat sein Vater ihm einen Detektivkoffer geschenkt und zusammen mit Leo „mit ohne -nie“ hat er ein Detektivbüro eröffnet. Da taucht schon der erste Fall auf. 
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    Flora, die ihr Vater gerne „Fräulein“ nennt, wenn sie etwas ausgefressen hat und die deshalb Fräulein Flora genannt wird, wird verdächtigt, Mutters Bulette gegessen zu haben. Theo will den Fall durch Nachdenken lösen, doch Leo wird aktiv und kann beweisen, wer der Dieb war.
    In der zweiten Geschichte erzählt Fräulein Flora von ihrem Onkel aus Amerika, mit dem sie die Nachmittage verbringt. Leo ahnt, dass da etwas nicht stimmen kann, als sie Flora besuchen will. Zusammen mit Theo sucht sie nach der Freundin und erlebt eine Überraschung.
    Für Theo ist der letzte Fall ganz klar, natürlich hat der grässliche Robert, der ihm die Nase blutig gehauen hat, auch das goldene Feuerzeug gestohlen. Und wieder ist es Leo, die diesen Fall löst und herausfindet, wo das Feuerzeug ist.
    Drei Bände in einem Buch und jede Geschichte ist humorvoll und spannend erzählt. Besonders die gewitzte Leo ist eine tolle Detektivin und auch eine zuverlässige Freundin voller Verständnis. Die vielen pfiffigen Bilder machen die Geschichten noch lesenswerter.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Fuchs und der kleine Tanuki – Band 1

    Der Fuchs und der kleine Tanuki – Band 1

    Mi Tagawa

    Carlsen Manga!

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahren

    Diese Serie erzählt japanische Mythen in 8 Bänden, im ersten Teil lernen sich der Fuchs und der kleine Tanuki kennen. Der Tanuki (Marderhund) ist ein fiktives Wesen aus der japanischen Folklore. Es fiel mir nicht ganz leicht, mich in dieser Geschichte zurecht zu finden. Da gibt es Gestaltenwandler, Wölfe werden zu jungen Männern und eine weiße Füchsin findet das Kochen als Frau einfacher. 
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    Der Schwarze Fuchs wurde wie andere Tiere mit besonderen Gaben ausgestattet und hat diese Gabe falsch genutzt. Deshalb wurde er 300 Jahre ausgeschaltet und seiner Kräfte beraubt, zudem muss er sich um den kleinen Tanuki kümmern, der von seinen Eltern ausgesetzt und verstoßen wurde. 
    Ich habe viele Äußerungen in diesem Manga als sehr schrecklich empfunden. Da sagen die Wölfe über den Tanuki „Lass ihn uns tot beißen, bevor er wirklich gefährlich wird.“ Der Umgangston ist rüde, so spricht man sich als „Idiot“ an.
    Trotz der Fußnoten und Erklärungen ist es nicht einfach, die Hintergründe, die in der japanischen Mythologie verankert sind, zu verstehen. Ein Comic, der von Geistern, Hexen und von Tieren handelt, die ihre Gestalt ändern und die zum Teil böse Charakter haben, ist schon eine schwere Kost für Grundschulkinder. Ich würde deshalb das Lesealter für Kinder, die nicht mit der japanischen Kultur vertraut sind, etwas höher ansetzen.
    Mangas werden interessierten Kindern eine ganz neue Welt eröffnen mit spannenden Einblicken in die japanische Kultur und Literatur.

