• Auf in die Berge! – Was Menschen in die Höhe treibt

    Auf in die Berge! – Was Menschen in die Höhe treibt

    Katja Seifert

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis, 2026

    Wissenschaftsbuch des Jahres, 2026

    International Creative Media Award, Award of Excellence , 2025

    „Was Menschen in die Höhe treibt“ ist der Untertitel, der auf dem Cover zu lesen ist, daneben sehen wir viel kleine Menschen, die die Berge hinaufsteigen. 
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    Ich, die ich nur mit der Gondel auf die Berge fahre und das sehr genieße, oben zu sein, habe mir oft diese Frage gestellt, denn das Bergsteigen ist ja ein sehr gefahrenvolles Hobby. Deshalb erstaunt es mich, dass es so viele Frauen auf die Gipfel zieht. Obwohl sie natürlich nach ihren Kindern gefragt werden, während man wahrscheinlich nicht mal weiß, ob die Männer Kinder haben. Um so wichtiger erscheint es mir, dass hier auf die Frauen, die solche Expeditionen organisiert haben, hingewiesen wird. 
    In den Einbänden gibt es Karten, auf denen die wichtigsten und höchsten Berge eingezeichnet sind. Zuerst wird auf die Gefahren hingewiesen, dann geht es um die Mythen, die sich um die hohen Berge ranken und dann geht’s los mit dem Bergsteigen. Es geht zunächst auf den Mont Blanc, der schon 1786 bestiegen wurde. Nach eine wissenschaftlichen Ausflug in die Kartographie, geht es um den Menschen und die Verträglichkeit der Höhe. Weiter geht es mit den zwei Frauen, die dann den Mont Blanc erklommen haben und die Ausrüstung, die sie benötigten. Später erfahren wir, dass eine moderne Ausrüstung auch ein leichteres Bergsteigen bedeutet. Nachdem die Alpen erobert wurden, geht es in den Himalaja.
    Das Buch bietet eine umfassende Geschichte des Bergsteigens, da geht es wissenschaftliche Erforschung, um Material und um die Menschen, die sich dieser Strapazen aussetzen. Die Illustrationen sind in Beigetönen gehalten und teilweise sehr klein gezeichnet. Sie zeigen sehr genau, wie kompliziert sich das Bergsteigen oft gestaltet. Auch für mich, die nicht den Wunsch hegt, einen Berg zu besteigen, ist dieses vielseitige Sachbuch sehr interessant gestaltet und geschrieben.

    Dagmar Mägdefrau

  • Körperquatsch mit Soße

    Körperquatsch mit Soße

    Johanna Klemet

    Tine Schulz

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Das witzige Cover zeigt ein Kind, das Spaghetti direkt aus dem Teller isst und dem sie dann aus den Ohren wieder herauskommen. Daneben sehen wir noch ein paar andere Bilder, die wir im Buch finden werden.
    Die Spaghetti finden wir dann auch beim Inhaltsverzeichnis und auch immer wieder auf den Seiten des Buches.
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    Zunächst erfahren wir, um was es eigentlich geht. Es gibt da so Aussagen von Erwachsenen, die wohl dazu führen sollen, dass Kinder Dinge nicht tun, weil sie zu eigenartigen Folgen führen sollen. So platzt das Trommelfell bei lautem Gebrüll oder die Augen verderben beim Lesen im Dämmerlicht. All diese Dinge habe ich schon vor fast 70 Jahren gehört. Ich habe mich immer bemüht, sie nicht selbst zu sagen. Aber wer weiß…?
    „Nicht Schielen, das bleibt so!“ auch so ein Spruch, den ich oft gehört habe. In diesem Buch finden wir eine Schielanleitung, denn ich denke, es trainiert die Muskeln. Meine Augenärztin fordert mich bei der Untersuchung auch immer dazu auf. Kann uns das leckere und zu viele Essen aus den Ohren herauskommen? Hier wird erklärt, dass das technisch nicht möglich ist. Es gibt dazu eine Zeichnung des Kopfes.
    Mir gefällt es sehr gut, dass hier die Aussagen ernst genommen werden und es Beweise für ihre Unwahrheit gibt. Dazu gibt es einen Text und viele zum Teil sehr humorvolle Bilder. Mit diesem Buch lernt man eine ganze Menge und hat dabei soviel Spaß, dass man es nicht merkt.

