• Smillas Gespür für Käfer

    Smillas Gespür für Käfer

    Anne Jaspersen

    Amrei Fiedler

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die zehnjährige Smilla liebt Käfer über alles. In der Schule wird sie von einigen Mitschülern gemobbt und ist eher eine Außenseiterin. 
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    Deshalb sucht sie nach der Schule Zuflucht auf einem alten, verwilderten Grundstück mit einem kleinen roten Haus, das Fiete vor seinem Tod gehörte.Leider gerät dieser geschützte Raum, in dem sie so sein kann, wie sie ist, in Gefahr, als JayJay, ein bekannter YouTuber, das Haus für sich beansprucht. Doch als schließlich eine Investmentfirma das Grundstück kaufen und dort Eigentumswohnungen bauen möchte, verbünden sich die beiden und suchen nach einer Möglichkeit, dieses Vorhaben zu stoppen.
    Die Geschichte rund um die Rettung von Fietes Grundstück ist wunderbar erzählt und sehr schön geschrieben. Am Anfang jedes Kapitels werden Fakten zu einzelnen Käfern genannt, die jeweils inhaltlich mit dem Kapitel zusammenhängen. Passend dazu gibt es schöne Illustrationen der jeweiligen Käfer.
    Besonders hervorzuheben ist, dass Smilla mit Zügen aus dem neurodivergenten Spektrum beschrieben wird und man dadurch einen sehr einfühlsamen Einblick erhält, wie Menschen in diesem Spektrum viele Dinge wahrnehmen. Sehr schön zu lesen ist auch, wie sich die Freundschaft zu JayJay und später zu John entwickelt und wie sie gemeinsam so viel erreichen.
    Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

    Katrin Hemmerich


  • Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Der Prinz der Zwerge – Orens Reise

    Kian Talyn

    Independently published

    Autorenempfehlung junge Erwachsene

    Die Geschichte beginnt in einer englischen Industriestadt zum Ende des Ersten Weltkriegs. Orens Mutter arbeitet in einer Munitionsfabrik und verschwindet bei einer Explosion. Der Zwölfjährige sucht verzweifelt nach ihr und gerät zusammen mit seinem besten Freund Finch in eine andere Welt. 
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    Hier erfährt Oren, dass er ein Zwergenprinz ist, da aber seine Mutter keine Zwergin ist, hat sein Vater den Anspruch auf den Thron verwirkt. Seine Tante Sigrid hat dafür gesorgt, dass Oren von seinem Anspruch erfährt und sie hofft, dass er ihn sich erkämpfen wird. Allerdings muss er zunächst seinen Vater finden und die Reise dorthin birgt viele Gefahren. 
    Eine fantastische Welt aus Zwergen, Zauber*innen, Drachen und Pixies hat sich der Autor da ausgedacht. Ich bin keine erfahrene Fantasyleserin und fand mich zunächst sehr gut zurecht, aber im Laufe der Handlung kamen sehr viele Charaktere dazu, so hatte ich manchmal Probleme, mich zurecht zu finden. Es gab sehr traurige Ereignisse, fröhliche Szenen und wilde Kämpfe, sowohl in der Vergangenheit als auch während der Geschichte. Oren, der uns die Handlung aus seiner Sicht beschrieb, erlebte Wut, Trauer und sein Mut wuchs mit der immer größeren Bindung zu seinem Zwergvolk. Die Beschreibung der Orte war sehr anschaulich und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. In der Fantasywelt wurde auf die nordische Götterwelt zurückgegriffen und auch die Namen entsprechen denen der Menschen auf Island.
    Ein spannendes Buch mit vielen Wendungen, vielen emotionalen Momenten, aber auch sehr humorvollen Ideen. Eine schöne Mischung, die sich gut lesen lässt.

    Dagmar Mägdefrau


  • Mira macht Sachen

    Mira macht Sachen

    Sabine Lemire

    Rasmus Bregnhøi

    Klett Kinderbuchverlag

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    In den letzten Jahren sind acht Mira-Bücher erschienen und nun macht Mira Sachen, das bedeutet, es gibt in diesem Buch Bastel-, Strick-, Näh- und andere Anleitungen. Mit Pompons aus Wolle geht es los und hier gibt es Anleitungen eine Katze oder ein Huhn daraus zu machen. 
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    Es gibt Schablonen und Tipps, wie man mit Hilfsmitteln umgeht. Dann wird eine Tasche gestrickt, Wollreste zu einem Schal oder einer Kette verarbeitet. Dann kann man sich an einen Mira-Pullover trauen, denn die Anleitungen sind sehr detailliert und gut erklärt. Das Kapitel „Nähen“ beginnt mit einer Haarspange in Form eines Schmetterlings. Dann wird eine Tasche genäht und Shirts verschönert. Ein 3-D-Bild kann dann gebastelt werden und Häuser aus Milchtüten werden sehr fantasievoll gestaltet. 
    Nach einigen Schmuckstücken geht es mit dem Kapitel „Weihnachten“ und vielen schönen Ideen weiter.
    Zum Ende eines jeden Kapitels gibt es einen witzigen Comic mit Mira.
    Vielfältige Dinge, die man selbst herstellen kann, werden hier aus dem Blickwinkel von Mira betrachtet, angeboten. Sicher gefällt nicht allen alles, aber sicher wird die eine oder andere Idee mit Begeisterung umgesetzt werden können. Nicht nur für Mira-Fans gibt es hier viel zu entdecken.