    Dagmar Mägdefrau
  • Brandgefahren im Haus

    Brandgefahren im Haus

    Karin Jenta

    Marie Zippel

    Zaradiso Verlag

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Kurzgeschichten zum Nachdenken und für das richtige Verhalten bei Bränden
    In der ersten Geschichte sitzt die Familie bei einem Gesellschaftsspiel, als der Rauchmelder piepst. Zum Glück ist es ein Fehlalarm, aber der Vater nimmt es zum Anlass, den Kindern die Funktion dieses Gerätes zu erklären und den Rauchmelder auszutauschen.
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    Die vierzehnjährige Marie möchte für sich und ihre Freundin etwas kochen, doch nach dem Erhitzen des Fettes wird sie durch einen Anruf abgelenkt und als sie zurückkommt, sieht sie die Flammen in der Pfanne. Sie und ihre Freundin handeln richtig und rufen die Feuerwehr. Ein Hund rettet eine alte schwerhörige Dame, als ein Kabel unter dem Fernseher Feuer fängt. Zufällig hören zwei Kinder den Rauchmelder eines alten alleinstehenden Herren und alarmieren die Feuerwehr. Ein Handy erhitzt sich beim Aufladen so sehr, dass es den Rauchmelder auslöst. Der Vater, der Kindergeburtstag feiert, reagiert sofort, so können alle beruhigt weiterfeiern. Der zwölfjährige Julian wirft Zeitungen in den brennenden Ofen, als ein Funke auf seinen Pullover springt. Er kann das Feuer durch Rollen auf dem Boden löschen und sein Freund ruft die 112 an. So kann die Feuerwehr den Zimmerbrand löschen. 
    Die kurzen Geschichten beschreiben mehr oder weniger gefährliche Situationen und die Kinder lernen, dass es gut ist, schnell die Feuerwehr zu informieren, damit sie helfen kann.
    In der letzten Geschichte wird es dann sogar richtig gefährlich.
    Die alte Dame wird „Oma Ursula“ genannt, obwohl es in der Geschichte keine Enkel gibt, während von dem Mann als „Peter Beckmann“ gesprochen wird. Mir hätte für die Frau auch ein anderer Name gefallen.
    Kinder sind immer sehr an allem interessiert, was mit der Feuerwehr zu tun hat, dieses Buch zeigt, wo es wichtig ist, sie zu rufen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fuchseline´s Malbuch – Was arbeiten Mama und Papa im Büro?

    Fuchseline´s Malbuch – Was arbeiten Mama und Papa im Büro?

    Fuchseline aus dem Wienerwald

    Fuchseline aus dem Wienerwald

    Verlagsempfehlung ab 4-7 Jahre

    Eine Frage, die die Kinder sicher interessieren werden, denn nicht alle Eltern können ihren Kindern ihren Arbeitsplatz zeigen. Das Buch beginnt mit dem Weg zur Arbeit, wobei mir der Hubschrauber etwas übertrieben scheint, dagegen fehlt der eigene PKW und das Fahrrad. 
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    Dann folgen Büroszenen mit einer Frau und einem Mann, ein Schreibtisch mit Bildschirm und Arbeitsmittel. Meeting und Teamwork sind die nächsten Überschriften. Eine Präsentation wird gezeigt, eine E-Mail verschickt und eine Videokonferenz abgehalten. Zwei leere Handy-Ansichten sollen mit einem Gesprächspartner und einem Selbstporträt gefüllt werden. Die nächsten Seiten sind mit „Freies Malen“ überschrieben und zeigen einfache Utensilien aus dem Büro. „Auswertungen“ zeigen Diagramme, dann können Linien und Formen nachgezeichnet werden. Es folgen Wimmelbilder von gleichen Tieren, die je nach Haltung unterschiedlich ausgemalt werden sollen. Kleine Aufgaben, wie passende Gegenstände verbinden,  entscheiden, was schwerer ist, sowie Suchaufgaben folgen. Labyrinthe und Linien nach Zahlen zeichnen finden wir auf den nächsten Seiten, danach wird ausgeschnitten, zunächst Münzen und Geldscheine. Am Ende werden Schatzwürfel gebastelt.
    Leider erschöpft sich das Thema Büro schnell und dann zeigen die Abbildungen die unterschiedlichsten Sachen. Sicher ein Heft mit vielen Anregungen, die über das reine Ausmalen hinausgehen und die bestimmt gerne angenommen werden.

    Dagmar Mägdefrau
  • Fuchseline´s Malbuch – Ich gehe dann mal zu den Helden ins Krankenhaus!

    Fuchseline´s Malbuch – Ich gehe dann mal zu den Helden ins Krankenhaus!