    Dagmar Mägdefrau
  • Carp City – Die Stadt des tanzenden Karpfens

    Carp City – Die Stadt des tanzenden Karpfens

    Aleksandra Mizielińska

    Daniel Mizieliński

    Aus dem Polnischen von Hannah Gemmel

    Moritz

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Nominiert für den Jugendliteraturüreis 2026

    Buch, Sticker und Stadtführer werden in einem schönen Schuber geliefert, hier erfahren wir schon einiges über den Ablauf des Spieles. „Stopp!“ steht groß auf dem Stadtführer, er darf erst gelesen werden, wenn man die Anleitung im großen Buch gelesen hat. Schon das Cover diese Buches ist voller winziger wimmeliger Illustrationen. 
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    Auf der Innenseite steht, was man alles benötigt und wie man spielt. Dann schlägt man eine Seite auf und sucht nach einer kleinen zunächst grünen Nummer. Diese gefundene Nummer schlägt man dann im Stadtführer nach. In den kurzen Texten steht dann eine Anweisung, wie es weitergeht. Manchmal gibt es etwas im Rucksack, der sich auf der letzten Seite des Stadtführers befindet, abzuhaken, manchmal darf man einen Sticker kleben. Hin und wieder muss der Hinweis noch ein wenig auf seine Anwendung warten. Auf der ersten Doppelseite des großen Buches sehen wir einen Kanal und einen riesigen Palast. Kleinformatig wird hier so viel gezeigt, dass man lange braucht, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die kleine Stadtszene auf der nächsten Seite zeigt neben der Stadtmauer keine Häuser mit Gärten, in denen allerlei Menschen und Tiere leben. Auf den letzten Seiten sehen wir, dass diese Seiten zusammengefügt eine Stadt abbilden. 
    Das polnische Illustratorenpaar hat hier ein echtes Meisterwerk erschaffen. Diese detaillierten Zeichnungen, die bis ins Kleinste mittelalterliche Szenen abbilden, sind einfach so schön anzuschauen und ich glaube, ich werde immer wieder Neues entdecken können. Ich bin einfach fasziniert von dieser ungewöhnlichen Idee, aus einen Wimmelbuch ein Spiel im Stil eines Computerspiels zu machen. Lasst euch einladen in diese bunte wimmelige Welt und folgt den Anweisungen des Stadtführers und erlebt spannende Abenteuer.

