• Ich bin introvertiert    

    Ich bin introvertiert    

    Lenka Blaze

    Aus dem Tschechischen von Lena Dorn

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Sensibilität ist meine Superpower“ findet die Autorin und mit diesem Buch lebt sie diese Superpower aus, indem sie ihre Gefühlswelt in Wort und Bild beschreibt.
    Zu Ende des Buches steht in einer Sprechblase „Ich sage mir immer wieder, dass ich nichts dagegen tun kann, wenn dir das Buch nicht gefällt. Ich kann es nicht ändern und muss mich auch nicht schuldig fühlen. Und es ist auch nicht schlimm, wenn das Buch nicht perfekt ist.“
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    Dieser Satz macht für mich eine Rezension fast unmöglich. Ich mühe mich, sachlich zu argumentieren und keinen zu beleidigen. Aber hier treffe ich auf eine Autorin, der ich eine Kritik kaum zumuten möchte. 
    In unserer Bevölkerung gibt es 20 % hochsensible Mensch, davon sind 70 % introvertiert. Und ich befürchte, dass ich einigen mit meiner lauten Art ziemlich auf die Nerven gegangen bin. Die Autorin beschreibt ihre Kindheit und Jugend und ihren Wunsch, sich zurückziehen zu können. Auch jetzt als Erwachsene braucht sie ihre Freiräume und sie kann sich z.B. keine feste Anstellung vorstellen, schon gar nicht in einem Großraumbüro. Allerdings schildert sie auch die Vorzüge, die hochsensible Menschen haben.
    Ich habe viel Neues erfahren beim Lesen dieses Buches und ich hoffe, dass ich zukünftig nicht gleich blöd regiere, wenn mir jemand nicht sofort antwortet. Es lohnt sich, diese Buch zu lesen, auch wenn es sich manchmal etwas zieht und Dinge oft wiederholt werden. Sehr interessant fand ich die Menschen wie Obamah, der hier auch als introvertiert beschrieben wird. Die Zeichnungen sind sehr einfach und zeigen trotzdem sehr gut die Gefühle und Empfindungen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Mo & Motitz    

    Mo & Motitz    

    Julya Rabinowich

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Buch des Monats Februar 2026

    Ein sehr bewegendes Buch, das unter die Haut geht. Mo ist Moslem und musste mit seiner Familie nach Wien fliehen. Er lebt beengt mit seinen Eltern, seiner Schwester, die sich gerne anpassen möchte, und seinem Bruder, der dieser westlichen Welt sehr kritisch gegenübersteht. 
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    Da Mo von der Schule fliegt, fängt er eine Lehre in einem angesagten Friseursalon an. Herr Franz, der Meister, ist ein besonderer Mensch, der sich sehr um Mo kümmert. Auf dem Opernball begegnet Mo dann einem anderen Mo, nämlich Moritz, der Jude ist, und die beiden verbindet eine zarte Liebe. 
    Mir gefällt es besonders, wie die Autorin diese Liebe beschreibt. Besonders in die Gefühle von Mo, der sich seiner Familie und dem Meister verbunden fühlt und den es gleichzeitig zu Moritz zieht, konnte ich mich sehr gut hineinfühlen. Wie die ganze Geschichte meine Gefühle durcheinanderbrachten. Deshalb hat mich die Hoffnung zu Ende des Buches ein wenig beruhigt, denn es ist zu befürchten, dass so eine Liebe in unserer Welt keine Zukunft haben wird. Wie schön, dass „die blaue Fee“, eine alte Dame Mo so unterstützt hat.
    Ein zarte Geschichte, die mit dem Anschlagplänen auf das Taylor Swift-Konzert einen sehr realistischen Part hat.
    Die Geschichte ist konfliktreich und doch voller Hoffnung. Wollen wir Mo & Moritz ganz viel Glück für ihre Zukunft wünschen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Starfish 