    Fuchseline aus dem Wienerwald

    Fuchseline aus dem Wienerwald

    Verlagsempfehlung ab 5-8 Jahre

    Auf dem Cover sind ein großer Regenbogen und Kinder und Erwachsene als Superhelden zu sehen. 
    Das erste Ausmalbild zeigt ein großes Krankenhaus, auf das zwei Hubschrauber zufliegen. „Helden im Einsatz“ zeigt Krankenhauspersonal - teilweise mit Umhang.
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    Dann kann sich der mögliche Patient oder die Patientin in ein Krankenhausbett malen, EKG-Linien nachzeichnen und vielfältige Arbeitsmittel ausmalen. Röntgen, Viren und Bakterien tauchen auf, danach geht es um Blutgruppe und einen DNA-Strang, was mir schwierig erscheint. 
    Damit ist das titelgebende Thema allerdings auch schon erschöpft. Jetzt geht es um „Fantasie und Kreativität“. Einhörner und Piraten werden zum Ausmalen angeboten. Linien nachgezeichnet und Bilder ausgemalt. So. z.B. eine Vorlage mit vielen Füchsen, die je nach Haltung unterschiedlich angemalt werden sollen, das ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe.
    Es folgen Labyrinthe, Suchbilder und Umrisse, die nach aufsteigenden Zahlen gezeichnet werden müssen. „Scheren Rallye“ bedeutet, dass Formen und Linien ausgeschnitten werden. Ein Gesicht, bei dem man Augen und Lippen ausschneidet und einklebt, gefällt meiner Enkelin sicher, ebenso wie die Pizza, die belegt werden soll. Zum Ende können noch Memory-Karten ausgeschnitten werden.
    Dieses Din-A-4 große Heft bietet viele Mal- und Bastelangebote, ich hätte mir ein wenig mehr zum Thema gewünscht, bin aber überzeugt, dass meine kreative fünfjährige Enkelin viel Spaß haben wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Ich hab da was für dich

    Ich hab da was für dich

    Lena Raubaum

    Katja Seifert

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kinderbuch des Monats Januar 2025

    Auf dem Cover sehe ich nur die Beine einer Person, die mir ein riesiges Paket entgegenhält. „Wortgeschenke und Gedankenstupser“ wird es wohl enthalten. Denn dieses wundervollen Gedichte schenkt Lena Raubaum und allen, die das Buch (vor-)lesen.
    mehr oder weniger lesen
    Kleine Reime, kurze Geschichten in poetischen Worten erzählt, das alles finde ich hier. 
    „Sorgsam
    Sicher könnt´ ich mir Sorgen machen
    Sorgen über mein ganzes Leben
    Nur wäre das halt zirka so
    Wie auf heile Haut Pflaster zu kleben.“
    Ist das nicht eine beeindruckende Lebensweisheit? Vielleicht sogar etwas fürs Poesiealbum?
    Unter der Überschrift „Busreise“ geht es um die Welt und an die exotischsten Orte, dann erfährt man, dass der Bus ein Globus ist. Gleich auf der nächsten Seite werden Papas Schuhe zu Booten, die durchs Wohnzimmer fahren.
    Die dann folgenden Tiergedichte zu lesen, ist auch wieder ein echter Spaß. Bei den Klopfgedichten steht jemand vor der Tür und überrascht uns mit einer Aussage.
    „Alles klar
    Was ist ein Gedicht?
    Es reimt sich
    Oder nicht“
    Danach muss man das Buch mal umdrehen oder die Buchstaben auf dem Kopf lesen.
    Und so gibt es noch einiges Ungewöhnliches in diesem Gedichtband, lass dich also einfach überraschen und erfreu dich an den verrückten Ideen der Autorin und an den kleinen, feinen Illustrationen am Rande.
    Ich liebe es, solche Gedichte laut zu lesen und den Klang der Worte vollständig zu spüren.