    Dagmar Mägdefrau

  • Denni, Klara und das Haus Nr. 5    

    Denni, Klara und das Haus Nr. 5    

    Brigitte Werner

    Birte Müller

    Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Auf dem Cover stellen sich bereits Denni, Klara, die zunächst unfreundliche Nachbarin Frau Schönegans und der Hund Lothar, „der beste Bluthund aller Zeiten“ vor. Auch im Buch gibt es eine Menge Zeichnungen zur Geschichte, die, obwohl einfach gestaltet, viel aussagen.
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    Im Haus Bebelstraße Nummer 5 ziehen neue Leute ein und Klara freut sich, als sie ein Schmusetier in der Umzugskiste entdeckt. Dieser himbeerrote Hase namens Rübe gehört Denni, der dann auch gleich auftaucht und Klara mit seiner freundlichen Art sofort von sich einnimmt. Nachdem Denni seinem Papa Bescheid gesagt hat, darf er zu Klara nach Hause und so lernt er dann Hugo kennen, den Bären von Klara. Zusammen verbringen die beiden Zeit, in der sie Klaras Essen gemeinsam aufessen. Dabei bemerkt Denni, dass „Erbsen voll okay“ sind und Klara ergänzt, „Voll okay, dieser Tag“. Am Abend freut sich Mama, dass Klara jetzt jemanden zum Spielen hat. Am nächsten Tag schimpft Frau Schönegans mit den beiden, weil sie in der Mittagpause Lärm im Flu machen. Die buntgekleidete Frau Miera aus dem Dachgeschoß weiß, dass „Das Leben Platz für alle hat!“
    Damit meint sie Denni, über den Frau Schönegans eine blöde Bemerkung gemacht hat.
    Erst zu Ende des Buches wird erwähnt, dass Denni ein Chromosom mehr hat, woraus Klara schließt, dass er deshalb auch von anderen Sachen, wie Freundlichkeit und Spaß, mehr hat. So schafft es Denni mit seiner Art, aus den Hausbewohnern sowas wie Freunde zu machen. Menschen, die sich mögen und gegenseitig unterstützen.
    Ich lege das Buch nur ungern aus der Hand, denn es ist ein Buch, das ich gerne weiterlesen möchte. Ich möchte noch mehr von der guten Laune und der netten Art dieser Menschen erfahren. Obwohl es auch ein paar sehr traurige Tage gibt, halten am Ende alle zusammen und gerade die strenge Frau Schönegans verwandelt sich zu einer verständnisvollen alten Dame, der ich gerne nacheifern möchte. Neben dem liebevollen Inhalt lebt das Buch von seinen wunderschönen Wortschöpfungen und deren besondere Anwendung durch Denni.
    „Ich wundere.“

    Dagmar Mägdefrau
  • Erben des Imperiums – Der Anfang – Band 1    

    Erben des Imperiums – Der Anfang – Band 1    

    Oskar Källner

    Karl johnsson

    Übersetzt von Maike Dörries

    ATRIUM

    Leseempfehlung ab 10 Jahre

    Alice und ihr jüngerer Bruder Elias wohnen zusammen mit ihren Eltern in Schweden. Der rothaarige bärtige Vater, Typ Wikinger, repariert Autos und er hat für seine Frauen einen alten Volvo flott gemacht. 
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    Damit ist die Mutter oft im Wald unterwegs, sie ist Wissenschaftlerin. Doch nach einem lauten Streit der Eltern kommt sie nicht wieder nach Hause. Die Polizei verdächtigt den Vater und so fliehen die Kinder vor dem Jugendamt in den Wald. Hier wird Alice von einem unheimlichen Wesen angegriffen und Brock ein alter Freund der Mutter kann sie retten. So erfahren die Kinder, dass ihre Mutter auch ein außerirdisches Wesen ist. Zum einen ärgern sie sich, dass sie belogen, wurden zum anderen möchten sie ihre Mutter suchen und retten. So fängt für sie ein spannendes Abenteuer im Weltraum an. 
    Das Cover zeigt die Kinder und Brock, eine Art Riesenechse, den Kapitän des Raumschiffes. Der Einband ist sehr einfach und erinnert mich an die Taschenbücher meiner Jugend. Neben der Geschichte gibt es ganze Seiten mit Kacheln kleinerer Bilder passend zum Kapitel.
    Hier werden ganz neue Außerirdische erdacht und mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten ausgestattet. Das geht von Selbstheilung bis zur gedanklichen Lenkung des Raumschiffes. Die Begegnung mit einem feindlichen Raumschiff wurde sehr spannend geschildert und das Ende verlangt nach einem schnell erscheinenden nächsten Band.