    Starfish 

    Lisa Fipps

    Aus dem Englischen von Meritxell Piel

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen“ steht als Untertitel auf dem Cover und ich kann das voll und ganz bestätigen.
    Eliane Elizabeth Montgomery-Hofstein, kurz Ellie oder El, wie die wenigen Freunde sie nennen, lebt in Texas und ihre Figur entspricht nicht den Maststäben ihrer Umwelt, denn Ellie ist dick.
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    Sie hat zwei ältere Geschwister, eine Mutter, die als Journalistin tätig ist und einen Vater, der Psychiater ist. Ellie liebt es zu schwimmen, aber als sie eine A---bombe macht, sagt ihre Schwester „Platschi“ zu ihr und so wir Ellie für alle Platschi, der Wal. In der Schule gibt es zwei Mädchen, die Ellie immer wieder aufs schlimmste mobben. Und weil ihre Freundin wegzieht, steht sie dieser gemeinen Bande allein gegenüber. Ihre Mutter versucht Ellie immer wieder zu Diäten zu zwingen, während ihr Vater versucht sie zu stärken. 
    Ellie, die gerne Schriftstellerin werden möchte, scheibt diese Buch aus ihrer Sicht und mit ganz kurzen Kapiteln und ebenso kurzen Sätzen. Eine eindringliche, poetische Sprache, die leicht zu lesen ist und so eindrucksvoll Ellies Gefühle darstellt.
    Wie habe ich mit Ellie gelitten und wie habe ich ihr gewünscht, dass sie sich liebt und verstanden fühlt. Zum Glück gerät sie an eine Therapeutin, die sie mit ungewöhnlichen Methoden und viel Einfühlungsvermögen unterstützt. So lernt Ellie sich zu wehren, ohne anzugreifen, was mich sehr fasziniert hat.
    Ein Buch über ein dickes Mädchen, schreckliche Mobbingszenen und ihre Verwandlung in einen starken Seestern. Vielen Veränderungen, vielen Tränen, aber auch tolle Freunde und einen wunderbaren Cowboy-Vater.

    Dagmar Mägdefrau
  • Deine Hand ist eine Sonne    

    Deine Hand ist eine Sonne    

    Christina Naumann-Villemin

    Géraldine Cosneau

    Übersetzt von Saskia Heintz

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Ein fröhliches quadratisches Pappbilderbuch, das eine Hand zeigt, die mit einigen zusätzlichen Strahlen zu einen Sonne wurde. 
    Das Kind wird aufgefordert, seine Hand auf das Bild zu legen, denn das Huhn ist auch wieder aus einem Handabdruck entstanden.
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    „Gack, Gack, Gack!“ macht es uns auf seine Küken aufmerksam. „Gluck, Gluck, Gluck“ macht er planschende Tintenfisch. 
    So bekommen wir sehr schöne Anregungen, wie man aus dem Abdruck einer Hand Tiere entstehen lassen kann. Sicher fallen uns noch andere kreative Möglichkeiten ein, Tiere entstehen zu lassen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Damals in der Rosenstraße    

    Damals in der Rosenstraße    

    Anja Tuckermann

    Annabelle von Sperber

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Schon das Cover zeigt, wie eindrucksvoll das Buch gestaltet ist. Es zeigt einige der Menschen, die in der Rosenstraße für die Freilassung der Inhaftierten gekämpft haben. 
    Das Buch beginnt 1941 mit Hakenkreuzfahnen und einer blutroten Straße, auf der vier Männer in NS-Uniform marschieren, daneben unbeteiligte Passanten und aus der Seitenstraße kommt ein Mann mit zwei Kinder, die einen Judenstern tragen.
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    Die kleine Erzählung berichtet von Doris, die nicht auf den Spielplatz darf. Auf der anderen Seite ist ein erklärender Text zur Situation zwischen 1933-1945 abgedruckt. Danach erfahren wir einiges über jüdische Kinder in der Zeit. Als seine kleine Schwester Doris von Hitlerjungen geschubst wird, schreitet ihr Bruder Helmut ein. Im Jahr 1942 überlegt Doris, ob die Familie nicht auch flüchten sollte. Doch am 27.2.1943 wird der Vater abgeholt und in die Rosenstraße gebracht. So sind auch Doris und ihre Mutter unter denen, die um die Freiheit ihrer Männer kämpfen, indem sie in der Straße demonstrieren und ihre Freilassung fordern. 
    Neben der Geschichte von Doris' Familie und den vielen Sachinformationen zur NS-Zeit, lebt das Buch ganz besonders von den eindringlichen Illustrationen. Sie treffen mit eindrucksvollen Gesichtern und krassen Farben genau die Lage in dieser Berliner Straße.