    Dagmar Mägdefrau
  • Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Beast Lands – Schattenflügel – Band 1

    Advanced Views (view_687cc7243c4d3) template: Can't write template file

    Der Prolog erinnert in seiner Stimmung an eine Schöpfungsgeschichte und führt behutsam in die Entstehung der Welt Ramoa ein, einer fantastischen Umgebung voller Pangrons, fliegender „Bestien“, und vieler weiterer Dinge, die es in unserer Realität nicht gibt. 
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    Trotz all dieser Fantasieelemente spiegelt die Welt gesellschaftliche Strukturen wider, die wir nur zu gut kennen: Hier wird nach unten getreten, eine strenge Rangordnung bestimmt den Alltag, und junge Menschen stehen unter großem Druck. Ich finde es großartig, dass jungen Leser*innen zugetraut wird, sich in einer magischen Welt auch mit solchen realen Themen auseinanderzusetzen.
    Die Geschichte wird aus der Perspektive von drei jungen Protagonist*innen erzählt, die aus ganz unterschiedlichen Teilen Ramoas stammen. Dass ausgerechnet Kinder den Mut aufbringen, die sicheren Städte zu verlassen und sich tief ins Biestland vorzuwagen, um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten, während die Erwachsenen versagen, verleiht der Handlung einen wunderbar abenteuerlichen Kern.
    Zwischendurch werden sehr viele Details beschrieben. Einerseits fördert das die Vorstellungskraft, andererseits kann es den Fokus etwas verwässern und die Orientierung erschweren. Dennoch gefällt mir besonders, wie Freundschaft, Mut und gemeinsames Abenteuer im Zentrum stehen und wie die Geschichte zeigt, dass die wahren Gefahren nicht immer in den Bestien lauern, sondern oft in der Menschheit selbst.

    Raphaela Brosseron

  • 35 Kilo Hoffnung

    35 Kilo Hoffnung

    Anna Gavalda

    Claas Janssen

    Aus dem Französischen von Ursula Schregel

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    „Ich hasse die Schule“ ist hinten auf dem Buch zu lesen. Der 13-jährige David, der uns seine Geschichte erzählt, wohnt in Frankreich und deshalb endet seine „glückliche Zeit“ schon mit drei Jahren, denn von da ab muss er in die Vorschule.
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    Nachdem er den ersten Tag hinter sich gebracht hat, möchte er liebsten wieder zu Hause basteln, denn das ist es, was David am besten kann und über alles liebt. Seine Bananenschälmaschine ist eine seiner Erfindungen. Doch leider mag er Schreiben und Rechnen so gar nicht. Lediglich eine Lehrerin hat sein Talent erkannt und ihm noch ein schönes Jahr beschert. Danach kam der Schulhorror wieder. Sein Opa Léon, ein Ingenieur mit einer kleinen Werkstatt, ist Davids liebster Mensch, zumal sich eine Eltern immer häufiger wegen seiner schulischen Leistung streiten. 
    Ein dünnes Buch, es hat nur 86 Seiten und einige kleine Bildchen in Schwarz-Weiß. Ich hatte es schnell gelesen, weil ich wissen wollte, wie David es wohl schafft, sein Leben in den Griff zu bekommen. Dazu hat ihn die lebensbedrohende Krankheit seinen Opas gebracht, da hat David die Initiative ergriffen und gezeigt, was in ihm steckt. Ein hoffnungsvolles Buch, das uns zeigt, wenn man will, gibt es immer eine Lösung. So fand David ein Internat mit netten Mitschülern und einer Direktorin, die seine Stärken erkannt hat.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Schiff für den Frieden – Das mutige Leben des Rupert Neudeck