    Dagmar Mägdefrau

  • Die verborgenen Bilder    

    Die verborgenen Bilder    

    Maja Ilisch

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Buch des Monats April 2026

    Frieke hat eine unbändige Wut, denn ihr Leben hat sich, nachdem ihr Vater sich in einen Mann verliebt hat, zum Schlechten verändert. Sie muss mit ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter in ein Mietshaus, in eine Wohnung ziehen. 
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    Das einzig Tröstliche sind Zeichnungen, die ein Mädchen vor langer Zeit auf der Wand ihres Zimmer hinterlassen hat. Wenn Frieke ihre Hände auf die Zeichnungen legt, reist sie in das Jahr 1928 zurück und dort trifft auf Ilsabeth. Sie ist wie Frieke 12 Jahre alt und wohnt mit ihrer großen Familie in der Wohnung, die Friekes Mutter gemietet hat. Ilsabeth hat die Gesichter auf die nackte Wand gemalt und eine der Figuren ist eine Schauspielerin. So kommt es, dass beide gemeinsam in einen Stummfilm gehen.  Begleitet werden sie von Ilsabeths großem Bruder, der schon studiert. Frieke ist entsetzt, als sie beim Kaffeetrinken von seiner Judenhetze hört. Doch kann sie etwas ausrichten? Sie soll ja nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen.
    Mit Entsetzen muss Frieke feststellen, dass sie sich einige der Ansichten aus der Zeit, als Hitler schon ein Thema war, angeeignet hat. Erst eine schreckliche Tat, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, rüttelt sie auf.
    Faszinierend wie die Autorin es mit dieser Zeitreise schafft, uns die Zeit der 1920er Jahre lebhaft näher zu bringen. Wir lernen mit Frieke diese nette Großfamilie kennen und erleben, wie sie von Hitlers Ideen überzeugt sind. Aus dem Rückblick sehen wir die Gefahr, aber wir sollten auch die heutige Gefahr erkennen und nicht genau wie die Familie Vossen blind Versprechungen glauben. So ist der Abschluss des Buches mit der Teilnahme an einer Demo gegen Rechts ein hoffnungsvoller Abschuss des Buches. Unbedingt lesen!

    Dagmar Mägdefrau

  • Smilla und die Superhirne – Krawumms in der Schule     

    Smilla und die Superhirne – Krawumms in der Schule     

    Plavia Fox

    Maleek

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    An der Marie-Curie-Schule findet ein Tüfteltalente-Wettbewerb statt. Smilla möchte gemeinsam mit ihren Freunden den Tüftelpokal gewinnen. Dabei entsteht ein witziges Erfinderduell, bei dem die Smarten gegen die Genies antreten. 
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    Die erfundenen Maschinen sorgen für jede Menge Chaos und verändern alles – sogar die Lieblingslehrerin. Ob sie es schaffen, alles wieder rückgängig zu machen und am Ende den Tüfteltalente-Wettbewerb zu gewinnen?
    Schon das Cover verspricht eine herrlich chaotische Geschichte. Ich habe den Comic zusammen mit meinem achtjährigen Sohn gelesen. Die Geschichte ist lustig, turbulent und macht großen Spaß. Besonders schön ist, dass man den Comic sowohl lesen als auch einfach die Bilder und Comic-Strips ohne Text anschauen kann. Wir mussten immer wieder lachen und hatten beim Lesen richtig viel Freude.
    Gerade weil der Comic wenig Text enthält, eignet er sich hervorragend für „lesefaule“ Kinder. Aber auch Kinder, die gerne lesen, werden viel Spaß daran haben.

    Katrin Hemmerich


  • Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Lightfall – Das verlorene Licht – Band 1     

    Tim Probert

    Julia Gehring

    Planet!

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Bea lebt mit dem Zauber-Eber, der ihr Ziehgroßvater ist, auf dem Planeten Ipra zusammen. Eines Tages verschwindet er und hinterlässt eine Nachricht, die mehr Rätsel aufgibt, als sie erklärt. Bea beschließt, ihn zusammen mit Cad, einem Galdurier, zu suchen.

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    Sie begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, um den Großvater zu finden.
    Der Comic zieht einen direkt in die Geschichte hinein. Die Zeichnungen im Zusammenspiel mit dem Text lassen einen tief in die Welt von Ipra eintauchen. Insgesamt sind die Illustrationen sehr schön, und man entdeckt auch beim zweiten Durchschauen immer wieder neue Details.
    Zu Beginn haben mich die Zwischensequenzen irritiert, aber im Nachhinein haben sie Sinn ergeben. Dass man nach dem offenen Ende jetzt noch so lange warten muss … aaaah! Aber ich bin gespannt auf den zweiten Teil der Geschichte und freue mich sehr darauf. Es bleibt spannend!