    Dagmar Mägdefrau
  • Egal war gestern

    Egal war gestern

    Jörg Isermeyer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis

    Finn und Lennard posten auf einer Plattform lustige Videos. Als Sam, ein Mädchen mit afrikanischen Wurzeln, ihnen anbietet durch eine Kooperation mehr Klicks zu generieren, sagen die beiden Jungs zu. Unter Sams Post gibt es immer wieder rassistische Meldungen, die Finn erschrecken. 
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    Auch sein Vater hat im Netz Dinge gefunden, die darauf hinweisen, dass in der Schule, in der auch er als Lehrer arbeitet, Nazis unterwegs sind. Als er das öffentlich macht, wird er zum „Nestbeschmutzer“. Denn in dem kleinen Ort steht mit einem Mann der „Wir“-Partei ein Rechter zur Bürgermeisterwahl an. 
    Im Laufe des Buches wird klar, dass die einen wohl wirklich naiv sind und die Warnungen nicht wahrhaben wollen und sich deshalb „raushalten“. Andere wählen aus Überzeugung diese Partei. Doch die Rechten sind gut vernetzt und erreichen mit ihrer Propaganda auf ihren Socal-Media-Seiten, dass Finns Familie sogar von Freunden geschnitten wird. Als es dann och offene Drohungen gibt, fühlen sich sie nicht mehr wohl in ihrem Heimatort.
    Ein Buch, das aufrüttelt und das die Frage offenlässt, wie würden wir uns verhalten? Würden wir auch wieder schweigen? Oder werden wir es schaffen, uns ebenfalls zu vernetzten und diesen Nazis die Stirn zu bieten?
    Mehr als Schulliteratur, diese Buch zeigt auch Erwachsenen, welchen Weg wir da einschreiten, wenn wir nichts unternehmen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Bitte nicht wecken…Hier schläft ein Pirat

    Bitte nicht wecken…Hier schläft ein Pirat

    Rhiannon Findlay

    Siân Roberts

    Aus dem Englischen von Cornelia Boese

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Der verschlafene Pirat sitzt auf seinem Goldschatz und der Junge schleicht sich zusammen mit seinem Hund an. Sie werden doch den Piraten nicht wecken? 
    Zunächst sehen wir eine Karte der Rumtreiberinsel, dann werden die Macherinnen des Buches vorgestellt und dann sehen wir den Jungen oben vom Leuchtturm, der wohl sein Zuhause ist, herabschauen.
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    Er sucht seinen Hund Wuff und er macht sich auf den Weg, ihn zu suchen. Dabei ist sein wichtigster Vorsatz „Weck niemals die Piraten!“ Ein Satz, den wir noch oft lesen werden. Vorbei an dem zauberhaften Feenbaum geht es zur Meerjungfrau und bald findet er in einer Flasche eine Karte. So gelangt er zum Lager der Piraten, mit denen sein Hund fröhlich feiert.
    Ein witziges Buch mit schönen Reimen und bunten Illustrationen, in der jeder aus Riesenaugen herausschaut. Die Wiederholung der Warnung, den Pirat nicht zu wecken, wird den Kindern beim Vorlesen sehr gut gefallen und dass der Furcht unbegründet ist sicher auch.