    Ein Schiff für den Frieden – Das mutige Leben des Rupert Neudeck

    Christina Bacher

    Lukas Ruegenberg

    L100

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


    Rupert Neudeck ist der Name, der mir in erster Linie mit der Rettung der Boat People in den Sinn kommt. Und die Cap Anamur ist auch auf dem Cover zu sehen, wie sie Menschen von einem kleinen Schiff rettet.
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    Das erste Kapitel trägt die Überschrift „Eine (zeitweise) schöne Kindheit“, denn Rupert wird 1939 kurz vor Beginn des Krieges in Danzig geboren. In der Stadt lebten in erster Linie Deutsche und so wurde der Familienname eingedeutscht. Zum Ende des Krieges musste die Familie dann in den Westen fliehen. Mutter Neudeck hatte vier Kinder zu versorgen und machte sich mit ihrer Schwester und ihrer Schwiegermutter auf den Weg. Ihr Ziel war das große Schiff „Wilhelm Gustloff“, allerdings kamen sie zu spät in den Hafen, was sich als Glück herausstelle, denn das Schiff mit 9000 Menschen geht in der eiskalten Ostsee unter. So wurde „Wer zu spät kommt, den belohnt das Leben.“ zu Ruperts Lieblingsspruch. Diese Flucht war ein Erlebnis, das Ruperts Leben prägte. Als er 1980 von den Boat People im Südchinesischen Meer hört, handelt er zusammen mit seiner Frau und vielen prominenten Unterstützern und kauft ein Schiff, das er „Cap Anamur“ nennt.
    Das Buch ist eine vollständige Biografie über das Leben von Rupert Neudeck. Es gibt kleine Einschübe über Schriftsteller, die sein Leben begleiten, lässt Frau und Kinder zu Wort kommen. Die Schrift, in der das Buch gedruckt wurde, ähnelt einer handgeschriebenen Druckschrift, zwischendurch gibt es auch Zeilen, die mit einer Schreibmaschine geschrieben wurden. Es gibt zarte Zeichnungen und viele Fotos, so kann sich jeder ein Bild über die Beweggründe dieses tapferen Mannes machen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Girlhood – Sechs inspirierende Storys über Mut, Stärke und Zusammenhalt

    Girlhood – Sechs inspirierende Storys über Mut, Stärke und Zusammenhalt

    Anna Dimitrova

    Amani Padda,

    Basma Hallak u.a.

    Arctis

    Leseempfehlung ab 14 Jahre

    Man unterschätzt leicht, wie viel einem Kurzgeschichten geben können. Besonders dann, wenn das Ende offenbleibt oder keine endgültige Lösung präsentiert wird und man dennoch miterleben darf, wie eine der starken Protagonistinnen sich entwickelt. Gerade weil wir hier sechs Kurzgeschichten haben, bündelt sich auf wenigen Seiten eine enorme Vielfalt und weibliche Kraft, die unglaublich inspirierend wirkt.
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    Ein wenig irritiert hat mich, dass Anna Dimitrova Dessi aus ihrem Roman Kanak Kids zur Hauptfigur ihrer Kurzgeschichte macht, dort hatte ich sie ganz anders wahrgenommen. Trotzdem habe ich alle sechs Geschichten sehr gerne gelesen.
    Und wie passend ist es eigentlich, diese Sammlung Girlhood zu nennen? Keine Geschichte nimmt der anderen den Raum, genauso wie auch Frauen im echten Leben einander nicht verdrängen müssen. Im Gegenteil: Ein Nebeneinander ist so viel schöner als ein Alleinsein.
    Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Geschichten nicht nur sorgfältig angeordnet, sondern auch thematisch leicht miteinander verknüpft sind. Was für die eine Figur ein Problem darstellt, kann für die nächste ein Wunsch sein und genau darin liegt ein besonderer Reiz dieser Sammlung.
    Am Ende bleibt für mich vor allem das Gefühl, dass Girlhood nicht nur einzelne Geschichten erzählt, sondern ein kollektives Bild von weiblichem Aufwachsen, Kämpfen und Träumen zeichnet.

    Raphaela Brosseron

  • Nur noch ein bisschen mehr     

    Nur noch ein bisschen mehr     

    Jenna Jordahl

    Übersetzerin Leonie Teckenburg

    Atrium Pics

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Schon das Cover dieser Graphic Novel zeigt, um welches Thema es sich handelt. Denn dort ist Janne mit ihrem riesigen schwarzen Schatten zu sehen. Sie sitz abseits, während die andern Kinder Gummitwist springen. 
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    Das erste große Bild zeigt Janne im Bikini am Strand, alle anderen sind schlank, nur sie hat einige Pfunde mehr, als der Body-Mass-Index für sie vorsieht. Dann wird noch darauf hingewiesen, dass alle in der Familie schlank sind und das da wohl ein „Briefträger“ der Grund sei, dass Janne anders aussieht. Was für ein grauenvoller „Spaß“. Janne kämpft mit den Problemen, die dicke Frauen so haben, wie z.B. aufgescheuerte Innenseiten der Oberschenkel. So wird Janne in der Schule gemobbt und als ihre beste Freundin sich auch noch einem anderen, beliebteren Mädchen zuwendet, tröstet sich Janne, in dem sie heimlich Puddingschnecken isst. Ihre Eltern möchten, dass sie weniger isst und sich mehr bewegt. Zur Unterstützung bieten sie ihrer Tochter Geld an. Da auch Janne ihre fülligere Figur wahrnimmt und sie ein großer dunkler Schatten (eine verständliche Umsetzung ihrer Gefühle) begleitet, hört sie nach einer schlimmen Situation in der Schule auf, zu essen. Zunächst freuen sich ihre Eltern über die purzelnden Pfunde, doch dann sorgen sie sich um ihre Tochter.
    Wie Janne immer mehr in die Magersucht abgleitet, ist sehr schön beschrieben und wird durch die Bilder sehr gut veranschaulicht. Auch, dass ihr die neue Figur keinen besseren Stand in der Schule bietet, entspricht sicher der Erfahrung vieler. Janne kann sich nicht vorstellen, dass ein beliebter Mitschüler sich mit ihr zum Spielen treffen möchte, weil sie bisher immer nur Enttäuschungen erlebt hat. Als dann die Eltern begreifen, dass Janne magersüchtig ist, sprechen sie liebevoll mit ihr und dieses Gespräch hat zur Folge, dass Janne wieder isst. Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, denn wenn das so einfach wäre, kämen keine magersüchtigen Kinder zu Tode. So gibt es ein Happy End und einen hoffnungsvollen Neustart in der weiterführenden Schule.