    Katrin Hemmerich
  • Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin – Band 2

    Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin – Band 2

    Johan Rundberg

    Aus dem Schwedischen von Franziska Hüther

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Stockholm 1881, der Frühling ist angebrochen. Alle in der Stadt erwarten die Rückkehr des Forschungsschiffs Vega. Im Waisenhaus der Stadt verhalten sich einige Kinder seltsam: Sie gehen nicht zur Schule, sondern verschwinden Tag für Tag. 
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    Kommissar Hoff fragt Mika, ob sie ihn bei der Aufklärung einer Diebstahlserie unterstützen kann. Sie entdeckt schnell, dass das Verschwinden der Kinder und die Diebstahlserie zusammenhängen und ihre Freunde aus dem Waisenhaus in etwas Größeres verwickelt sind.

    Die Spur der Meisterdiebe ist schon der zweite Teil der Serie. Der erste Teil heißt „Der Ruf des Nachtraben“.
    Ich war — wie beim ersten Teil — vom ersten Kapitel an gefesselt und fand es sehr spannend, wie sich die Geschichte entwickelt. Johan Rundberg versteht es auch in diesem Teil, alles sehr bildlich zu beschreiben, und man hat Stockholm 1881 vor seinen Augen. Die Bücher sind sehr gut für Kinder ab 10 Jahren geeignet. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil dieser Serie auf Deutsch. Dieser soll im Herbst 2026 veröffentlicht werden.

    Katrin Hemmerich

  • Das wundersame Buch über den Tod

    Das wundersame Buch über den Tod

    Mariona Cabassa

    Soledad Romero Mariño

    Aus dem Spanischen von Melanie Laibl

    Leykamp:

    Leseempfehlung ab 6 Jahre

    Goldene Buchstaben und ein weißes Skelett zieren das Cover. Der Titel macht mich sehr neugierig auf den Inhalt. An der Seite des Inhaltsverzeichnisses steht „Die vielen Seiten des Todes“ und ich kann bestätigen, sie werden genau beleuchtet.
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    Zunächst geht es um die wichtigste Erkenntnis „Keine Leben ohne Sterben“, dazu gibt es kleine informative Texte und einen Spruch von Francis Bacon. Danach geht es darum, dass alles stirbt einschließlich der Himmelskörper. Wichtig ist auch, dass aus dem was stirbt Neues entsteht. Alle leben unterschiedlich lange, so lebt eine Qualle praktisch unendlich, wenn sie nicht gefressen wird. Auch Tiere haben Rituale, wie sie mit ihren verstorbenen Artgenossen umgehen. Und so kommen wir auch zu „menschlichen Totenritualen“. Wir erfahren einiges über Friedhöfe und letzte Ruhestätten, die Totengedenktage in der Welt und welche Heiligen oder Götter da zuständig sind. Zum Ende des Buches kommen wir zur Trauer und dem Tabu, das mit dem Thema Tod verbunden ist.
    Die Illustrationen des Buches sind hinreißend, bunt, lebendig und voller Kraft. Der Textanteil ist nicht sehr groß, bietet aber sehr viele interessante Informationen. Vielleicht sollte so ein wunderschönes Buch mal im Familienkreis angeschaut werden, um damit ein Tabu zu durchbrechen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Taschenzauberei  