    Dagmar Mägdefrau
  • Geh deinen Weg Schildkröte

    Geh deinen Weg Schildkröte

    Rachel Bright

    Jim Field

    Aus dem Englischen von Pia Jüngert

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Schon auf dem Cover lernen wir Marla und ihren Bruder Mini kennen. Schauen sie uns nicht niedlich an?
    Zu Beginn des Buches schlüpfen die beiden mit einem „Plopp!“ aus dem Eis und laufen, einem Instinkt gehorchend, Richtung Meer.
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    Doch dann tauchen viele andere Tiere auf, die das Schauspiel anschauen. Wir haben ja auch schon oft gebannt vor dem Bildschirm gesessen und dieser zauberhaften Nacht zugesehen. „Los, Schildis!“ schreit der Affe und alle Schildkröten laufen noch schneller. Der Tukan will Marla als Siegerin sehen. Doch da fällt Marla auf, dass ihr Bruder nicht mehr mit ihr unterwegs ist und sie entschließt sich, umzukehren und nach ihm zu suchen. Aber sie weiß auch, dass sie vor der Morgendämmerung im Wasser sein muss.
    Natürlich geht die Geschichte gut aus, denn mit vereinten Kräften helfen die Tiere den beiden kleinen Schildkröten pünktlich ins Meer zu kommen. Das Buch ist, wie seine vielen Vorgänger in Reimform geschrieben und diesmal macht das Lesen richtig Spaß. So gefällt mir ein Satz zum Ende des Buches besonders „Und wenn nur Einer Mut zeigt, der andere bewegt, entsteht daraus ´ne Welle, die uns für immer trägt.“
    Neben den farbenfrohen Tierillustrationen zeigt dieses Buch uns, wie wichtige der andere - in diesem Fall der kleine Bruder - ist und wie erfolgreich alle Tiere zusammen sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Lesefest mit Uhuwe – Band 2

    Das Lesefest mit Uhuwe – Band 2

    Christelle Saquet

    Tatjans Mai-Wyss

    Aus dem Französischen von Anna Taube

    Bohem

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Unsere drei Freunde aus dem ersten Teil „Uhuwe liest vor“ haben lesen gelernt und alle sind zusammen mit dem bebrillten Uhu hinter dem großen Buch zu sehen. Diesmal soll es ein Lesefest geben.
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    Alle drei haben schon Leckereien bereitgestellt und dann liest zuerst der Dachs vor. Doch er liest ohne Punkt und Komma in einem durch. Der Hase liest vor Angst so leise, dass man ihn nicht verstehen kann. Als dann das Eichhörnchen Silben einzeln liest und sich ständig verhaspelt, platzen die Drei vor Lachen. Am Abend berichten sie Uhuwe von ihren Problemen. Er nimmt sie mit in seine wunderschöne Baumbibliothek und sie sind fasziniert von den vielen Büchern. Mir gefällt das Bild auch ganz besonders gut und ich würde auch gerne mal dort hineinschauen wollen. Dann gibt er allen einen Rat, wie sie ihr Vorlesen verbessern können und ich glaube, das können auch viele kleine Leser*innen beherzigen. 
    Eine schöne Geschichte über das Vorlesen, denn wir alle haben lernen müssen, wie wir es am besten machen, dass die anderen uns gut verstehen können und dem Vorlesen gerne lauschen.

    Dagmar Mädefrau
  • Ein Huhn kommt selten allein

    Ein Huhn kommt selten allein

    Jowi Schmitz

    Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Romeo, auch Ro genannt, hört eines Abends komische Geräusche auf seinem Balkon. Dort sitzt plötzlich ein Huhn. Es gehört zu den neuen Nachbarn von gegenüber mit der Tochter Jessie, die in Romeos Klasse kommt. 
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    Jessie weiß auch, wie es ist, wenn ein Elternteil stirbt. Das ist schrecklich, aber für Romeo ein guter Zufall. Denn sein Vater ist schwer krank und wird bald sterben. Er wünscht sich, noch einmal in der Wüste in Amerika zu stehen. Die beiden freunden sich an und versuchen gemeinsam, Arthurs letzten Wunsch zu erfüllen.
    Sterben und Tod sind in der Gesellschaft immer noch schwierige Themen, vor allem bei jüngeren Menschen. Umso schöner fand ich es, dass sich eine Geschichte genau damit beschäftigt. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich gelacht und auch geweint. Es ist so liebevoll, verständnisvoll und in vielen Situationen humorvoll beschrieben, dass ich das Buch sehr empfehlen kann. Die Gedanken und Gefühle sind sehr real dargestellt, und man kann viele Dinge besser verstehen, die man – wenn möglich – lieber weit von sich wegschiebt. Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist dieses Buch sehr gelungen!