    Dagmar Mägdefrau

  • Falsche Spur nach Sylt

    Falsche Spur nach Sylt

    Sarah Drews

    monika fuchs

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Ein Jahr nach den Ereignissen rund um den Heiratsschwindler Werner möchte Caro eigentlich nur unbeschwerte Ferien bei ihrer Cousine Anne verbringen: Sonne, Strand und viel Eis – so zumindest die gute Absicht. 
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    Doch kaum angekommen, verschwinden Fahrräder und eine Geldbörse. Als auch noch Annes Schulfreund Pelle um Hilfe bittet – weil im Haus seiner Oma merkwürdige Dinge vor sich gehen –, sind Caro, Anne und Pelle mittendrin in ihrem neuen Fall, mit genügend Spannung für ein ganzes Ferienabenteuer.
    Der Kinder-Krimi ist ein perfekter Einstieg für Kinder ab 10 Jahren, um in das Genre einzutauchen. Die Mischung aus alltäglichen Ferienmomenten und detektivischem Nervenkitzel ist sehr ausgeglichen.
    Das Buch ist der zweite Band einer Reihe. Man muss aber nicht zwingend zuerst den ersten Band lesen, um in die Geschichte reinzufinden. Was einen aber nicht davon abhalten sollte, den ersten Band zu lesen.

    Katrin Hemmerich
  • Time Travellers – Pizza, Pasta und Probleme – Band 2

    Time Travellers – Pizza, Pasta und Probleme – Band 2

    Stefanie Gessner

    Simona Ceccarelli

    magellan

    Time Travellers

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Die Klasse 6G wollte eigentlich nach ihrem ersten Abenteuer zurück nach Hause reisen, leider landen sie, wie der Titel schon vermuten lässt, in Italien. Auf Sizilien erlebt die Klasse viele Abenteuer. Sie besuchen bedeutende Orte und reisen durch die Zeit. 
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    Leider sind die „Chrononouts“ ebenfalls nach Sizilien gelangt und versuchen in der Gegenwart herauszufinden, wie die Protagonisten durch die Zeit reisen.
    Während der Abenteuer werden die verschiedenen Thematiken, welche Kinder im Alter um die 6. Klasse beschäftigen, immer wieder aufgegriffen und sehr schön bearbeitet. Die einzelnen Charaktere sind sehr unterschiedlich finden aber immer wieder zueinander.
    Ich würde empfehlen, das Buch tatsächlich erst nach dem ersten Teil (Nächster Sprung Australien) zu lesen, damit man die Zusammenhänge verstehen kann. Alles in allem kann ich die Bücherreihe empfehlen, weil sie sich sehr schön lesen lässt, die Abenteuer einen packen und man das Buch einfach nicht aus den Händen legen möchte.

    Katrin Hemmerich
  • Baskerville Hall – Das Zeichen der Fünf – Band 2

    Baskerville Hall – Das Zeichen der Fünf – Band 2

    Ali Standish

    übersetzt von Jessika Komina und Sandra Knuffike

    Hanser

    Baskerville Hall

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Nach den Winterferien geht’s für Arthur endlich zurück nach Baskerville und schon die Hinfahrt hat es in sich! Dieses Mal zwar nicht im Zeppelin, aber trotzdem mit jeder Menge Spannung. Arthur trifft die Eltern seiner Freunde und sofort schlägt sein Detektiv-Spürsinn an: 
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    Sind Irenes Eltern wirklich nur Opernsänger? Und was hat Jimmys Vater eigentlich vor? Auch die üblichen fiesen Mitschüler machen schnell klar: Ruhige Tage sind hier Fehlanzeige.
    Neben dem ganz normalen Internatsleben gibt’s frischen Wind im Unterricht: Eine neue Botanik-Lehrerin sorgt für spannende Stunden, und Holmes’ Logikunterricht fordert die Köpfe der Schüler (und unsere) heraus. Doch dann passiert etwas mit Holmes, das Arthur zwingt, sich mit gefährlichen Machenschaften – sogar aus der Vergangenheit – auseinanderzusetzen. Und bei allem, was passiert, steht ein Thema immer im Mittelpunkt: Freundschaft.
    Von Anfang an ist man wieder voll drin im Geschehen. Es gibt einen kurzen Rückblick, was bisher passiert ist, die Zirkel und das besondere Schulsystem werden nochmal erklärt. Perfekt, um sofort wieder den Internats-Vibe zu fühlen. Danach kann man sich voll auf die neuen Abenteuer stürzen. Für alle Harry-Potter-Fans ein absolutes Muss: magische Internatsstimmung, eigenwillige Lehrer und eine Menge Geheimnisse.
    Cool ist auch, dass die Geschichte in der Vergangenheit spielt: Erfindungen wie die Kamera tauchen mit echtem historischen Hintergrund auf. Das Rätsel hinter all den Ereignissen bleibt bis zum Schluss spannend: Ich hatte keine Ahnung, wer oder was wirklich dahintersteckt. Ohne die cleveren Kombinationskünste der Freunde wäre es wohl auch nicht zu lösen gewesen. Und das Beste: Am Ende wird schon eine Weiterführung der Story angedeutet und ich kann den nächsten Teil kaum erwarten!