    Taschenzauberei  

    Judith Mohr

    Franziska Viviane Zobel

    Verlag Freies Geistesleben

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Buch des Monats Januar 2026

    Das Buch unterscheidet sich schon durch sein ungewöhnliches Format von anderen Büchern. Auf dem Cover des Buches, das quer gebunden ist, sehen wir die Tasche mit den kleinen Behältern, die in der Geschichte eine große Rolle spielen wird.
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    Ben ist elf und hatte sich für seine Ferien etwas Besseres vorstellen können, als im Hotel der Eltern aushelfen zu müssen. Seine Schwester übernimmt die zweite Woche und so muss Ben zusammen mit seiner langweiligen Mitschülerin Lea an der Rezeption die Gäste in Empfang nehmen. Doch dann wird es eine sehr spannende Woche, denn die Anreisenden sind Hexen und Hexer. Sie manipulieren alle so, dass nur Ben und Lea wissen, dass sie kein Häkelverein sind. So erfahren die beiden Kinder eine ganze Menge über das Hexen, Poltergeister und magische Missgeschicke. Doch dann verbringen sie die zweite Ferienwoche damit, den rechtmäßigen Besitzer einer vergessenen Tasche mit vielen Zauberessenzen zu finden.
    Voller Fantasie und mit vielen verrückten Ideen ist dieses Buch geschrieben worden. Ich habe neugierig alle Erklärungen gelesen und war fasziniert vom Ideenreichtum. Ganz neue Einblicke in die Hexenwelt wurden da geboten und ich kann nur empfehlen, sich hier neuen Eindrücke zu holen. Es lohnt sich!

    Dagmar Mägdefrau
  • Wir sind erste Klasse! – Es rappelt in der Kiste

    Wir sind erste Klasse! – Es rappelt in der Kiste

    Daniela Kulot

    Thienemann

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Wir sehen Betti mit ihrer Kiste auf dem Schulhof stehen und Anton schaut neugierig durch den kleinen Spalt hinein.
    Nachdem uns die beiden vorgestellt wurden und wir erfahren, dass sie in die 1. Klasse gehen, die „Fuchs-Bande“ heißt und ihre nette Lehrerin Frau Kanne kennenlernen, geht es gleich mit dem Unterricht los.
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    Frau Kanne liest eine Herbstgeschichte vor und unsere Aufgabe ist es, das richtige Buch auszusuchen. Dann werden Blätter gebastelt, die durch die Klasse fliegen. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Aus Bettis Kiste kann sich eine kleine graue Maus befreien. Frau Kanne springt auf den Stuhl und die Kinder tun alles, um die Maus zu fangen.
    Natürlich geht das nur, wenn alle zusammen überlegen und zusammen handeln. So wird mit dieser kleinen Geschichte für Erstleser gezeigt, wie schön es ist, eine tolle Klassengemeinschaft zu haben.
    Neben der groß gedruckten spannenden Schulgeschichte gibt es viele schöne bunte Illustrationen und einige Rätsel, die gut zu lösen sind. Ein empfehlenswertes Buch für den Schulanfang.

    Dagmar Mägdefrau

  • Starfish 

    Starfish 

    Lisa Fipps

    Aus dem Englischen von Meritxell Piel

    Hanser

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    „Ein großartiges Buch über ein großartiges Mädchen“ steht als Untertitel auf dem Cover und ich kann das voll und ganz bestätigen.
    Eliane Elizabeth Montgomery-Hofstein, kurz Ellie oder El, wie die wenigen Freunde sie nennen, lebt in Texas und ihre Figur entspricht nicht den Maststäben ihrer Umwelt, denn Ellie ist dick.
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    Sie hat zwei ältere Geschwister, eine Mutter, die als Journalistin tätig ist und einen Vater, der Psychiater ist. Ellie liebt es zu schwimmen, aber als sie eine A---bombe macht, sagt ihre Schwester „Platschi“ zu ihr und so wir Ellie für alle Platschi, der Wal. In der Schule gibt es zwei Mädchen, die Ellie immer wieder aufs schlimmste mobben. Und weil ihre Freundin wegzieht, steht sie dieser gemeinen Bande allein gegenüber. Ihre Mutter versucht Ellie immer wieder zu Diäten zu zwingen, während ihr Vater versucht sie zu stärken. 
    Ellie, die gerne Schriftstellerin werden möchte, scheibt diese Buch aus ihrer Sicht und mit ganz kurzen Kapiteln und ebenso kurzen Sätzen. Eine eindringliche, poetische Sprache, die leicht zu lesen ist und so eindrucksvoll Ellies Gefühle darstellt.
    Wie habe ich mit Ellie gelitten und wie habe ich ihr gewünscht, dass sie sich liebt und verstanden fühlt. Zum Glück gerät sie an eine Therapeutin, die sie mit ungewöhnlichen Methoden und viel Einfühlungsvermögen unterstützt. So lernt Ellie sich zu wehren, ohne anzugreifen, was mich sehr fasziniert hat.
    Ein Buch über ein dickes Mädchen, schreckliche Mobbingszenen und ihre Verwandlung in einen starken Seestern. Vielen Veränderungen, vielen Tränen, aber auch tolle Freunde und einen wunderbaren Cowboy-Vater.