    Katrin Hemmerich
  • Sepia und das Erwachen der Tintenmagie

    Sepia und das Erwachen der Tintenmagie

    Theresa Bell

    Eva Schöffmann-Davidov

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Sepia erzählt die Geschichte eines zwölfjährigen Waisenmädchens, das von Silbersilbe in die geheimnisvolle Stadt Flohall geholt wird, um dort die Kunst des Buchdrucks zu erlernen. Schon bei ihrer Ankunft spürt Sepia, dass Bücher in dieser Stadt eine ganz besondere Bedeutung haben. 
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    Schnell lernt sie Niki und Sanzio kennen, und zwischen den drei Kindern entsteht eine tiefe, ehrliche Freundschaft. Doch während sich mysteriöse Ereignisse in Flohall häufen, deutet alles auf die Rückkehr des großen Alchimisten hin. Gemeinsam stellen sich die Kinder der Gefahr und versuchen, ihre Stadt zu retten.
    Ich habe dieses Buch nach einer langen Leseflaute eher zufällig entdeckt – und war sofort begeistert. Bereits ab der ersten Seite wird man mitten in die Geschichte hineingezogen. Die bildhafte Sprache lässt die magische Welt von Flohall lebendig werden, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Besonders berührend ist die Entwicklung der Freundschaft zwischen Sepia, Niki und Sanzio, die genauso viel Raum einnimmt wie die spannend erzählte Handlung.
    Dieses Buch ist nicht nur wunderschön geschrieben, sondern auch voller Magie, Spannung und Herz. Man taucht vollkommen in die Geschichte ein – und ist am Ende ein wenig traurig, wenn sie vorbei ist. Eine klare Leseempfehlung für alle, die fantasievolle und liebevoll erzählte Geschichten mögen.

    Katrin Hemmerich



  • Ganz am Anfang war der Ball

    Ganz am Anfang war der Ball

    Will Gmehling

    Antje Damm

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Buch muss einfach laut gelesen werden, denn dann kommen die vielen lustigen Namen und Orte, Verben und Plätze so richtig zur Geltung. Da fließen mir die Sätze fröhlich von der Zunge. 
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    „Fuß & Ball gehört zusammen,
    einerlei, woher sie stammen.
    Blaue Flecken, Kratzer, Schramme:
    Wir sind Feuer, wird sind Flamme!“
    Da wird noch so ganz nebenbei erwähnt, dass wir alle doch gleich sind. Und das Bild dazu zeigt verschiedene Füße mit den unterschiedlichsten Schuhen oder auch ganz ohne diese. Aber wenn man ganz genau hinschaut, sitzt eine Schnecke auf dem Fußball, Ameisen laufen durchs Bild und neben dem Rucksack, in Superman-Farben, liegt ein Kronkorken.
    Genauso witzig sind die anderen Seiten, da wird gejubelt, Trikots gewaschen, Fußball geguckt und gespielt. Es gibt so viel zu entdecken und einige Sachen tauchen auch immer wieder auf und die Suche macht so richtig Spaß.
    Fazit: Ein Fußballbuch mit wunderbar witzigen Reimen und Illustrationen, die mich total begeistern.

    Dagmar Mägdefrau
  • Das war ich nicht! Das waren die Piraten!

    Das war ich nicht! Das waren die Piraten!

    Sabine Kranz

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Wilde Piraten schauen uns von Titel an, ganz vorne steht das kleine Mädchen, die uns auf der ersten Seite ihren Papa vorstellt. Er hat sie vom Kindergarten abgeholt und nun gehen sie noch schnell was einkaufen, Flora hat viel zu erzählen, aber der Papa hört nicht richtig zu. 
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    Er hat noch viel Hausarbeit zu erledigen. Doch Flora will freiwillig aufräumen, Sie fragt die Piraten, ob sie ihr helfen. Als Papa dann verwundert fragt „Huch!? Was ist den hier passiert?“, als er das Zimmer betritt, antwortet Flora mit dem Buchtitel. Auch das Badezimmer setzten die Piraten unter Wasser und als dann noch ein Pfannkuchen in Papas Gesicht landet, schickt er seine Tochter auf den Hof. Hier lernt Papa dann die Piraten persönlich kennen.
    Die Zeichnungen in diesem Bilderbuch sind genau so verwegen wie die Piraten, vielleicht haben sie es auch gemalt? Bunt, wild und voller Lebensfreude. Der kurze Text wird durch Sprechblasen ergänzt und unsere Kinder sind um eine Ausrede reichen, wenn es mal wieder was zu meckern gibt. Fantasie- und humorvoll, ein echter Piratenschatz! Und für die, die meinen, auch Männer sollten Carearbeit leisten, ist dieser Papa ein Paradebeispiel.