    Raphaela Brosseron

    „Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente“ steht auf dem Cover und es sind einige Personen dieser ungewöhnlichen Schule abgebildet.Der Erstklässler Arthur kommt nach den Ferien in die Schule zurück und er freut sich nach den Erlebnissen des ersten Bandes schon darauf. Er möchte beim Ideenwettbewerb ein besonderes und einzigartiges Projekt fertig stellen, das ihn befähigen soll, frühzeitig in einen der fünf Schulzirkel aufgenommen zu werden.
    Doch dann wird sein Lehrer Sherlock Holmes vergiftet und fällt ins Koma. Arthur versucht, den Täter zu ermitteln und seine Freunde Irene Eagle, Pocket und Grover helfen ihm tatkräftig dabei. Gemeinsam verfolgen sie die kleinsten Spuren und Hinweise und sind dabei sehr geschickt und clever. Sein Zimmernachbar Jimmy Moriarty benimmt sich eigenartig und Arthur vertraut ihm bald nicht mehr.
    Da ich den ersten Band nicht gelesen habe, hatte ich manchmal Probleme, die Geschichte zu verstehen, es ist auf jeden Fall von Vorteil, den ersten Band zu kennen.
    Fasziniert hat mich die Mischung aus Fantasie und Krimi. Es war sehr spannend, bekannte Charaktere aus den Holmes-Büchern wiederzuerkennen, obwohl es sich nicht um dieselben Figuren handelt. Die Schule ist auch eine ganz Besondere, hier wird nicht der normale Stoff vermittelt und einem Geheimclub gilt es, das Handwerk zu legen.
    Arthur lernt aber in diesem Buch, wie wichtig die richtigen Freunde für ihn sind und wem man bedingungslos vertrauen kann.
    Eine spannende Reihe, die bald mit dem dritten Teil fortgesetzt wird, den es sicher auch zu lesen lohnt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Aliya und der Silberexpress – Die Schule der Zeitreisenden 2

    Aliya und der Silberexpress – Die Schule der Zeitreisenden 2

    Laila Rifaat

    Bente Schlick

    Übersetzerin Claudia Feldmann

    Insel

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Aliya lebt zurzeit bei ihrem Großvater in Zitadelle, der berühmten Zeitreisestadt, doch sie muss ihre Zeit beim Spiel mit den Sphinxen verbringen, statt ihre Ausbildung weiterzuführen.

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    Sie ist Schlosserin und möchte als solche das Recht erwirken, Zeitreisen zu machen. Doch leider hat sie sich den finsteren Magier Dorian Darke zum Feind gemacht und der wird immer wieder versuchen, Macht über Aliya zu bekommen.
    Deshalb soll sie zusammen mit ihren Freunden eine Fahrt im Silberexpress machen, weil sie bei der Reise durch die Jahrhunderte sicher sei. Die Sicherheitsvorkehrungen in diesem legendären Zug sind so gut, dass ihr Großvater und seine Freunde davon überzeugt sind, dass Aliya auf der Fahrt nichts geschehen kann. Doch es gibt eigenartige Mitreisende und bald kommt es zu ungewöhnlichen Zwischenfällen, die Aliya Angst machen. Ihre beste Freundin wendet sich einer charismatischen Schlosserin zu und so fühlt sich Aliya sehr einsam und unverstanden. Trotzdem bringt sie immer wieder den Mut auf und versucht, den ungewöhnlichen Ereignisse auf den Grund zu gehen.
    Mir fiel es zunächst etwas schwer, die Zusammenhänge zu verstehen, da ich den ersten Band nicht gelesen habe. Aber im Laufe der Geschichte kam immer mehr Spannung auf und Aliyas Abenteuer wurden immer fantastischer. Ich gebe zu, dass Fantasy nicht unbedingt mein Fall ist, aber diese Geschichte hat mich dann doch irgendwie gepackt und ich war gespannt, wie sich am Ende alles verhält.
    Das Buch ist grafisch sehr schön ausgestattet, auf jeder Seite gibt es orientalische Ornamente, die sicher auch zur Lesefreude beitragen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Milo tanzt