    Dagmar Mägdefrau
  • Maschas leuchtende Jahre

    Maschas leuchtende Jahre

    Veronika Wiggert

    Marie Geissler

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Bilderbuch des Monats Januar 2025

    Vor einiger Zeit habe ich die Biografie von Mascha Kaléko „Suche nach der Heimat“ gelesen und ich war erstaunt über das ungewöhnliche Leben dieser deutschen Dichterin. In diesem Bilderbuch wird ihr Leben kindgerecht erzählt und mit wunderschönen Illustrationen, die sich stilistisch an der Zeit der 1920er Jahre orientiert, ausgeschmückt. 
    mehr oder weniger lesen
    Auf dem Cover sehen wir die junge Mascha mit einen Federhalter in der Hand auf einer Schreibmaschine sitzend.
    Auf der ersten Seite ist das Gedicht „Der Mann im Mond“ abgedruckt. Eine Frau liegt schlafend mit ihrem Kind, wohl die kleine Mascha, im Bett, auf dem Kopfende sitzt eine Eule, dazu scheint eine Mondsichel. Dann sieht man Mascha als Mädchen mit einem Hund über eine Wiese tollen, aber oft machte sie sich schon damals „eigene Gedanken“. Sie war mutig und konnte „eisenhart“ sein. Sie war sieben, als sie mit ihren Eltern nach Deutschland floh, Auslöser war der 1. Weltkrieg. Dann begann die wunderbare Zeit in Berlin, sie dichtete und verbrachte ihre Zeit im Romanischen Café mit anderen Künstlern. Erst die Nazis machen ihrer Kariere ein Ende und sie flieht mit ihrem zweiten Mann und ihrem Sohn nach Amerika.
    Die Gedichte von Mascha Kaléko sind nach wie vor schön zu lesen. Sie haben Tiefe und Gefühl, aber auch Humor. Mir gefällt es deshalb sehr gut, dass die Autorin diese Dichterin den Kindern näher bringt. Sie schafft es mit kurzen Texten, unterstützt durch die aussagestarken Illustrationen, ein Bild zu erschaffen, das sicher vielen in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht sehen die heutigen Kinder mal ein Gedichtband von Mascha in der Buchhandlung und sie werden dann danach greifen…

    Dagmar Mägdefrau

  • Der kleine Prinz

    Der kleine Prinz

    Antoine de Saint-Exupéry

    Anna Silivonchik

    Edition Bracklo

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Bilderbuch des Monats Dezember 2024

    Der kleine Prinz ist sicher eines der am häufigsten zitierten Bücher, die Zitate eignen sich zur Geburt, zur Hochzeit und für Todesanzeigen. Ebenso vertraut ist uns die gezeichnete Figur mit den gelbblonden Haaren, die immer etwas verloren wirkt.
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    Diesmal sehen wir einen Jungen mit Krone, der verträumt auf einen Globus mit Sternenbildern schaut, davor die Rose, schon ganz aufgeblüht. Nach einer etwas längeren Widmung sehen wir, passend zum Text, einen Hut, der aber eine Boa ist, die einen Elefanten verschlingt. Danach fliegt ein Pilot mit einem Papierflieger, den der Junge in der Hand hält. Nach der Bruchlandung sehen wir den Prinzen, ohne Krone auf dem großen Kopf und Spanngenschuhen an den kleinen Füßchen. Er hält ein Schaf im Arm, das die Krone auf dem Kopf hat. Später sehen wir den Piloten mit dem Prinzen, beide im zarten Mondlicht, fast durchscheinend. In Kapitel XII geht es um einen Säufer, der inmitten der Flaschen seinen Kopf gegen den eines Fisches lehnt, allerdings bestehen alle Fische nur aus Gräten, ein wirklich trauriges Bild. 
    Da ich davon ausgehe, dass die Geschichte allen bekannt ist, habe ich mich hier auf die ungewöhnlichen neuen Illustrationen beschränkt. Ich finde sie sehr gelungen und der Geschichte würdig. Allerdings taucht vor meinem inneren Auge, wenn ich den Text lese, der kleine Prinz auf wie Antoine de Saint-Exupéry ihn erschaffen hat.

    Dagmar Mägdefrau