    Dagmar Mägdefrau

  • Furzipups der Knatterdrache  – Pappe

    Furzipups der Knatterdrache  – Pappe

    Kai Lüftner

    Wiebke Rauen

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Niedlich schaut der kleine bunte Drache uns vom Cover aus an. Oben auf der Seite ist eine Vertiefung und dort versteckt sich das Pupsgeräusch, das wir durch einfaches Drücken auslösen. 
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    Die anderen, ebenso bunten Drachen sehen sehr ungewöhnlich aus. Sie haben z.B. drei oder fünf Augen, aber auch nur eines. Aber sie können alle Feuer speien.
    „Alle Drachen dieser Erde, spucken Feuer bei Gefahr, nur Furzipups nicht, leider wahr.“ Wenn Furzipups es probiert, entweicht ihm nur ein Pups. So viel der kleine Drache auch übt, es gelingt ihm immer nur ein Pups. Scharfes Essen und baden in Lava, alles hat keinen Erfolg. So kommt er zu dem Schluss „Feuerspuken ist nur Stress, dachte sich, dann lässt du es.“ So erfreut er die anderen mit seinen rhythmischen Pupsgeräuschen. Und die Moral von der Geschicht: „Fühlst du dich unverstanden? Dann sing dein eignes Lied, und pupse, wenn es sein muss, in deinem eigenen Beat.“
    Eine lustige Geschichte mit fröhlichen, bunten Bildern, aber mir ein bisschen flach. Die Kinder werden, dass ist zu erwarten, das Pupsen und das darüber sprechen mögen. Meine ersten Zuhörer sind auf jeden Fall sehr begeistert, wenn die Furzipupsbücher auftauchen.
    Dieses Buch ist nun ein Pappbilderbuch und damit sehr gut geeignet für kleine Hände.

    Dagmar Mägdefrau

  • Komm, entdecke die Tiere

    Komm, entdecke die Tiere

    Masha Shu

    Coppenrath

    Verlagsempfehlung ab 18 Monaten

    Schon das Cover fällt auf durch das blauglänzende Wasser und die Löwenmähne, die aus weicher Wolle besteht und die man gerne streicheln möchte. Auf der ersten Doppelseite sehen wir den kleinen Tiger, der sich verlaufen hat, zum Glück wirft ihm ein Mädchen eine Strickleiter zu und so kann er zu ihr in den Korb eines Heißluftballons klettern.
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     Hier im Wald gibt es eine Menge Tiere und einige finden wir unter Klappen. Die Krähe wird durch eine Wolke aus Filz verdeckt, die wir herabklappen können und der Fuchs hat eine weiße Schwanzspitze, die sich wie Watte anfühlt. Auf der nächsten Seite sind wir in der Arktis und hier hat der Eisbär ein schönes kuschelig weiches weiße Fell. 
    Nach dem Meer und der Savanne kehrt der Tiger dann in den Dschungel heim zu seiner Mama.
    Ein fröhlich buntes, großformatiges Pappbilderbuch mit vielen überraschenden Extras. Da kann ein kleines Kind viel entdecken und die kleinen Texte sind spannend zu lesen. Ein wirklich tolles Buch für unsere Lesekiste. Meine Enkel hatten schon viele Spaß damit, obwohl sie nicht mehr ins Lesealter passen.