    Milo tanzt

    Anne Becker

    Regina Kehn

    Thienemann

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Milo tanzt. Und zwar Ballett – leidenschaftlich, mit ganzem Herzen. Nur: Das darf keiner wissen. Außer sein bester Freund Maxim. Doch selbst der ahnt nicht, wie weit Milo wirklich für seine Leidenschaft gehen würde – sogar bis zur Schulwechsel-Grenze.
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    Und als wäre das Versteckspiel nicht schon schwer genug, taucht da auch noch der neue Schüler Luca auf, der es ziemlich gezielt auf Milo und Maxim abgesehen hat. Für Milo wird es immer schwieriger, sich selbst treu zu bleiben – besonders in einem Schulalltag, der manchmal eher gegen einen arbeitet als mit einem.
    Diese Geschichte erzählt nicht nur davon, wie schwer es sein kann, sich zu zeigen, wie man wirklich ist – sie zeigt auch, wie wichtig Freundschaft ist, wenn’s mal nicht so leicht läuft. Besonders stark ist das Verhältnis zwischen Milo und Maxim, das gleichzeitig tief, witzig und absolut authentisch ist. (Spiderman-Zitate inklusive!)
    Zwischen heimlichen Trainingseinheiten, echten Herausforderungen und kleinen Alltagsfluchten stellt sich ganz nebenbei auch die Frage: Fördert unser Schulsystem eigentlich, dass man sich versteckt – statt man selbst zu sein? Eine wichtige Frage, die hier ganz unaufgeregt mitschwingt.
    Und das Beste: Trotz der ernsten Themen fühlt sich das Buch beim Lesen genauso leicht an wie Milo beim Tanzen. Keine Spur von übertriebener Dramatik oder falschem Glanz – einfach eine ehrliche, starke Geschichte über Freundschaft, Identität und Mut.
    Unbedingt lesen – für alle, die gerne tanzen, zweifeln oder einfach sie selbst sein wollen.

    Raphaela Brosseron

    Voller Dynamik springt Milo auf dem Cover, im Hintergrund seine Widersacher, die sich über tanzende Jungen nur lustig machen können.
    Milo und sein bester Freund Maxim wohnen im selben Haus und sie treffen sich oft schon zum Frühstück, da Maxims Mutter im Schichtdienst arbeitet. Mittags gehen sie zusammen mit Milos kleiner Schwester Dana in Vaters kleines Restaurant zum Mittagessen. Doch diese lange Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, weil Milo das Tanzen so liebt. Wenn er sich auf dem Ballettboden zur Musik bewegt, dann fühlt er sich wie sein Held Spiderman, denn seine Superkraft kann er so zeigen.
    Luca kommt neu in die Klasse und er schlägt sich gleich auf die Seite des Freundespaares, das immer wieder versucht, Maxim aus der Reserve zu locken. So gehört er wohl auch in die Kategorie der Schurken.
    Zu Beginn kommen Milo und Maxim aus einem neuen Film ihres Helden Spiderman und ich bin direkt in die Geschichte eingetaucht, so lebhaft war die Schilderung. Die Konflikte, die zwischen den Jungen entstehen, nimmt mir beim Lesen immer wieder den Atem, ich bin entsetzt und zornig. Aber ich war auch gerührt, wie tief die Freundschaft zwischen Milo und Maxim ist. Auch die einfühlsame Familie, die Verständnis für Milos Situation aufbringt und ihm auch seine Freiheit einräumt, hat mich überzeugt.
    Das das Buch quasi bei mir um die Ecke spielt, fand ich noch zusätzlich toll, ist aber nicht der Grund, weshalb mich das Lesen die halbe Nacht wachgehalten hat, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.

    Dagmar Mägdefrau

  • Himmelwärts

    Himmelwärts

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    Ein herzzerreißend trauriges und zugleich dialogisch unglaublich witziges Jugendbuch. Tonis Mama ist vor kurzem an Krebs gestorben. Die Trauer hat sich auf ihr ganzes Leben und das ihres Vaters gelegt. Alles ist grau. Toni hat Angst, irgendetwas von ihrer Mutter zu vergessen und spürt sie zugleich überall. 
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    Sie hat eine solche Sehnsucht. Zusammen mit ihrer besten Freundin YumYum verbringt Toni eine Nacht im Garten. Mit dabei sind unzählige Snacks und ein kosmisches Radio zum Selbstzusammenbauen, um Kontakt mit Tonis Mama aufzunehmen. Tonis Tagebucheinträge und Rückblicke ergänzen die Erzählung dieser einen Nacht, die viele magische und sogar tröstliche Momente für Toni und auch YumYum bereithält. Vergesst die Taschentücher nicht, wenn ihr das Buch lesen wollt.