    Dagmar Mägdefrau
  • Damals in der Rosenstraße    

    Damals in der Rosenstraße    

    Anja Tuckermann

    Annabelle von Sperber

    Fischer Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Schon das Cover zeigt, wie eindrucksvoll das Buch gestaltet ist. Es zeigt einige der Menschen, die in der Rosenstraße für die Freilassung der Inhaftierten gekämpft haben. 
    Das Buch beginnt 1941 mit Hakenkreuzfahnen und einer blutroten Straße, auf der vier Männer in NS-Uniform marschieren, daneben unbeteiligte Passanten und aus der Seitenstraße kommt ein Mann mit zwei Kinder, die einen Judenstern tragen.
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    Die kleine Erzählung berichtet von Doris, die nicht auf den Spielplatz darf. Auf der anderen Seite ist ein erklärender Text zur Situation zwischen 1933-1945 abgedruckt. Danach erfahren wir einiges über jüdische Kinder in der Zeit. Als seine kleine Schwester Doris von Hitlerjungen geschubst wird, schreitet ihr Bruder Helmut ein. Im Jahr 1942 überlegt Doris, ob die Familie nicht auch flüchten sollte. Doch am 27.2.1943 wird der Vater abgeholt und in die Rosenstraße gebracht. So sind auch Doris und ihre Mutter unter denen, die um die Freiheit ihrer Männer kämpfen, indem sie in der Straße demonstrieren und ihre Freilassung fordern. 
    Neben der Geschichte von Doris' Familie und den vielen Sachinformationen zur NS-Zeit, lebt das Buch ganz besonders von den eindringlichen Illustrationen. Sie treffen mit eindrucksvollen Gesichtern und krassen Farben genau die Lage in dieser Berliner Straße.

    Dagmar Mägdefrau
  • Egal war gestern

    Egal war gestern

    Jörg Isermeyer

    Peter Hammer Verlag

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Gustav-Heinemann-Friedenspreis

    Finn und Lennard posten auf einer Plattform lustige Videos. Als Sam, ein Mädchen mit afrikanischen Wurzeln, ihnen anbietet durch eine Kooperation mehr Klicks zu generieren, sagen die beiden Jungs zu. Unter Sams Post gibt es immer wieder rassistische Meldungen, die Finn erschrecken. 
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    Auch sein Vater hat im Netz Dinge gefunden, die darauf hinweisen, dass in der Schule, in der auch er als Lehrer arbeitet, Nazis unterwegs sind. Als er das öffentlich macht, wird er zum „Nestbeschmutzer“. Denn in dem kleinen Ort steht mit einem Mann der „Wir“-Partei ein Rechter zur Bürgermeisterwahl an. 
    Im Laufe des Buches wird klar, dass die einen wohl wirklich naiv sind und die Warnungen nicht wahrhaben wollen und sich deshalb „raushalten“. Andere wählen aus Überzeugung diese Partei. Doch die Rechten sind gut vernetzt und erreichen mit ihrer Propaganda auf ihren Socal-Media-Seiten, dass Finns Familie sogar von Freunden geschnitten wird. Als es dann och offene Drohungen gibt, fühlen sich sie nicht mehr wohl in ihrem Heimatort.
    Ein Buch, das aufrüttelt und das die Frage offenlässt, wie würden wir uns verhalten? Würden wir auch wieder schweigen? Oder werden wir es schaffen, uns ebenfalls zu vernetzten und diesen Nazis die Stirn zu bieten?
    Mehr als Schulliteratur, diese Buch zeigt auch Erwachsenen, welchen Weg wir da einschreiten, wenn wir nichts unternehmen.