    Dagmar Mägdefrau


  • Zippi – Die Ziege

    Zippi – Die Ziege

    Michaela Freund

    Paracelsus Verlag

    Autorenempfehlung ab 2 Jahre

    Die kleine weiße Ziege Zippi hüpft über die Wiese, im Hintergrund sind hohe Berge zu sehen.
    Wir werden aufgefordert, Zippi zu helfen und sie zurück zu ihrer Herde zu bringen, dazu müssen wir zunächst den Spuren folgen.
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    Damit es losgeht, müssen wir zunächst zweimal auf die Seite klopfen, und schon wird Zippi erste beim Rennen. Mit mir an ihrer Seite, ist sie mutiger geworden. Damit werde ich irgendwie Teil der Geschichte. Als dann ein Gewitter aufzieht, halte ich das Buch als Schirm über die kleine Ziege. Danach pusten wir gemeinsam die Wolken weg. Wieder gibt es einen Dank für meine Hilfe. Doch dann verirrt sich die kleine Ziege und mein „Hallo“-Ruf hört eine Bäuerin, die die Ziege mitnimmt auf ihren Bauernhof.
    Hier ist es zwar sehr schön, aber Zippi sehnt sich nach ihrer Herde und als die Tür offensteht, macht sie sich auf den Weg. Selbstverständlich begleite ich sie und unterstütze sie immer wieder.
    Es gibt eine Szene, als Zippi sich am Abend in eine Höhle rettet und dort ein Feuer anzündet, das sie am nächsten Tag auspustet. Darauf hätte ich gerne verzichtet, weil die sonst sehr realistische Geschichte dadurch ins Fantastische abweicht.
    Insgesamt gefällt mir das Abenteuer von Zippi sehr gut und die Aufforderungen zum Mitmachen lassen die Leser an allem teilnehmen. Meine Enkelin, die schon 6 Jahre alt ist, hat Zippi gerne begleitet und sie sehr schön unterstützt bei ihrer Rückkehr zur Herde.
    Die Illustrationen sind einfach gehalten und ergänzen die kurzen Texte ganzseitig.
    Ein vielseitiges Mitmachbuch über das Abenteuer einer kleinen Ziege, die allein zurück zu ihrer Herde läuft.

    Dagmar Mägdefrau

  • Rocky, die Roboterkatze

    Rocky, die Roboterkatze

    Thorsten Winskowski

    BoD

    Autorenempfehlung ab 8 Jahre

    Elli schaut liebevoll auf ihre Katze, die leider keine Echte ist, deshalb leuchtet ein Herz auf ihrer Brust.
    Mini ist das Kuscheltier der achtjährigen Elli und sie wünscht sich so sehr eine echte Katze, doch leider hat ihre Mutter eine Allergie und deshalb ist die Anschaffung eines Katze leider für die Familie nicht möglich.
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    Wie gut ist es da, dass Ellis Papa ein echter Erfinder ist, und um seine Tochter zu trösten, baut er in seinem Keller eine Katze zusammen. Und so präsentiert er eines Morgens eine Roboterkatze, die er Rocky nennt. Zunächst ist dieses Tier, über das sich Elli sehr freut, nur eine Maschine, aber im Laufe der Geschichte entwickelt sie so etwas wie Gefühle. Da sie dann auch noch sprechen kann, wird sie zu einem echten Katzenfreund für Elli.
    Ich glaube, alle Kinder wünschen sich ein Haustier und oft scheitert es an einer Allergie der Eltern. Hier ist die Lösung eine Maschine, die aussieht wie eine Katze. Dass sich dieser Roboter allerdings, dadurch dass er sprechen kann, mehr zu einer menschlichen Kreatur entwickelt, gefällt mir nicht. Das macht die Geschichte sehr fantastisch und so wundert es mich nicht, dass Elli diese „Katze“ noch besser findet als eine echte Katze.
    Es gibt einige niedliche Illustrationen, die mit KI erstellt wurden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Nina Müller

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kuschelflosse hört im Unterwasserradio etwas über das geheimnisvolle Riff und darüber, dass dort eine Zauberschildkröte wohnt, die Wünsche erfüllen kann. Gemeinsam mit seinen drei Freunden begibt sich Kuschelflosse auf den Weg dorthin. Unterwegs erleben sie einige Abenteuer.
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    Kuschelflosse ist ein sehr schöner Auftakt einer Erstleser-Reihe, die für leicht fortgeschrittene Leseanfänger gut geeignet ist. Die Schrift ist etwas größer und die Illustrationen sind wunderbar fantasievoll und laden zum genauen Schauen und Entdecken ein. Wir haben das Buch abends gemeinsam gelesen. Mein achtjähriger Sohn hat mir mit viel Spaß vorgelesen und dabei sehr viel gelacht. Aber es wird auch immer wieder spannend. Die nächsten Bände werden jetzt sicher für uns folgen.

    Katrin Hemmerich