    Katia Simon

    Toni und ihre beste Freundin YumYum dürfen im Garten im Zelt übernachten. YumYum ist eine große Technikerin und sie hat mit einfachen Mittel ein Weltraumradio gebaut. Sie will den Wunsch von Toni erfüllen, mit ihrer an Krebs verstorbenen Mutter Kontakt aufzunehmen. Ihr Taschengeld haben sie in Snacks angelegt und so sitzen sie mit Lakritzschnecken, Chips, Limo und einer Packung gewürzter Instant-Mienudeln, die YumYum liebt und denen sie ihren Spitznamen verdankt, im dunklen Garten und versuchen, Kontakt ins Weltall zu bekommen. Zwischendurch unterhalten sich die Mädchen damit, dass sie wissenschaftliche Fakten aufzählen und den Sternenhimmel betrachten. Als eine wunderschöne Sternschnuppe zu sehen ist, ist Toni sicher, dass sie nur von ihrer Mutter sein kann. Doch das Radio antwortet zunächst auf jede Frage nur mit Knacken und Rauschen. Doch dann hört man eine weibliche Stimme.
    Die Freundschaft der beiden Mädchen ist eine wundervolle Freundschaft, getragen von Vertrauen und Zuneigung. YumYum kann den Verlust ihrer Freundin so gut nachvollziehen, weil es auch ihr Verlust ist. Die Idee mit dem Radio ist zwar irgendwie schräg, gibt aber Raum für viele ungewöhnliche Gespräche, die die Mädchen und auch die Lesenden zum Nachdenken bringen. Philosophisch und komisch wird hier eine Geschichte erzählt, die berührt, die uns die Trauer der Zurückgebliebenen fühlen lässt, die aber auch hoffen lässt.
    Die Kapitel zählen wie beim Countdown von 10 zurück und werden immer wieder von Tonis Notizen unterbrochen, in denen sie uns auf blauen Papier von ihrer Mutter erzählt. Die Bilder sind ungewöhnlich und zeigen auf ihre besondere Weise, was geschieht. Ein Buch, das unter die Haut geht und doch an die unendliche Liebe glauben lässt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Rory Shy – Der schüchterne Detektiv – Der verratene Ganove – Band 7

    Rory Shy – Der schüchterne Detektiv – Der verratene Ganove – Band 7

    Oliver Schlick

    ueberreuter

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Diesmal ist auf dem Cover ein geschliffener Edelstein zu sehen, denn es geht um einen Juwelenraub, der schon lange zurück liegt. Rory Shy und seine 13-jährige Assistentin sind Karnevalsflüchtlinge. Rory kann natürlich den ganzen Trubel zu Karneval nicht ertragen und Mathilda leidet unter der Feierwut der Haushälterin, die als Bienchen durch die Wohnung summt. 
    
    
    
    
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    Da trifft sich der Anruf eines Dorfpolizisten, der einen Vermissten meldet, gerade recht. Dort im beschaulichen Auental hat sich ein ehemaliger Juwelendieb unter falschem Namen angemeldet und kam dann von seinem Streifzug durch die Vogelwelt nicht wieder zurück. So machen sich Rory und Mathilde mit Unterstützung des ängstlichen Cockerspaniels Dr. Herkenrath auf die Suche nach den Komplizen des Ganoven. Der absolute Höhepunkt dieser Suche ist ein Anti-Schüchternheits-Seminar, an dem Rory teilnehmen muss. Einfach herrlich, sich diese Gruppe schüchterner Menschen vorzustellen, die alle nicht aus eigenem Antrieb dort angemeldet wurden.

    Jeder, der in dem Buch vorkommenden Charaktere, ist so witzig dargestellt, da macht das Lesen doppelt Spaß. So ißt der Dorfpolizist ungezählte Portionen Kartoffelsalat, die Wirtin ist ein echter Muffel, bis Dr. Herkenrath ihr Herz erobert und auch die Verdächtigen sind alle ungewöhnliche Typen. Der Kriminalfall ist logisch durchdacht und spannend erzählt. Damit hat auch dieser siebte Band der Reihe wieder für alle Fans einen Genuss.

    Dagmar Mägdefrau
  • Aliya und die Unendliche Stadt

    Aliya und die Unendliche Stadt

    Laila Rifaat

    Insel

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Aliyas Großvater verhält sich merkwürdig – gar nicht mehr wie ein echter Großvater. An ihrem Geburtstag ist er einfach nicht da, und auch den Todestag ihrer Eltern vergisst er. Für Aliya Grund genug, sich in seinem verbotenen Arbeitszimmer umzusehen. Dort entdeckt sie ein geheimnisvolles Amulett, das ihr die Welt der Magie offenbart – und den Butler Kamal, einen Dschinn, dazu bringt, ihr noch entschlossener im Weg zu stehen als sonst.
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    Nach und nach enthüllt Aliya die Geheimnisse, die ihr Großvater Geddo all die Jahre vor ihr verborgen hat – und dabei wird auch er entdeckt. Sie gelangt in die Unendliche Stadt, an eine Schule für Zeitreisende, findet neue Freunde (und Feinde), begegnet magischen Wesen und muss sich einer entscheidenden Prüfung stellen. Denn obwohl ihre Eltern als talentierte Schlosser:innen galten, hat sie vieles in dieser Welt verpasst. Doch wem kann sie wirklich vertrauen? Wer ist der wahre Bösewicht, der das Zeitkontinuum durch Verstöße gegen den Zeitreisekodex in Gefahr bringt? Und wer steckt hinter den mysteriösen Vergiftungen der Mitarbeitenden am Internat?
    Die Geschichte entführt in eine magische, farbenprächtige Welt, die so lebendig wirkt wie das Cover selbst. Wer Internatsgeschichten mit Zauberei und Fantasy liebt, wird hier auf seine Kosten kommen. Mir persönlich war die Mischung aus Fantasy und Zeitreise manchmal fast zu viel – beides sind ohnehin schon komplexe Themen, und Zeitreisen allein hätten als übernatürliches Element völlig ausgereicht. Zudem hätte ich gerne noch mehr über den Zeitreisekodex erfahren.
    Aliya ist eine besonders spannende Heldin. Ich schätze es sehr, dass sie nicht idealisiert wird – sie macht Fehler, schummelt bei Prüfungen, zweifelt, trifft falsche Entscheidungen. Wie sollte sie sich auch in einer Welt zurechtfinden, die ihr so lange verborgen blieb? Vergleicht man sie mit Harry Potter, fällt auf: Sie inszeniert sich weit weniger als „die Auserwählte“, als es ein Harry Potter tut.
    Die kurzen Kapitel, die schöne Sprache und die ansprechende Gestaltung lassen einen durch die Seiten fliegen – ganz ohne fliegenden Teppich. Eine Buchreihe, die sicher viele Fans finden wird!