    Dagmar Mägdefrau
  • Rocky, die Roboterkatze

    Rocky, die Roboterkatze

    Thorsten Winskowski

    BoD

    Autorenempfehlung ab 8 Jahre

    Elli schaut liebevoll auf ihre Katze, die leider keine Echte ist, deshalb leuchtet ein Herz auf ihrer Brust.
    Mini ist das Kuscheltier der achtjährigen Elli und sie wünscht sich so sehr eine echte Katze, doch leider hat ihre Mutter eine Allergie und deshalb ist die Anschaffung eines Katze leider für die Familie nicht möglich.
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    Wie gut ist es da, dass Ellis Papa ein echter Erfinder ist, und um seine Tochter zu trösten, baut er in seinem Keller eine Katze zusammen. Und so präsentiert er eines Morgens eine Roboterkatze, die er Rocky nennt. Zunächst ist dieses Tier, über das sich Elli sehr freut, nur eine Maschine, aber im Laufe der Geschichte entwickelt sie so etwas wie Gefühle. Da sie dann auch noch sprechen kann, wird sie zu einem echten Katzenfreund für Elli.
    Ich glaube, alle Kinder wünschen sich ein Haustier und oft scheitert es an einer Allergie der Eltern. Hier ist die Lösung eine Maschine, die aussieht wie eine Katze. Dass sich dieser Roboter allerdings, dadurch dass er sprechen kann, mehr zu einer menschlichen Kreatur entwickelt, gefällt mir nicht. Das macht die Geschichte sehr fantastisch und so wundert es mich nicht, dass Elli diese „Katze“ noch besser findet als eine echte Katze.
    Es gibt einige niedliche Illustrationen, die mit KI erstellt wurden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Kuschelflosse – Abenteuer tief im Meer – Das geheimnisvolle Zauber-Riff – Band 1 

    Nina Müller

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

    Kuschelflosse hört im Unterwasserradio etwas über das geheimnisvolle Riff und darüber, dass dort eine Zauberschildkröte wohnt, die Wünsche erfüllen kann. Gemeinsam mit seinen drei Freunden begibt sich Kuschelflosse auf den Weg dorthin. Unterwegs erleben sie einige Abenteuer.
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    Kuschelflosse ist ein sehr schöner Auftakt einer Erstleser-Reihe, die für leicht fortgeschrittene Leseanfänger gut geeignet ist. Die Schrift ist etwas größer und die Illustrationen sind wunderbar fantasievoll und laden zum genauen Schauen und Entdecken ein. Wir haben das Buch abends gemeinsam gelesen. Mein achtjähriger Sohn hat mir mit viel Spaß vorgelesen und dabei sehr viel gelacht. Aber es wird auch immer wieder spannend. Die nächsten Bände werden jetzt sicher für uns folgen.

    Katrin Hemmerich

  • Helden der Weide – Möge das Horn mit dir sein – Band 1   

    Helden der Weide – Möge das Horn mit dir sein – Band 1   

    Rosa Marin

    Betina Gotzen-Beek

    magellan

    Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

    Das Hochlandrind Shaggy zieht auf den Biohof von Bauer Obbo ein. Dort freundet er sich schnell mit den anderen Rindern und den übrigen Tieren des Hofes an. 
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    Als geheimnisvolle Kräuterdiebe ihr Unwesen auf dem Hof treiben, fassen die Tiere gemeinsam einen Plan, um die Diebe zu stellen.
    Der erste Band von Helden der Weide ist ein sehr lustiges Kinderbuch. Es ist spannend und humorvoll geschrieben, und es hat uns beim Lesen großen Spaß gemacht, mit den Tieren mitzufiebern. Die Illustrationen ergänzen die Geschichte perfekt. Man hat neben dem eigentlichen Lesen viel auf den Bildern zu entdecken.
    Besonders fortgeschrittene Erstleser können die Geschichte sehr gut selbstständig lesen, da die Sätze und Texte so gestaltet sind, dass man nicht überfordert wird.
    Wir freuen uns darauf, die Reihe weiterzulesen.

    Katrin Hemmerich