    Raphaela Brosseron
  • Time Travellers – Nächster Sprung Australien! – Band 1

    Time Travellers – Nächster Sprung Australien! – Band 1

    Stephanie Gessner

    magellan

    Time Travellers

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir einige Kinder der Klasse 6G, im Hintergrund ist der Uluru zu sehen, der heilige Berg der Aborigines. Wenn wir das Buch aufschlagen, sehen wir die gesamte Klasse einschließlich der Busfahrerin und dem Klassenlehrer. Wir sehen, dass diese Klasse aus einer bunten Mischung von Kindern besteht mit vielen unterschiedlichen Temperamenten.
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    Da die Lehrerin, die die Klasse 6G in den Odenwald begleiten sollte, krank wurde, springt für sie eine Referendarin ein. Auffällig an ihr sind die beiden Nadeln, die in ihren Haaren stecken. Zwei silberne Stäbe, die sich auch zum Stricken eignen. Grace ist neugierig und will sich die Nadeln gerne anschauen und dabei rollt eine Nadel weg. Überraschenderweise wird die Klasse samt Bus in einem Zeitsprung nach Australien katapultiert. 
    Die Busfahrerin Hilde Krachleder ist eine handfeste Frau und sei ergreift schnell die Initiative, zumal sie sich auch auf das Abenteuer in diesem fernen Land freut. Joshua Rosenkranz, der Lehrer, ist da zaghafter und zunächst von der neuen Situation überfordert.
    Grace, deren Mutter Australierin ist, kann einige praktische Tipps geben und Rio, ihr schüchterner Platznachbar, wird von ihr mitgerissen.
    Eine tolle Mischung an Kindern hat Stephanie Gessner da mit Leben gefüllt. Sie sind sehr unterschiedlich, es gibt Abneigungen und Freundschaften, es gibt mutige und zaghafte Kinder, aber sie halten dann doch als Klasse zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Die Busfahrerin hat ein besonderes Gefühl für die Kinder und dadurch kann sie bei Konflikten und Problemen sehr gut raten, an ihr ist eine echte Pädagogin verloren gegangen. Durch die Referendarin kommt Magie ins Spiel und es bleibt bis zum Ende spannend.

    Dagmar Mägdefrau


  • Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest

    Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest

    Navid Kermani

    Mehrad Zaeri

    Hanser

    Verlagsempfehlung keine

    Der Schriftsteller schwärmt von einer Reise nach Afrika. Er stellt sich vor, was seine einzelnen Körperteile wohl dort besonders genießen werden. So freuen sich die Augen auf den Nil, die Ohren auf den Jazz in Addis Abeba und die Nase auf den Duft der frischen Kräuter in Timbuktu. 
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    So machen wir mit Körperteilen des Schriftstellers eine Reise durch den Kontinent.
    Erst als er auf die linke Hand zu sprechen kommt, fängt die Geschichte an, denn diese Hand möchte nicht reisen. Deshalb hält sie sich an der Heizung fest. Der Mann ist nicht in der Lage, seine Hand von der Heizung zu lösen. Sie murmelt immer wieder, dass sie nicht nach Afrika will. Die anderen Körperteile äußern sich und die rechte Hand spricht sogar von Abschneiden. Die Lösung scheint zunächst, dass der Klempner die Heizung ausbaut und diese mit der Hand ins Flugzeug muss. Doch die Hand findet einen neuen Halt und die verrückte Geschichte geht in die nächste Stufe.
    Ich glaube, dass ich durchaus Humor habe und mich auch verrückte und skurrile Erzählungen ansprechen, aber mit dieser Geschichte kann ich leider gar nichts anfangen. Natürlich haben wir nicht alle die gleiche Sehnsucht nach der Ferne und Menschen, wie meine Mutter, sehen im Reisen generell keinen Sinn, wo es doch zu Hause so schön ist. Aber dass einzelne Körperteile das Reisen verweigern, verwundert mich doch.

    Dagmar Mägdefrau